Frankfurt Flughafen-Malaria, Malaria Gesundheitsamt

Malaria Frankfurt Flughafen: Gesundheitsamt ruft zu MĂŒckenschutz und Aufmerksamkeit auf

Veröffentlicht am: 17.09.2026 um 07:22 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

In Frankfurt sind erneut Anwohner in FlughafennĂ€he an Malaria erkrankt, das Gesundheitsamt empfiehlt verstĂ€rkten MĂŒckenschutz. Die Stadt betont zugleich, dass das Risiko fĂŒr die Bevölkerung insgesamt als sehr gering gilt.

  • Erneut erkrankten Menschen in Umgebung des Frankfurter Flughafens an Malaria. (Symbolbild) - Bild: Boris Roessler/dpa
    Erneut erkrankten Menschen in Umgebung des Frankfurter Flughafens an Malaria. (Symbolbild) - Bild: Boris Roessler/dpa
  • Bereits Ende August waren insgesamt sechs FĂ€lle von Malariainfektionen bei Mitarbeitern des Flughafens bekanntgeworden. (Symbolbild) - Bild: Andreas Arnold/dpa
    Bereits Ende August waren insgesamt sechs FĂ€lle von Malariainfektionen bei Mitarbeitern des Flughafens bekanntgeworden. (Symbolbild) - Bild: Andreas Arnold/dpa
  • Malaria wird durch bestimmte MĂŒcken ĂŒbertragen. (Symbolbild) - Bild: James Gathany/AP/dpa
    Malaria wird durch bestimmte MĂŒcken ĂŒbertragen. (Symbolbild) - Bild: James Gathany/AP/dpa
Erneut erkrankten Menschen in Umgebung des Frankfurter Flughafens an Malaria. (Symbolbild) - Bild: Boris Roessler/dpa Bereits Ende August waren insgesamt sechs FĂ€lle von Malariainfektionen bei Mitarbeitern des Flughafens bekanntgeworden. (Symbolbild) - Bild: Andreas Arnold/dpa Malaria wird durch bestimmte MĂŒcken ĂŒbertragen. (Symbolbild) - Bild: James Gathany/AP/dpa

Nach zwei weiteren Malaria-FĂ€llen im Umfeld des Frankfurter Flughafens ruft das Gesundheitsamt der Stadt BĂŒrgerinnen und BĂŒrger zum Schutz vor MĂŒckenstichen auf.

Gesundheitsamt empfiehlt MĂŒckenschutz im Alltag

Das Amt rĂ€t nach eigenen Angaben dazu, MĂŒckenschutzmittel zu nutzen und möglichst bedeckende Kleidung zu tragen. Empfohlen werden sogenannte Repellentien, also Substanzen, deren Duftstoffe MĂŒcken fernhalten und die etwa als Sprays erhĂ€ltlich sind. ErgĂ€nzend könne der Aufenthalt in WohnrĂ€umen durch Fliegengitter und andere bauliche Maßnahmen gegen MĂŒcken so gestaltet werden, dass das Risiko eines Stichs weiter sinkt.

Behörde sieht nur sehr geringes Risiko fĂŒr Bevölkerung

FĂŒr die breite Bevölkerung in Frankfurt schĂ€tzt das Gesundheitsamt die Gefahr einer Malaria-Infektion weiterhin als sehr gering ein. Die klimatischen Bedingungen hierzulande gelten fĂŒr den Zyklus von MĂŒcke und Erreger als ungĂŒnstig, was eine Ausbreitung der Krankheit erschwert. Dennoch nimmt die Behörde die aktuellen FĂ€lle zum Anlass, Schutzmaßnahmen zu betonen und die Aufmerksamkeit zu erhöhen.

Zwei neue FĂ€lle im Stadtteil Schwanheim

Am Dienstag hatte das Gesundheitsamt bekanntgegeben, dass zwei Anwohner des Flughafens aus dem nahe gelegenen Stadtteil Schwanheim an Malaria erkrankt sind. Es geht davon aus, dass sie durch eine MĂŒcke infiziert wurden, die in einem Flugzeug nach Frankfurt gelangte. Beide Erkrankten werden stationĂ€r behandelt, weitere Angaben zu Person und Gesundheitszustand wurden nicht gemacht.

Sechs frĂŒhere FĂ€lle bei Airport-BeschĂ€ftigten

Bereits im Sommer waren sechs BeschĂ€ftigte des Flughafens an der sogenannten Flughafen-Malaria erkrankt, zwei von ihnen starben. Ob zwischen diesen FĂ€llen und den nun gemeldeten Erkrankungen in Schwanheim ein Zusammenhang besteht, wird laut Gesundheitsamt derzeit geprĂŒft. Die nĂ€heren UmstĂ€nde der neuen Infektionen werden untersucht.

Flughafen-Malaria bleibt extrem selten

FĂ€lle von Flughafen-Malaria, also Malaria-Infektionen im Umfeld eines Flughafens, werden nach Angaben des Robert Koch-Instituts in Deutschland sehr selten registriert. Eine im Fachjournal "Eurosurveillance" veröffentlichte Studie zur Situation in Europa zeigt, dass 2022 mehr als 99 Prozent der 6.131 erfassten MalariafĂ€lle aus Endemiegebieten importiert waren. Nur ein kleiner Teil der FĂ€lle war auf Ansteckungen innerhalb Europas zurĂŒckzufĂŒhren.

