Papst, Erzbischöfe

Papst ernennt neue Erzbischöfe von Paderborn und Bamberg

09.12.2023 - 23:37:34

Mehr als ein Jahr mussten die GlĂ€ubigen in den katholischen ErzbistĂŒmern Paderborn und Bamberg auf ihre neuen Erzbischöfe warten. Papst Franziskus hat nun die wichtigen Kirchenposten neu besetzt.

  • Der neue Erzbischof von Paderborn, Udo Markus Bentz, spricht im Paderborner Dom. - Foto: Guido Kirchner/dpa

    Guido Kirchner/dpa

  • Herwig Gössl leitet die frĂ€nkische Erzdiözese Bamberg bereits ĂŒbergangsweise als Diözesanadministrator seit einem Jahr. - Foto: Daniel Löb/dpa

    Daniel Löb/dpa

Der neue Erzbischof von Paderborn, Udo Markus Bentz, spricht im Paderborner Dom. - Foto: Guido Kirchner/dpaHerwig Gössl leitet die frĂ€nkische Erzdiözese Bamberg bereits ĂŒbergangsweise als Diözesanadministrator seit einem Jahr. - Foto: Daniel Löb/dpa

Papst Franziskus hat zwei neue deutsche Erzbischöfe offiziell ernannt und somit die beiden vakanten katholischen BischofsstĂŒhle in Paderborn und Bamberg neu besetzt. Der bisherige Mainzer Weihbischof Udo Markus Bentz (56) wird von nun an das Erzbistum Paderborn leiten. Der bisherige Bamberger Weihbischof und Diözesanadministrator Herwig Gössl (56) ĂŒbernimmt die Leitung des Erzbistums Bamberg. Dies entschied der Papst, wie der Heilige Stuhl in Rom sowie die beiden Erzdiözesen mitteilten.

Mehr als ein Jahr warteten die GlĂ€ubigen in Paderborn und Bamberg bereits auf einen neuen Erzbischof. Ihre beiden bisherigen Oberhirten waren Ende vergangenen Jahres vorzeitig in den Ruhestand gegangen. Bentz beginnt nun neu in dem westfĂ€lischen Erzbistum Paderborn, Gössl wiederum leitet die frĂ€nkische Erzdiözese Bamberg bereits ĂŒbergangsweise als Diözesanadministrator seit einem Jahr.

In den beiden ErzbistĂŒmern wurde die Ernennung durch Papst Franziskus mit Spannung erwartet. «Die Zeit des Wartens und Gebetes hat sich gelohnt», hieß es etwa in Paderborn. Die beiden neuen Erzbischöfe nehmen nun zentrale FĂŒhrungspositionen in der katholischen Kirche in Deutschland ein. Im Erzbistum Paderborn leben etwa 1,4 Millionen Katholiken, im Erzbistum Bamberg rund 600.000. Bundesweit gibt es sieben ErzbistĂŒmer.

Bischof BĂ€tzing gratuliert WĂŒrdentrĂ€gern

Bentz, der bisher Weihbischof und Generalvikar in Mainz war, gilt kirchenpolitisch als eher liberal. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Bischof Georg BĂ€tzing, gratulierte dem kĂŒnftigen Paderborner Erzbischof. BĂ€tzing betonte, dass in Paderborn Tradition und Innovation sowie Volksfrömmigkeit und SynodalitĂ€t zusammengehörten. Er bedankte sich bei Bentz insbesondere fĂŒr dessen Engagement beim katholischen Reformprozess «Synodaler Weg».

Bentz selbst hatte versprochen, mit möglichst vielen Menschen ins GesprĂ€ch zu kommen und gemeinsam handeln zu wollen. «Ich will wirklich ganz und mit all den KrĂ€ften, die mir gegeben sind, mit Ihnen hier im Erzbistum Paderborn «gemeinsam Kirche sein», hieß es im Redemanuskript.

Auch das bisherige Engagement des neuen Bamberger Erzbischofs Gössl wĂŒrdigte BĂ€tzing. Er sieht in Gössls Berufung ein Zeichen fĂŒr KontinuitĂ€t, hieß es in einer Mitteilung. Es sei zu spĂŒren, dass Gössl jemand sei, der behutsam und in gangbaren Schritten die Kirche der Zukunft gestalten wolle. Er habe bereits FĂŒhrungsqualitĂ€ten in seinen bisherigen Positionen gezeigt. «Vor allem aber werden es Deine menschenfreundliche Art und tiefgrĂŒndige SpiritualitĂ€t sein, die auch Deinen kĂŒnftigen Dienst kennzeichnen.»

Gössl habe sich in der Vergangenheit ebenso beim «Synodalen Weg» eingebracht. «Im Synodalen Weg hast Du Dich persönlich engagiert und Deine theologischen Überzeugungen sowohl in der Forumsarbeit wie auch in den Synodalversammlungen zur Sprache gebracht», so BĂ€tzing.

«Wir sind Kirche» fordert Bekenntnis fĂŒr Reformprozesse

Die katholische Reformgruppe «Wir sind Kirche» forderte angesichts der Ernennungen von den neuen Erzbischöfen ein sehr baldiges uneingeschrĂ€nktes Bekenntnis fĂŒr die Reformprozesse des Synodalen Weges in Deutschland. «Andernfalls werden die römisch-katholische Kirche und das Bischofsamt angesichts der immer noch nicht wirklich aufgearbeiteten Missbrauchs- und Vertuschungsskandale noch weiter an AutoritĂ€t verlieren», hieß es in einer Mitteilung. Bei kĂŒnftigen Ernennungen sollten die Mitglieder der Kirche zudem besser einbezogen werden.

Nach der offiziellen Ernennung am Samstag sind in Deutschland nun noch die BistĂŒmer OsnabrĂŒck und Rottenburg-Stuttgart ohne Diözesanbischof. Zudem ist die Lage im Erzbistum Köln weiterhin ungewiss. Der heftig umstrittene Kardinal Rainer Maria Woelki bot dem katholischen Kirchenoberhaupt im Zusammenhang mit der Aufarbeitung von FĂ€llen sexuellen Missbrauchs in Köln vor anderthalb Jahren seinen RĂŒcktritt an. Eine Entscheidung von Papst Franziskus steht noch aus.

@ dpa.de