Meldestellen: 2023 so viele antisemitische VorfÀlle wie nie
25.06.2024 - 10:24:22Der Bundesverband Rias hat im vergangenen Jahr 4782 antisemitische VorfÀlle dokumentiert - fast 83 Prozent mehr als 2022 und so viele wie nie zuvor. Hintergrund ist ein sprunghafter Anstieg solcher Angriffe und Anfeindungen gegen Juden in Deutschland seit dem Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober. Allein 2787 VorfÀlle geschahen von da an bis zum Jahresende, wie aus dem Jahresbericht des Bundesverbands hervorgeht.
Die SelbstverstĂ€ndlichkeit, dass Grundrechte auch fĂŒr JĂŒdinnen und Juden gelten, sei bedroht, warnte Rias-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Benjamin Steinitz. «In allen Lebensbereichen werden JĂŒdinnen und Juden angefeindet, bedroht und angegriffen. Ein offenes jĂŒdisches Leben ist seit dem 7. Oktober noch weniger möglich als zuvor.» Der Normalisierung von Antisemitismus mĂŒsse Einhalt geboten werden.
Meldestellen in elf BundeslÀndern
Der Bundesverband Recherche- und Informationsstellen Antisemitismus unterhÀlt ein Netzwerk von Meldestellen in elf BundeslÀndern, bei denen Betroffene oder Zeugen solche VorfÀlle dokumentieren lassen können. Es geht dabei um Angriffe und Bedrohung, aber auch um Pöbeleien oder Anfeindungen, die nicht immer strafrechtlich verfolgt werden. Die Zahlen unterscheiden sich also von der offiziellen KriminalitÀtsstatistik.
Gegen Jahresende hĂ€tten sich gewalttĂ€tige VorfĂ€lle gehĂ€uft, berichtete Rias. Rund zwei Drittel aller FĂ€lle von extremer Gewalt, von Angriffen und Bedrohungen hĂ€tten sich nach dem 7. Oktober ereignet. Rias erwĂ€hnt den versuchten Brandanschlag zweier Unbekannter auf eine Berliner Synagoge Mitte Oktober 2023 sowie zwei BrandanschlĂ€ge auf das Haus einer jĂŒdischen Familie im Ruhrgebiet wenige Tage spĂ€ter. Zugenommen hĂ€tten zudem Vernichtungsdrohungen gegen jĂŒdische Institutionen und Personen.


