LÀnder warnen vor Erhöhung der 'Schienenmaut'
08.10.2024 - 16:29:41"Eine derart saftige Erhöhung der Schienenmaut bremst die Verkehrswende aus", sagte Nordrhein-Westfalens Verkehrsminister Oliver Krischer (GrĂŒne) der Deutschen Presse-Agentur. Die Kritik an der Erhöhung der sogenannten Trassenpreise ist auch Thema der zweitĂ€gigen Verkehrsministerkonferenz (VMK), die am Mittwoch in Duisburg beginnt.
Krischer warnte als aktueller VMK-Vorsitzender, dass bei einer Erhöhung der Schienenmaut wesentliche Teile des Nahverkehrs unattraktiv wĂŒrden. "Die Konsequenz sind noch mehr Autoverkehr, noch mehr Staus und eine noch schlechtere Klimabilanz des Verkehrs." Allein fĂŒr NRW bedeutet eine Erhöhung der Trassenpreise von mehr als 20 Prozent ab 2026 eine Zusatzbelastung im dreistelligen Millionenbereich. "Dabei mĂŒsste der Bund gerade jetzt Bereitschaft zeigen, ĂŒber eine auskömmliche Finanzierung des Nahverkehrs zu sprechen."
Dazu gehört Krischer zufolge auch eine funktionierende Infrastruktur, die ĂŒber einen Fonds als neues Finanzierungsinstrument gesichert werden könne. Die LĂ€nder wollen bei der Duisburger Konferenz Druck auf den Bund machen, ein milliardenschweres Sondervermögen zur Finanzierung der in die Jahre gekommenen Verkehrsinfrastruktur aufzulegen.
LĂ€nder warnen vor negativen Folgen der Schienenmaut
In den vergangenen Tagen war auch in anderen BundeslÀndern Kritik an der Erhöhung der Trassenpreise laut geworden. "Sollten diese so kommen, steht die Finanzierung des Regionalverkehrs in allen LÀndern auf der Kippe", warnte Brandenburgs Verkehrsminister Rainer Genilke (CDU). Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen (CDU) hatte Ende September gesagt: "Es kann nicht sein, dass die Bahn die Hand aufhÀlt und unsere Schienen immer mehr verfallen."
Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) hatte im August von der Bundesregierung gefordert, ein schlĂŒssiges Finanzierungskonzept fĂŒr das gesamte Bahnnetz vorzulegen. "Zentral ist eine langfristig gesicherte Finanzierungsperspektive - auch im Hinblick auf die Planungssicherheit fĂŒr die Baubranche. Der Bund mĂŒsse deutlich mehr Geld in die Schieneninfrastruktur stecken - "und zwar nicht nur in die Hochleistungskorridore, sondern auch in die FlĂ€che", so Bernreiter.
Die LĂ€nder wollten bei der Verkehrsministerkonferenz ihren Unmut ĂŒber die im Raum stehenden enormen Trassenpreiserhöhungen durch die zustĂ€ndige Bahn-Gesellschaft Infrago Ă€uĂern. Diese wĂŒrden besonders den Regionalverkehr treffen, fĂŒr den die Infrago eine Erhöhung um 23,5 Prozent bei der Bundesnetzagentur beantragte. Auf FahrgĂ€ste könnten höhere Preise und weniger Angebot zukommen. Die geplanten Trassenpreise mĂŒssen aber erst von der Bundesnetzagentur genehmigt werden.
Alle Unternehmen, die die Infrastruktur der Bahn nutzen, mĂŒssen die Schienenmaut zahlen, auch die Verkehrsunternehmen der Bahn selbst. Mit den Mitteln aus den Trassenpreisen finanziert die Bahn unter anderem die laufenden Kosten fĂŒr den Betrieb, die Instandhaltung und die InvestitionsbeitrĂ€ge des Konzerns in das mehr als 33.000 Kilometer lange Schienennetz in Deutschland.

