Übergewinnsteuer, Friedrich Merz

Übergewinnsteuer: Linke-Chefin Schwerdtner attackiert Kanzler Merz

Veröffentlicht am: 16.09.2026 um 00:00 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Linken-Chefin Ines Schwerdtner wirft Bundeskanzler Friedrich Merz vor, mit seiner erneuten Absage an eine Übergewinnsteuer für Mineralölkonzerne die Unternehmen zu schonen und Verbraucher im Stich zu lassen. Sie fordert, krisenbedingte Extraprofite abzuschöpfen und gezielt niedrige und mittlere Einkommen zu entlasten.

Linke kritisiert Merz wegen Absage an Übergewinnsteuer
Ines Schwerdtner (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Linken-Chefin Ines Schwerdtner hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) wegen seiner Absage an eine Übergewinnsteuer für Mineralölkonzerne scharf kritisiert. Sie wirft dem Kanzler vor, die Konzerne zu schonen, statt zusätzliche Einnahmen zur Entlastung der Verbraucher zu nutzen.

Schwerdtner fordert Eingreifen des Staates

Schwerdtner sagte der "Rheinischen Post", Merz verzichte mit seiner Haltung darauf, sich Geld von Mineralölunternehmen zurückzuholen, um Bürgerinnen und Bürger zu entlasten. Gerade in der angespannten Haushaltslage müsse der Staat dort ansetzen, wo seit Monaten Milliarden an Extraprofiten durch den Krieg erzielt würden.

Nach Ansicht der Linken-Chefin nutzen Ölkonzerne die Krise, um Preise und Profite hochzutreiben. Der Staat müsse in solchen Situationen eingreifen und "Übergewinne" aus der Krise abschöpfen, um diejenigen zu entlasten, die unter den steigenden Preisen litten.

Konkrete Vorschläge der Linken

Schwerdtner fordert, Gewinnmargen zu begrenzen und kleine sowie mittlere Einkommen gezielt zu stützen. Die Bevölkerung dürfe nicht erneut die Rechnung für eine Krise bezahlen, während sich die Ölkonzerne daran "eine goldene Nase" verdienten.

Merz erteilt Übergewinnsteuer klare Absage

Eine Übergewinnsteuer, wie sie auch die SPD vorschlägt, hatte Merz am Dienstag erneut abgelehnt. Er sagte, er sehe derzeit weder eine ausreichende faktische Grundlage noch eine rechtliche Grundlage für die Besteuerung von sogenannten Übergewinnen.

Mit der erneuten Absage des Kanzlers bleibt die Forderung nach einer speziellen Besteuerung krisenbedingter Extraprofite in Deutschland vorerst ohne Aussicht auf Umsetzung. Die Linke und Befürworter einer solchen Steuer sehen darin eine vertane Chance, Verbraucher in der aktuellen Lage stärker zu entlasten.

Die Kritik der Linken-Chefin Ines Schwerdtner an Bundeskanzler Friedrich Merz setzt an einer seit Jahren geführten Grundsatzdebatte über die Verteilung von Krisenlasten an.

Hintergrund der Übergewinnsteuer-Debatte

Seit Beginn der Energiepreisrallye im Zuge internationaler Konflikte und Lieferengpässe wird darüber gestritten, ob Unternehmen, die besonders von Preissprüngen profitieren, zusätzlich besteuert werden sollen. Die Idee einer Übergewinnsteuer zielt darauf, außergewöhnlich hohe Gewinne, die vor allem aus Krisensituationen resultieren, teilweise abzuschöpfen und zur Finanzierung staatlicher Entlastungsmaßnahmen zu nutzen. Mehrere europäische Staaten haben entsprechende Modelle eingeführt, etwa zeitlich begrenzte Sonderabgaben auf Zufallsgewinne im Energiesektor.

Politische Konfliktlinien in Deutschland

In Deutschland verlaufen die Konfliktlinien klar: Die Linke und Teile der SPD sehen in einer Übergewinnsteuer ein Instrument, um Verbraucher und insbesondere niedrige und mittlere Einkommen stärker zu schützen. Die Union und wirtschaftsliberale Kräfte warnen hingegen vor möglichen negativen Folgen für Investitionen, Standortattraktivität und Rechtssicherheit. Die nun erneute Absage von Merz an eine solche Steuer verdeutlicht, dass er trotz angespannter Haushaltslage auf klassische Instrumente wie Ausgabenkürzungen, Priorisierungen im Haushalt oder indirekte Entlastungen setzt, statt zusätzliche Unternehmenssteuern einzuführen.

Bedeutung für Verbraucher und Haushaltspolitik

Für Verbraucher steht im Zentrum die Frage, wie stark der Staat steigende Energie- und Lebenshaltungskosten abfedert. Eine Übergewinnsteuer könnte, sofern sie rechtssicher ausgestaltet wäre, zusätzliche Einnahmen generieren, die gezielt für Entlastungsprogramme verwendet werden. Kritiker weisen jedoch darauf hin, dass die Abgrenzung von "Übergewinnen" rechtlich und praktisch schwierig ist und Unternehmen ihre Preisgestaltung anpassen könnten. Die aktuelle Auseinandersetzung zeigt, wie eng Steuerpolitik, soziale Gerechtigkeit und Haushaltskonsolidierung in Zeiten multipler Krisen miteinander verknüpft sind.

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