Unternehmen haben Probleme bei digitaler Transformation
12.03.2025 - 11:33:50In einer reprĂ€sentativen Umfrage des Branchenverbandes Bitkom sagten 53 Prozent der Firmen, sie hĂ€tten Probleme die Digitalisierung zu bewĂ€ltigen, fĂŒnf Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Im Jahr 2022 hatte bei einer Bitkom-Umfrage nur jedes dritte Unternehmen (32 Prozent) eingerĂ€umt, mit der Digitalisierung nicht zurechtzukommen.
Zögerliche Digitalisierung
FĂŒr die reprĂ€sentative Studie wurden im Januar und Februar 603 Unternehmen ab 20 BeschĂ€ftigten in Deutschland telefonisch befragt. Dabei zeigten sich die Befragten in Sachen Digitalisierung selbstkritisch. 82 Prozent der Unternehmen meinten, die aktuelle Krise der deutschen Wirtschaft sei auch eine Krise zögerlicher Digitalisierung. 73 Prozent gehen davon aus, dass die deutsche Wirtschaft durch zu langsame Digitalisierung habe Marktanteile verloren habe, und 78 Prozent befĂŒrchten, ohne Digitalisierung werde Deutschland wirtschaftlich absteigen.
Knapp ein Drittel der Unternehmen (29 Prozent) kĂŒndigte in der Umfrage steigende Digital-Investitionen an. Zehn Prozent wollen "deutlich mehr" in die Digitalisierung investieren, 19 Prozent "eher mehr". 42 Prozent wollen die gleiche Summe wie im Vorjahr in die Hand nehmen, 18 Prozent "eher weniger" und sieben Prozent sogar "deutlich weniger".
Digitalisierungs-Hemmnis Datenschutz
Bei der Frage nach den gröĂten HĂŒrden fĂŒr die Digitalisierung stehen die Anforderungen an den Datenschutz mit 88 Prozent an erster Stelle. Digitalisierungs-Hemmnis Nummer zwei ist der Mangel an FachkrĂ€ften (74 Prozent) gefolgt von "fehlender Zeit" (60 Prozent) und "fehlende finanzielle Mittel" (55 Prozent).
Bitkom-PrĂ€sident Ralf Wintergerst sagte, die Unternehmen hĂ€tten die Zeichen der Zeit erkannt und seien mehrheitlich breit, trotz schwieriger Konjunktur zu investieren. Jetzt sei die deutsche und europĂ€ische Politik gefordert. "Sie muss das viel zu enge Regulierungskorsett lockern und dafĂŒr sorgen, dass die nötigen Investitionen wirklich flieĂen."
EigenstÀndiges Digitalministerium
Der Digitalverband forderte mit Blick auf die schwarz-roten Koalitionsverhandlungen die Einrichtung eines eigenstĂ€ndigen Digitalministeriums, das digitalpolitische ZustĂ€ndigkeiten bĂŒndele und die Digitalpolitik effektiv vorantreibe. Eine Digitalagentur, die die IT-Projekte des Bundes umsetze, reiche nicht aus.

