Bedford-Strohm, Demokratie

Bedford-Strohm: Demokratie braucht unabhÀngige Kirchen

12.02.2025 - 19:40:36

Markus Söder fordert von den Kirchen, sich mit politischen Ansichten zurĂŒckzuhalten. Nun Ă€ußert sich dazu ein prominenter Kirchenmann - mit deutlichen Worten.

  • Markus Söder bei einem kirchlichen Anlass - nĂ€mlich bei der AmtseinfĂŒhrung des Bamberger Erzbischofs Gössl. (Archivbild) - Foto: Daniel Vogl/dpa

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  • Einer der wenigen Kirchenleute, der sich Ă€ußert: Heinrich Bedford-Strohm. - Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

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  • Bayern ohne KirchtĂŒrme? Nicht vorstellbar. (Symbolbild) - Foto: Pia Bayer/dpa

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  • Die Kirchen in Bayern verlieren Jahr fĂŒr Jahr Mitglieder. (Symbolbild) - Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

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Markus Söder bei einem kirchlichen Anlass - nĂ€mlich bei der AmtseinfĂŒhrung des Bamberger Erzbischofs Gössl. (Archivbild) - Foto: Daniel Vogl/dpaEiner der wenigen Kirchenleute, der sich Ă€ußert: Heinrich Bedford-Strohm. - Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpaBayern ohne KirchtĂŒrme? Nicht vorstellbar. (Symbolbild) - Foto: Pia Bayer/dpaDie Kirchen in Bayern verlieren Jahr fĂŒr Jahr Mitglieder. (Symbolbild) - Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Der Vorsitzende des Weltkirchenrates, Heinrich Bedford-Strohm, betont nach den umstrittenen Forderungen von Markus Söder die UnabhĂ€ngigkeit der Kirchen - und findet deutliche Worte. «Kirchen haben nicht die Aufgabe, den politisch Verantwortlichen nach dem Munde zu reden. Sie wĂŒrden damit die Sache, fĂŒr die sie stehen, im Kern verraten», sagte er bei einem GesprĂ€chsabend zum Thema «Flucht, Asyl und Migration» in Stendal in Sachsen-Anhalt. 

«Die Rechte der Kirchen gar von ihrem Wohlverhalten gegenĂŒber denen abhĂ€ngig machen zu wollen, die die politische Macht haben, wĂ€re geradezu absurd. Aus meiner Arbeit im Weltkirchenrat kenne ich solche Haltungen aus autokratisch regierten LĂ€ndern. In Demokratien haben sie keinen Platz», sagte der frĂŒhere bayerische Landesbischof und langjĂ€hrige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). 

«Gesellschaft braucht Kirchen, die sich öffentlich zu Wort melden»

Bayerns MinisterprĂ€sident Söder (CSU) hatte den Kirchen nach Kritik am Kurs der Union in der Migrationspolitik mehr politische ZurĂŒckhaltung nahegelegt und in dem Zusammenhang unverhohlen darauf verwiesen, dass der Freistaat ja die GehĂ€lter der Kirchen zahle - und dass die Union die einzige Partei sei, die noch an der Seite der Kirchen stehe.

«Wenn es in diesen Tagen Töne aus den Reihen der Politik gibt, die den Kirchen das Recht auf kritische Stellungnahmen zu Grundorientierungsfragen in den gegenwÀrtigen Debatten absprechen wollen, dann liegt da ein grundsÀtzliches MissverstÀndnis vor», betonte Bedford-Strohm. 

«Eine demokratische Gesellschaft braucht Kirchen, die sich öffentlich zu Wort melden, die sich besonders fĂŒr die Schwachen und Verletzlichen einsetzen und die sich genau durch das Aussprechen von Wahrheiten, auch unbequemen Wahrheiten, am gesellschaftlichen Diskurs beteiligen und so zum gesellschaftlichen Zusammenhalt beitragen.»

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