LKA sieht Anschlagsversuch auf Rohde & Schwarz in MĂŒnchen
Veröffentlicht am: 03.09.2026 um 09:06 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSIn MĂŒnchen sind offenbar BrandsĂ€tze auf eine Baustelle vor der Zentrale des Technologiekonzerns Rohde & Schwarz geworfen worden. Das Bayerische Landeskriminalamt geht von einem möglichen Anschlagsversuch aus und ermittelt wegen eines politischen Hintergrunds.
Zeuge alarmiert die Polizei
Nach Angaben der Polizei hatte ein Zeuge beobachtet, wie aus einem Auto heraus BrandsĂ€tze geworfen wurden und den Vorfall gemeldet. Einer der BrandsĂ€tze zĂŒndete im Bereich von Baucontainern, wurde aber von einer Polizeistreife gelöscht.
Zwei VerdÀchtige festgenommen
Ein weiterer Brandsatz, der nicht gezĂŒndet hatte, wurde von SpezialkrĂ€ften unschĂ€dlich gemacht. Verletzte gab es nicht, der Sachschaden blieb gering.
Nach Angaben des Bayerischen Rundfunks wurden eine 28-jÀhrige Frau und ein 38-jÀhriger Mann, beide bulgarische Staatsangehörige, an einer nahegelegenen Tankstelle festgenommen. Die Ermittlungen zur Verbindung der beiden mit dem Vorfall und zu einem möglichen Motiv dauern an.
Der Fall passt in eine Reihe von Angriffen und SabotageverdachtsfÀllen gegen Unternehmen mit sicherheitsrelevanter Technik. Entscheidend ist dabei weniger der materielle Schaden als der politische oder ideologische Hintergrund, weil er die Ermittlungen in den Bereich möglicher Extremismus- oder Protestmotivation verschiebt.
Rohde & Schwarz ist ein MĂŒnchner Technologiekonzern mit GeschĂ€ften auch im RĂŒstungsbereich. FĂŒr die Bewertung des Vorfalls ist deshalb bedeutsam, dass nicht nur ein gewöhnliches BaugelĂ€nde betroffen war, sondern ein Standort mit sicherheits- und verteidigungsnaher Relevanz. Solche Ziele stehen erfahrungsgemÀà stĂ€rker im Fokus von Ermittlern, weil schon geringe SchĂ€den eine symbolische Wirkung entfalten können.
Bedeutung fĂŒr die Ermittlungen
Die Festnahme von zwei VerdĂ€chtigen direkt nach dem Vorfall deutet auf eine schnelle Reaktion der Polizei hin. Zugleich bleibt fĂŒr die Einordnung wichtig, dass die weitere juristische Bewertung von Tatbeitrag, Motivation und möglicher HintergrĂŒnde abhĂ€ngt. Erst daraus ergibt sich, ob der Fall als gezielter Anschlagsversuch, als politisch motivierte Tat oder in anderer Form aufgearbeitet wird.
Einordnung im gröĂeren Kontext
FĂŒr Unternehmen mit sicherheitskritischer Produktion zeigt der Vorfall, wie verletzlich selbst abgeschirmte Standorte im urbanen Raum bleiben. Auch wenn der Sachschaden gering ist und niemand verletzt wurde, wirkt ein solcher Angriff ĂŒber den einzelnen Tatort hinaus: Er erhöht den Druck auf Schutzkonzepte, Bewachung und bauliche Sicherung sensibler Bereiche.
