MĂ€rtens, Weltmeister

MÀrtens ist Weltmeister: Erstes WM-Gold macht «sehr stolz»

27.07.2025 - 15:02:31

Lukas MĂ€rtens sorgt fĂŒr einen glĂ€nzenden deutschen Start in die Beckenwettbewerbe bei der Schwimm-WM. Dabei geht er so sehr an seine Grenzen, dass er sich ĂŒbergeben muss.

  • Lukas MĂ€rtens freut sich ĂŒber eine Premiere. - Foto: Vincent Thian/AP/dpa

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  • Lukas MĂ€rtens setzte sich in einem hoch spannenden Rennen durch. - Foto: Lee Jin-man/AP/dpa

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Lukas MĂ€rtens freut sich ĂŒber eine Premiere. - Foto: Vincent Thian/AP/dpaLukas MĂ€rtens setzte sich in einem hoch spannenden Rennen durch. - Foto: Lee Jin-man/AP/dpa

Lukas MĂ€rtens grĂŒĂŸte triumphierend ins Publikum und ließ sich mit Deutschland-Fahne ĂŒber den nassen Schultern feiern. Dann verließen den Schwimm-Olympiasieger nach seinem ersten WM-Titel die KrĂ€fte. MĂ€rtens eilte in die Katakomben der World Aquatics Championships Arena von Singapur und ĂŒbergab sich.

«Ich konnte mich einfach nicht bewegen. Ich hatte Kopfschmerzen, mir ging es schlecht. Aber ich glaube, das ist normal», erklÀrte der 23-JÀhrige und lÀchelte. «Wenn man so an seine Grenzen geht und das so ausreizt, kommt da auch mal was raus.»

MÀrtens: «Das war dieser eine Titel, der noch gefehlt hat»

Bei der Siegerehrung 40 Minuten nach seinem Rennen hatte MÀrtens wieder genug Power. Mit der rechten Hand auf dem Herz sang er die deutsche Nationalhymne mit. Immer wieder musste er lÀcheln. MÀrtens bescherte dem deutschen Team gleich im ersten Finale der Beckenrennen das erste Gold.

«Ich bin sehr stolz», erklÀrte er mit der glÀnzenden Goldmedaille um den Hals. «Das war dieser eine Titel, der noch gefehlt hat, wo immer alle von gesprochen haben. Ich habe ihn jetzt.»

In einem packenden Rennen ĂŒber 400 Meter Freistil setzte er sich vor dem zweitplatzierten Samuel Short durch. Mit einem starken Schlussspurt zog MĂ€rtens auf der letzten Bahn noch am Australier vorbei. MĂ€rtens schlug nach 3:42,35 Minuten an. Damit war er die Winzigkeit von zwei Hundertstelsekunden schneller als Short. Bronze sicherte sich der SĂŒdkoreaner Kim Woomin.

Besondere Einladung an Konkurrent Short

«Das war nicht selbstverstÀndlich, dass man das Ding durchbringt. Man hat gesehen, Sam Short ist auch in super Verfassung», sagte MÀrtens. Noch im Becken sprach er eine besondere Einladung an den Konkurrenten aus. «Ich habe ihm gesagt, dass er mal nach Magdeburg kommen soll. Ich glaube, da hat er die besten Kraulschwimmer der Welt», sagte MÀrtens mit Blick auf seine Trainingsgruppe, in der unter anderem auch Vierfach-Freiwasserweltmeister Florian Wellbrock schwimmt.

Bei der WM 2022 hatte MÀrtens Silber, 2023 und 2024 jeweils Bronze geholt. Nun erreichte er auf den Tag genau ein Jahr nach seinem Olympiasieg in der La Défense Arena mit der Goldmedaille seinen nÀchsten Karriere-Meilenstein.

LĂ€ngere Pause bringt MĂ€rtens nicht aus dem Konzept

Wie gut MĂ€rtens auch in diesem Jahr drauf ist, zeigte er im April bereits eindrucksvoll. In 3:39,96 Minuten unterbot er den 16 Jahre alten Weltrekord von Paul Biedermann ĂŒber 400 Meter Freistil - und das ohne spezielle Vorbereitung.

Seine lĂ€ngere Pause nach den Sommerspielen mit zahlreichen Terminen und zwei Nasenoperationen brachten ihn nicht aus dem Konzept, auch, wenn der Wiedereinstieg nicht leicht war. «Das hat auch ein bisschen was mit der Motivation zu tun», sagt er. MĂ€rtens habe sich neue Ziele setzen mĂŒssen, «weil wenn man mit 22 Olympiasieger ist, hat man eigentlich schon fast alles erreicht auf dem Papier».

MĂ€rtens auch ĂŒber 800 Meter Goldkandidat

Eines dieser neuen Ziele war der WM-Titel. «Jetzt kann ich noch befreiter rangehen, als ich davor schon konnte», sagte MĂ€rtens nun. Auch ĂŒber 800 Meter Freistil zĂ€hlt er zu den Topfavoriten. Nur Nationalteamkollege Sven Schwarz war in diesem Jahr auf dieser Strecke bislang schneller als MĂ€rtens.

Bevor es fĂŒr ihn weitergeht, freut sich MĂ€rtens aber nun auf einen Ruhetag. «Ich darf ein bisschen feiern, aber nicht zu viel», sagte er und lĂ€chelte.

An diesem Montag hat das deutsche Team ebenfalls Medaillenchancen. Angelina Köhler qualifizierte sich als Titelverteidigerin fĂŒr das Finale ĂŒber 100 Meter Schmetterling. Über 100 Meter Brust will Lucas Matzerath um Edelmetall schwimmen.

@ dpa.de