Mecklenburg-Vorpommern: SPD macht Weg für Koalitionsverhandlungen mit Grünen und Linken frei
Veröffentlicht am: 09.10.2026 um 19:57 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Die SPD in Mecklenburg-Vorpommern hat den Weg für Koalitionsverhandlungen mit Grünen und Linken freigemacht.
Schwesig kündigt möglichen Verhandlungsstart an
Landesvorstand, Landesparteirat und Landtagsfraktion stimmten dem Vorhaben zu, wie Ministerpräsidentin Manuela Schwesig in Güstrow sagte. Wenn auch Grüne und Linke zustimmten, könnten die Gespräche am Montag um 11.00 Uhr beginnen.
Über die Besetzung der Ministerposten solle erst am Ende gesprochen werden, sagte Schwesig. Zunächst gehe es ausschließlich um Inhalte. Die Sondierungen der vergangenen Wochen bewertete sie als sehr gut.
Entscheidungen bei Linken und Grünen stehen noch aus
Nach dem Abschluss der Sondierungsgespräche am Freitag empfahlen die Verhandlungsführer von SPD, Linken und Grünen ihren jeweiligen Parteigremien die Aufnahme von Koalitionsverhandlungen. Der Landesvorstand der Linken wollte noch am Abend entscheiden.
Die Grünen wollen bei einem Kleinen Parteitag am Samstag in Rostock über die Verhandlungen abstimmen. Stimmen beide Parteien zu, steuert Mecklenburg-Vorpommern auf die erste rot-rot-grüne Landesregierung in der Geschichte des Bundeslandes zu.
Konstituierende Sitzung am 20. Oktober
Der neue Landtag tritt am 20. Oktober zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen. Die geplante Regierungsbildung steht damit unter engem zeitlichem Druck.
Neue Mehrheitsverhältnisse im Landtag
Die geplante Zusammenarbeit entsteht nach der Landtagswahl vom 20. September. Im neuen Parlament verfügt die SPD über 29 Sitze, Linke und Grüne jeweils über fünf Mandate. Damit hätten die drei Parteien gemeinsam eine Mehrheit und könnten einen AfD-Antrag auf das Amt des Landtagspräsidenten verhindern.
Historischer Schritt mit praktischem Prüfstein
Eine rot-rot-grüne Landesregierung wäre die erste dieser Art in Mecklenburg-Vorpommern. Die Konstellation muss jedoch zunächst die Parteigremien passieren und anschließend in Koalitionsverhandlungen mit konkreten Vorhaben gefüllt werden. Dass über Ministerposten erst am Ende gesprochen werden soll, lenkt den Auftakt auf Sachfragen.
Bedeutung für die Landespolitik
Für Bürgerinnen und Bürger wird entscheidend sein, welche gemeinsamen Projekte die drei Parteien vereinbaren – etwa bei Bildung, Infrastruktur, Verwaltung und der wirtschaftlichen Entwicklung des Flächenlandes. Die konstituierende Sitzung des Landtags am 20. Oktober setzt dabei einen festen parlamentarischen Termin. Bis dahin steht vor allem die Frage im Mittelpunkt, ob Grüne und Linke den Verhandlungen zustimmen und ob sich aus der rechnerischen Mehrheit auch ein tragfähiges Regierungsbündnis entwickelt.

