Schweitzer, MinisterprÀsident

Schweitzer neuer MinisterprÀsident in Rheinland-Pfalz

10.07.2024 - 16:02:43

Malu Dreyer zieht sich sichtlich gerĂŒhrt aus der Politik zurĂŒck. Der neue rheinland-pfĂ€lzische Regierungschef Schweitzer bekommt auf Anhieb mehr Stimmen als die Ampel in dem Land Abgeordnete hat.

  • Die scheidende MinisterprĂ€sidentin Malu Dreyer und ihr Nachfolger Alexander Schweitzer (beide SPD) umarmen sich zu Beginn der Sondersitzung des Landtags von Rheinland-Pfalz. - Foto: Arne Dedert/dpa

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  • Die neue rheinland-pfĂ€lzische Sozialministerin Dörte Schall (SPD). - Foto: Arne Dedert/dpa

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  • Malu Dreyer winkt, Alexander Schweitzer ist der neue MinisterprĂ€sident von Rheinland-Pfalz. - Foto: Boris Roessler/dpa

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  • Der neue MinisterprĂ€sident Alexander Schweitzer (SPD) winkt nach seiner Wahl.  - Foto: Arne Dedert/dpa/POOL/dpa

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Die scheidende MinisterprÀsidentin Malu Dreyer und ihr Nachfolger Alexander Schweitzer (beide SPD) umarmen sich zu Beginn der Sondersitzung des Landtags von Rheinland-Pfalz. - Foto: Arne Dedert/dpaDie neue rheinland-pfÀlzische Sozialministerin Dörte Schall (SPD). - Foto: Arne Dedert/dpaMalu Dreyer winkt, Alexander Schweitzer ist der neue MinisterprÀsident von Rheinland-Pfalz. - Foto: Boris Roessler/dpaDer neue MinisterprÀsident Alexander Schweitzer (SPD) winkt nach seiner Wahl.  - Foto: Arne Dedert/dpa/POOL/dpa

Mit der Wahl von Alexander Schweitzer zum MinisterprĂ€sidenten beginnt in Rheinland-Pfalz eine neue Ära. Der SPD-Politiker aus der Pfalz folgt auf Malu Dreyer, die sich nach 22 Jahren als Regierungsmitglied aus der Politik zurĂŒckzieht. Die 63-JĂ€hrige war zunĂ€chst elf Jahre Sozialministerin und dann genauso lange MinisterprĂ€sidentin. Mit ihrem einnehmenden Lachen, ihrer Empathie und Zuversicht war die Juristin bundesweit ĂŒber Parteigrenzen hinweg beliebt. Verabschiedet wurde sie nach einer emotionalen Abschiedsrede mit langanhaltendem Applaus und zahlreichen BlumenstrĂ€ußen. 

Der 50 Jahre alte Jurist und Sozialpolitiker Schweitzer dankte seiner VorgĂ€ngerin fĂŒr die langjĂ€hrige enge Zusammenarbeit. Sie habe sich den Stil ihrer Kommunikation und den Umgang mit Menschen immer auch im Politischen bewahrt. «Es gab nie die Draußen- und die Drinnen-Malu Dreyer, es gab immer nur eine Malu Dreyer, es war auch oftmals eine fordernde Malu Dreyer», sagte Schweitzer. Als MinisterprĂ€sident habe sie das Bundesland geprĂ€gt und nach vorn getragen.

Großer Vertrauensvorschuss fĂŒr Schweitzer

Die 100 im Landtag anwesenden Abgeordneten wĂ€hlten Schweitzer im ersten Wahlgang mit großer Mehrheit. Er bekam in geheimer Abstimmung 57 Stimmen. Das RegierungsbĂŒndnis aus SPD, FDP und GrĂŒnen kommt auf 54 Stimmen, rein rechnerisch erhielt Schweitzer also auch drei Stimmen von Oppositionsabgeordneten - also aus den Reihen von CDU, AfD oder Freien WĂ€hlern. Vier Abgeordnete enthielten sich bei der Wahl.

Die 63 Jahre alte Dreyer hatte im Juni, kurz nach der Europa- und den Kommunalwahlen, ihren RĂŒcktritt angekĂŒndigt, obwohl sie noch viel habe gestalten wollen. Aber die Kraft gehe ihr aus, hatte Dreyer gesagt, die seit vielen Jahren an Multiple Sklerose erkrankt ist. «Meine Akkus laden sich nicht mehr so schnell auf.» 

Viele Emotionen beim letzten Dreyer-Auftritt

Bei ihrem letzten Auftritt im Parlament waren der langjÀhrigen Regierungschefin die Anspannung und die Emotionen deutlich anzumerken. Zu Beginn ihrer Rede verhaspelte sich die sonst glÀnzende Rednerin, von dem sonst so hÀufig gezeigte strahlende LÀcheln und Lachen war nichts zu sehen. «Ich bedanke mich wirklich herzlich, dass ich noch mal die Möglichkeit habe, hier von diesem Rednerpult aus zu reden», sagte sie mit wegbrechender Stimme. «Sie merken, irgendwie ist es gerade ein schwerer Tag. Es ist mir heute Morgen schon so gegangen. Als ich in die Staatskanzlei gegangen bin, habe ich gemerkt, es ist tatsÀchlich der letzte Tag.» 

Die 63-JĂ€hrige zieht sich nach elf Jahren als Regierungschefin aus der Politik zurĂŒck. Der Zeitpunkt ihres selbstbestimmten Wechsels gilt als optimal. Die nĂ€chste Landtagswahl ist 2026, und Schweitzer hat damit genug Zeit, sich im Amt bekannt zu machen. 

Ein neues Gesicht im Kabinett

Seit der Landtagswahl 2021 war Schweitzer Minister fĂŒr Arbeit, Soziales, Transformation und Digitalisierung in Dreyers zweiter Ampelregierung. Seine Nachfolgerin in diesem Amt ist die nordrhein-westfĂ€lische SPD-Politikerin Dörte Schall. 

An dem Kabinett Ă€ndert sich sonst nichts, die anderen fĂŒnf Ministerinnen und drei Minister bleiben im Amt. Schweitzer hatte gleich in seinem ersten Statement angekĂŒndigt, auch nach der nĂ€chsten Landtagswahl am liebsten mit GrĂŒnen und FDP weiter regieren zu wollen. 

Ob es Schweitzer gelingt, auf Ă€hnlich viel Sympathie bei den Rheinland-PfĂ€lzern zu stoßen wie seine beliebte VorgĂ€ngerin bleibt abzuwarten. Er hat bereits einen «intensiven Sommer» angekĂŒndigt. «Ich will dahin, wo die Menschen sind und sich Meinungen bilden. Das sind auch Tiktok und die Theken.» Und er wird anders als Dreyer nicht mit der Ahr-Flutkatastrophe mit insgesamt 136 Toten in Verbindung gebracht, die sich an diesem Wochenende zum dritten Mal jĂ€hrt.

@ dpa.de