Merz reist nach Tivat zum Westbalkan-Gipfel
Veröffentlicht am: 22.10.2026 um 07:53 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSWestbalkan-Staaten beim Berlin-Prozess
- Bundeskanzler Friedrich Merz brach am Donnerstagmorgen nach Tivat in Montenegro auf.
- Am Gipfel nehmen neben europÀischen Spitzenpolitikern Vertreter der sechs Westbalkanstaaten teil.
- Deutschland initiierte den Berlin-Prozess im Jahr 2014 zur Förderung regionaler Zusammenarbeit.
Merz trifft Westbalkan-Vertreter in Tivat
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) ist am Donnerstagmorgen nach Tivat in Montenegro aufgebrochen. Dort nimmt er am jÀhrlichen Gipfeltreffen des sogenannten Berlin-Prozesses teil.
Wirtschaft und Sicherheit im Mittelpunkt
Merz und andere europÀische Spitzenpolitiker wollen sich mit Vertretern der Westbalkanstaaten treffen. Nach Angaben der Bundesregierung soll es unter anderem um Wirtschaftswachstum, WettbewerbsfÀhigkeit und Sicherheit gehen.
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EU-AnnÀherung bleibt zentrales Ziel
Neben der Förderung der regionalen Zusammenarbeit dient das Treffen vor allem dem AnnÀherungsprozess der Westbalkanstaaten an die EU. Dieser war zuletzt ins Stocken geraten.
Sechs Staaten warten auf Fortschritte
Deutschland hatte den Berlin-Prozess 2014 initiiert. Zu den Westbalkanstaaten gehören Albanien, Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Montenegro, Nordmazedonien und Serbien.
Alle sechs Staaten bewerben sich seit vielen Jahren um eine Mitgliedschaft in der EU.
Der Berlin-Prozess wurde 2014 auf deutsche Initiative als zwischenstaatliches Format zur UnterstĂŒtzung der europĂ€ischen Perspektive des Westbalkans gestartet. Er ergĂ€nzt den formalen EU-Erweiterungsprozess, ersetzt ihn aber nicht: Ăber einen Beitritt entscheiden weiterhin die EU-Mitgliedstaaten und die jeweiligen Verhandlungen mit den BewerberlĂ€ndern.
FĂŒr die sechs Staaten des westlichen Balkans verbindet sich die AnnĂ€herung an die EU mit praktischen Fragen der regionalen Zusammenarbeit. Wirtschaftliche Verflechtung, Infrastruktur, WettbewerbsfĂ€higkeit und Sicherheitskooperation sollen Hindernisse zwischen den LĂ€ndern abbauen und die Voraussetzungen fĂŒr weitere Reformen verbessern.
Blockaden prÀgen den Erweiterungsprozess
Der EU-Beitrittsprozess ist zuletzt in mehreren FĂ€llen durch politische Streitfragen und bilaterale Konflikte erschwert worden. Der aktuelle Gipfel in Montenegro rĂŒckt deshalb neben wirtschaftlichen Themen auch die Frage in den Mittelpunkt, wie regionale Kooperation trotz solcher Blockaden vorangebracht werden kann.
FĂŒr Deutschland ist das Treffen zugleich ein auĂen- und wirtschaftspolitischer Termin. Eine engere Zusammenarbeit mit dem Westbalkan kann Handel, Investitionen und Sicherheitsbeziehungen stĂ€rken; konkrete Fortschritte hĂ€ngen jedoch von den beteiligten Regierungen, ihren Reformen und den Entscheidungen der EU ab.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
Stern: âMerz reist zu Gipfeltreffen des Berlin-Prozesses nach Montenegroâ (22.10.2026)
Der Beitrag bestĂ€tigt Merzâ Teilnahme und nennt regionale Kooperation, EU-AnnĂ€herung sowie Wirtschaftswachstum, WettbewerbsfĂ€higkeit und Sicherheit als Schwerpunkte. ZusĂ€tzlich wird eine fĂŒr den Nachmittag geplante Pressekonferenz angekĂŒndigt.
Deutschlandfunk: âEU-Westbalkangipfel in Montenegro - Blockiert Kroatien Montenegro?â (22.10.2026)
Der Deutschlandfunk setzt einen anderen Schwerpunkt und beleuchtet die Frage, ob Kroatien Montenegro im EU-Prozess blockiert. Damit rĂŒckt neben dem Gipfeltreffen selbst ein konkreter Streitpunkt der Erweiterungspolitik in den Vordergrund.
Beide BeitrĂ€ge bestĂ€tigen den Gipfel und Merzâ Teilnahme; Unterschiede ergeben sich beim Fokus auf Programm und Ablauf einerseits sowie auf mögliche politische Blockaden andererseits.

