Friedenstaube-Demos, OstermÀrschen

Friedenstaube-Demos: Tausende machen bei OstermÀrschen mit

21.04.2025 - 16:51:06

Mehr als drei Jahre dauert nun schon der völkerrechtswidrige Angriff Russlands auf die Ukraine, das Töten dauert an. Wann kommt der Frieden? Möglichst bald, fordern Menschen bei OstermÀrschen.

Tausende Menschen haben am Feiertagswochenende an OstermĂ€rschen teilgenommen, um ihrer Forderung nach Frieden auf der Welt Ausdruck zu verleihen. Die Veranstalter sprachen von 100 Aktionen im ganzen Bundesgebiet. Erste Kundgebungen hatte es am GrĂŒndonnerstag gegeben, am Ostermontag folgten die letzten. In Frankfurt am Main versammelten sich am Montag laut Polizei etwa 1.100 Menschen fĂŒr einen Ostermarsch, die Veranstalter sprachen von 3.500. 

In Hamburg sprach die Polizei von rund 2.600 Teilnehmern am Ostermarsch. In Dortmund waren es Polizeiangaben zufolge 600 Teilnehmer und in BĂŒchel (Rheinland-Pfalz) etwa 300. UnbestĂ€tigten Angaben zufolge sollen in dem dortigen Fliegerhorst US-Atomwaffen lagern. Menschen forderten mehr Einsatz fĂŒr Frieden in der Ukraine und in Nahost sowie ein Nein zur geplanten Stationierung von US-Mittelstreckenwaffen in Deutschland. 

Kristian Golla vom Netzwerk Friedenskooperative wertete die diesjĂ€hrigen OstermĂ€rsche als «deutliches Zeichen fĂŒr Frieden, Diplomatie und AbrĂŒstung und gegen die AufrĂŒstungsplĂ€ne der kommenden schwarz-roten Koalition». «Die kommende Bundesregierung muss viel stĂ€rker auf diplomatische Lösungen und Deeskalation setzen, um die vielen internationalen Konflikte beizulegen.»

Höhepunkt der Friedensbewegung in den 80er Jahren

Die OstermĂ€rsche werden dezentral von Gewerkschaften, linken und christlichen Gruppen sowie Friedensgruppen vor Ort organisiert. Sie sind heute deutlich kleiner als auf dem Höhepunkt der Bewegung zu Beginn der 1980er Jahre, als die Angst vor einem Atomkrieg zwischen Ost und West groß war. 

Auf die Frage, warum angesichts der weltpolitisch bedrohlichen Lage nicht mehr Menschen an den OstermĂ€rschen teilgenommen haben, sagt Golla, im Vergleich zu den Vorjahren seien es immerhin mehr Teilnehmerinnen und Teilnehmer gewesen. Er rĂ€umt aber ein, dass man das Niveau der 80er Jahre und damit der Hochzeit der Friedensbewegung lĂ€ngst nicht erreicht habe. «Die Friedensbewegung ist ein Spiegelbild der Gesellschaft, auch in unserer Mitte wird die Frage der Waffenlieferungen an die Ukraine kontrovers diskutiert – und es gibt friedensbewegte Menschen, die angesichts der russischen Aggression Waffenlieferungen an die Ukraine akzeptieren.» 

Diese Menschen hĂ€tten dann nicht mitdemonstriert, obwohl sie der Friedensbewegung grundsĂ€tzlich weiter nahestĂŒnden. Golla vermutet zudem, dass viele Menschen die Weltlage als so dĂŒster empfinden, dass sie dringend Erholung brauchen und daher nicht an den OstermĂ€rschen teilnehmen. «Sie brauchen die Freizeit, um Kraft zu tanken. Die Friedensbewegung ist an 365 Tagen im Jahr aktiv und nicht nur an vier Tagen zu Ostern.»

@ dpa.de