Deutschland, Gesundheit

Digitaler Wegweiser zu schnelleren Arztterminen?

03.10.2025 - 06:00:09

Manchmal dauert es Wochen, bis Versicherte in eine Sprechstunde gehen können, vor allem bei FachĂ€rzten. Und viele Praxen sind ĂŒberlastet. Kann eine Art digitale Pforte helfen, dass es gezielter geht?

  • Warten gehört fĂŒr viele Kassenpatienten bei Praxen dazu. (Archivbild) - Foto: Sina Schuldt/dpa

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  • GKV-Chef Oliver Blatt wirbt fĂŒr eine effizientere und schnellere Terminvergabe. (Archivbild) - Foto: Britta Pedersen/dpa

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  • Termine bei FachĂ€rzten bekommen viele Kassenpatienten erst nach Wochen. (Archivbild)  - Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

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Warten gehört fĂŒr viele Kassenpatienten bei Praxen dazu. (Archivbild) - Foto: Sina Schuldt/dpaGKV-Chef Oliver Blatt wirbt fĂŒr eine effizientere und schnellere Terminvergabe. (Archivbild) - Foto: Britta Pedersen/dpaTermine bei FachĂ€rzten bekommen viele Kassenpatienten erst nach Wochen. (Archivbild)  - Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Warten am Telefon, Warten auf einen Termin und dann oft auch noch einmal im Wartezimmer: An Ă€rztliche Behandlungen zu kommen, ist fĂŒr viele Patientinnen und Patienten teils eine ziemliche Geduldsprobe – und fĂŒr das ganze System nicht gerade effizient. Die gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) machen sich fĂŒr ein neues Modell fĂŒr Terminvergaben stark, das generell mit einer digitalen ersten EinschĂ€tzung noch vor dem Weg in die Praxis beginnt.

Der Vorstandschef des GKV-Spitzenverbands, Oliver Blatt, sagte der Deutschen Presse-Agentur: «Wir sollten Patientinnen und Patienten besser unterstĂŒtzen, an die richtige Praxis zu gelangen.» Dabei mĂŒsse gelten: Bei dringendem Bedarf bekommt man auch einen Termin. «Heute spielt es eine große Rolle, ob man privat oder gesetzlich versichert ist. Davon mĂŒssen wir weg.» Deutschland sei in Europa Spitzenreiter bei den Arzt-Patienten-Kontakten. «Aus Spaß geht aber wohl niemand gern zum Arzt. In vielen FĂ€llen brĂ€uchte es mehr Koordination.»

Vor-EinschÀtzung mit App von der Kasse

Die Terminvergabe könne damit effizienter und schneller werden, machte Blatt deutlich. Es sollte kĂŒnftig eine einheitliche digitale Anlaufstelle geben, durch die Patienten noch vor dem Weg in die Praxis eine ErsteinschĂ€tzung erhalten. «Das kann zum Beispiel ĂŒber eine Krankenkassen-App laufen», sagte Blatt. In diese gebe man Informationen zu seinen Beschwerden ein. «Mit strukturierten Fragen ist es dann möglich, festzustellen, ob es notwendig ist, zum Hausarzt zu gehen – oder ob der Gang in die Apotheke vielleicht schon helfen wĂŒrde.»

Über die App könnte direkt ein Termin beim Hausarzt gebucht werden, sagte der GKV-Chef. «Und die Hausarztpraxis wĂŒrde bei Bedarf an FachĂ€rztinnen und FachĂ€rzte weitervermitteln – am besten auch elektronisch und indem direkt freie Termine erkennbar sind.» Heute bekomme man oft eine Überweisung und warte unter UmstĂ€nden mehrere Monate, ehe man zum Facharzt gehen kann.

Neutrale Plattform mit freien Terminen

«DafĂŒr mĂŒssten Termine von Ärztinnen und Ärzten in der ambulanten Versorgung auf einer neutralen Plattform anteilig verfĂŒgbar sein», sagte Blatt. «Und dann richtet sich die Vergabe nach dem Bedarf, nicht, ob jemand privat oder gesetzlich versichert ist.» Der Verbandschef forderte: «Wir mĂŒssen endlich mit Reformen anfangen. Es ist zu lange nichts passiert.» 

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) plant mehr Steuerung. Laut Koalitionsvertrag wollen Union und SPD ein verbindliches «PrimĂ€rarztsystem» einfĂŒhren, bei dem Patienten primĂ€r in eine Hausarztpraxis gehen, die sie bei Bedarf – mit einem Termin in einem bestimmten Zeitraum – an FachĂ€rztinnen und FachĂ€rzte ĂŒberweist. Klappt das nicht in einer Praxis, soll man auch zu FachĂ€rzten in Kliniken gehen können. Das soll eine «Termingarantie» darstellen.

Vorgesehen ist im Koalitionsvertrag auch, eine «flĂ€chendeckende Möglichkeit einer strukturierten ErsteinschĂ€tzung ĂŒber digitale Wege in Verbindung mit Telemedizin» zu schaffen. Die genaue Ausgestaltung ist aber noch offen.

Auch nicht digitale Wege

Blatt sagte: «Wenn wir von Steuerung sprechen, kommen schnell Bedenken, es könnte um Bevormundung gehen. Mehr Effizienz fĂŒhrt aber am Ende auch dazu, dass diejenigen, die medizinische UnterstĂŒtzung brauchen, schneller an Sprechstundentermine kommen.» Bei der digitalen Vor-EinschĂ€tzung wĂŒrden einige sicherlich feststellen: «Mensch, das ging jetzt auch ohne Arztbesuch.» 

Der GKV-Chef sagte, selbstverstĂ€ndlich mĂŒsse es weiter Wege fĂŒr Menschen geben, die nicht digital affin sind, etwa per Telefon. «Aber teilweise wird die Anzahl der Menschen auch ĂŒberschĂ€tzt, die angeblich nicht digital unterwegs sind.» Ärzte sollten zudem auch noch mehr in Kooperationen arbeiten, also in Versorgungszentren, oder indem sich Praxen vernetzen. «Das gilt gerade, wenn es nur wenige Ärztinnen und Ärzte gibt, wie in vielen lĂ€ndlichen Regionen.»

@ dpa.de

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