Mehrheit der FÀlle mit FlughafennÀhe

Zwischen 1969 und Anfang 2024 wurden in Datenbanken 145 Malaria-FÀlle erfasst, bei denen sich die Betroffenen in Europa angesteckt hatten. Mindestens 105 davon, möglicherweise bis zu 113, wurden als Flughafen-Malaria eingestuft. Am stÀrksten betroffen waren Frankreich mit 52 FÀllen, Belgien mit 19 FÀllen und Deutschland mit 9 FÀllen.

Frankfurt als Schwerpunkt in Deutschland

Von den deutschen FĂ€llen betrafen acht Frankfurt und einer MĂŒnchen. Viele der Betroffenen wohnten oder arbeiteten in unmittelbarer NĂ€he eines internationalen Flughafens. ZusĂ€tzlich wurden 32 FĂ€lle sogenannter GepĂ€ck-Malaria dokumentiert, bei denen eine infizierte MĂŒcke im GepĂ€ck transportiert wurde und sich die Betroffenen weit entfernt von einem Flughafen ansteckten. Drei dieser GepĂ€ck-Malaria-FĂ€lle entfielen auf Deutschland, bei weiteren acht Erkrankungen war die Zuordnung unklar.

HĂ€ufungen in den Sommermonaten

Die meisten FĂ€lle von Flughafen-Malaria traten den Untersuchungen zufolge in den Sommermonaten auf: 83 der mindestens 105 FĂ€lle wurden in dieser Zeit registriert. Die Fachleute betonen, dass Umweltbedingungen eine SchlĂŒsselrolle spielen, weil die infizierte MĂŒcke am Zielflughafen ĂŒberleben können muss. In Deutschland waren nach Angaben des Robert Koch-Instituts im Jahr 2024 insgesamt 934 Malaria-FĂ€lle gemeldet, darunter vier TodesfĂ€lle.

Monitoring und Warnhinweise in Frankfurt

Die beiden neu Erkrankten aus Schwanheim werden den Angaben zufolge stationĂ€r behandelt. Das Gesundheitsamt untersucht die UmstĂ€nde der Infektionen und prĂŒft insbesondere, ob ein Zusammenhang mit den sechs Malaria-FĂ€llen bei Flughafenmitarbeitern im Sommer besteht. Zugleich ruft die Behörde BĂŒrgerinnen und BĂŒrger sowie Ärztinnen und Ärzte dazu auf, bei entsprechenden Symptomen auch an Flughafen-Malaria zu denken.

Lebensbedrohliche Erkrankung durch MĂŒckenstiche

Malaria gilt als lebensbedrohliche Erkrankung, die durch bestimmte MĂŒcken ĂŒbertragen wird. Besonders fĂŒr Risikogruppen kann sie zu schweren VerlĂ€ufen bis hin zu Koma und Tod fĂŒhren. Nach Angaben des AuswĂ€rtigen Amtes lassen sich Erkrankungen durch den konsequenten Schutz vor MĂŒckenstichen sowie gegebenenfalls durch die Einnahme vorbeugender Medikamente verhindern.

Seltene Infektionen, hohe Aufmerksamkeit

Die neuen Malaria-FĂ€lle im Umfeld des Frankfurter Flughafens zeigen, wie sensibel internationale Drehkreuze fĂŒr eingeschleppte Krankheitserreger sind. Flughafen-Malaria bleibt nach den vorliegenden Zahlen eine Ausnahme: Nur ein sehr kleiner Teil der in Europa registrierten MalariafĂ€lle entsteht ĂŒberhaupt vor Ort, die allermeisten Erkrankungen werden aus klassischen Risikogebieten mitgebracht. Dennoch fĂŒhren die rĂ€umliche NĂ€he zum Airport und die zwei TodesfĂ€lle im Sommer dazu, dass die Sorge in der Region spĂŒrbar wĂ€chst.

Frankfurt als Schwerpunkt der Flughafen-Malaria in Deutschland

Frankfurt nimmt innerhalb Deutschlands eine besondere Rolle ein. Von den dokumentierten FĂ€llen der sogenannten Flughafen-Malaria entfallen den Daten zufolge ein Großteil auf den grĂ¶ĂŸten deutschen Airport und dessen Umfeld. Dass nun erneut zwei Anwohner im Stadtteil Schwanheim erkrankt sind, fĂŒgt sich in dieses Bild und unterstreicht, dass hier besondere Vorsicht geboten ist. Auch wenn die klimatischen Bedingungen in Deutschland den Übertragungszyklus von MĂŒcke und Erreger erschweren, können einzelne infizierte MĂŒcken, die im Flugzeug ankommen, unter gĂŒnstigen UmstĂ€nden doch Menschen stechen.

Konsequenzen fĂŒr Bevölkerung, Medizin und Flughafensicherheit

FĂŒr die Bevölkerung bedeutet die aktuelle Lage vor allem erhöhte Aufmerksamkeit, nicht Panik. Das Gesundheitsamt betont, dass das Risiko fĂŒr die Stadt insgesamt sehr gering ist, empfiehlt aber konsequenten MĂŒckenschutz und ein wachsames Auge bei Fieber und grippeĂ€hnlichen Symptomen, insbesondere bei Menschen mit Bezug zum Flughafen. FĂŒr Ärztinnen und Ärzte ist der Hinweis wichtig, Malaria auch ohne Reiseanamnese in Betracht zu ziehen. FĂŒr den Flughafen wiederum stellt sich die Frage, ob technische und organisatorische Maßnahmen – etwa intensivere Insektenkontrollen an Flugzeugen oder optimierte AblĂ€ufe am Boden – weiter ausgebaut werden mĂŒssen, um einzelne infizierte MĂŒcken noch besser abzufangen.

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