Montenegro, EU

Merz drĂ€ngt auf schnellere EU-Erweiterung fĂŒr Westbalkan

Veröffentlicht am: 05.06.2026 um 17:15 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Frankreichs PrĂ€sident Emmanuel Macron haben sich beim EU-Westbalkan-Gipfel in Montenegro fĂŒr eine beschleunigte EU-Erweiterung ausgesprochen.Sie gaben der EU eine Mitschuld daran, dass die Westbalkan-Staaten bisher nicht der Union beigetreten sind.

Merz drĂ€ngt auf schnellere EU-Erweiterung fĂŒr Westbalkan
Friedrich Merz und Jakov Milatovic am 05.06.2026 - Bild: Marko Kranjc/Withfirelive via dts Nachrichtenagentur
Merz erklĂ€rte, dass die EU seit 13 Jahren keine neuen Mitglieder aufgenommen habe und dies auf VersĂ€umnisse der EU zurĂŒckzufĂŒhren sei, die nun ĂŒberwunden werden mĂŒssten. Die EU mĂŒsse zeigen, dass sie erweiterungsfĂ€hig und erweiterungswillig sei.

Neben Montenegro gehören Albanien, Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Nordmazedonien und Serbien zum Westbalkan. Alle sechs LĂ€nder streben seit vielen Jahren eine Mitgliedschaft in der EU an. Macron betonte die geopolitische Bedeutung der Region fĂŒr die EU, insbesondere in Bezug auf Energie- und Sicherheitsfragen sowie Migrationsrouten. Merz und Macron reisten mit einem gemeinsamen Konzept nach Tivat, um die Beitrittskandidaten schneller an die EU heranzufĂŒhren. Ein Beobachterstatus in den EU-Institutionen und ein privilegierter Zugang zum Binnenmarkt durch schrittweise Integration sollen Anreize fĂŒr Reformen schaffen.

Montenegros PrĂ€sident Jakov Milatovic bezeichnete den Gipfel als "Wendepunkt" und Ă€ußerte Hoffnung auf neue Energie fĂŒr die Westbalkan-LĂ€nder. Albaniens MinisterprĂ€sident Edi Rama Ă€ußerte sich vorsichtiger und forderte Merz und Macron auf, noch mehr fĂŒr eine schnelle Erweiterung zu tun. Kritisch sieht BrĂŒssel eine Hinwendung einiger Beitrittskandidaten zu Russland, insbesondere Serbiens. Die EU forderte Belgrad wiederholt auf, die gegen Moskau verhĂ€ngten Sanktionen umzusetzen. Spannungen zwischen den Staaten der Region, vor allem zwischen Serbien und dem Kosovo sowie zwischen Serbien und Montenegro, bestehen weiterhin.

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