ROUNDUPD-Ticket, Auto

Frankfurt stellt UmweltprÀmie vor

28.06.2024 - 17:19:07

Mit einem Deutschlandticket fĂŒr ein Jahr will die Stadt Frankfurt Autofahrerinnen und Autofahrer zur Abmeldung des eigenen Autos bewegen.

Die Stadt wolle Menschen mit dem Jahresabo belohnen, die ihr Auto endgĂŒltig abmelden, sagte MobilitĂ€tsdezernent Wolfgang Siefert (GrĂŒne) am Freitag in Frankfurt. Die UmweltprĂ€mie gibt es ab dem 1. Juli und entspricht einem Gegenwert von 588 Euro - also 12 Monaten des Deutschlandtickets.

Infrage kommt die PrĂ€mie fĂŒr BĂŒrgerinnen und BĂŒrger, die ihren Erstwohnsitz in Frankfurt haben und ihr Auto mit Verbrennungsmotor vor maximal drei Monaten verschrottet oder an eine haushaltsfremde Person verkauft oder verschenkt haben. Ob es sich dabei um den Erst-, Zweit- oder Drittwagen handelt, spielt dabei keine Rolle.

"Gerade in den innenstadtnahen Stadtteilen sind die Fahrzeuge, die noch im Privatbesitz sind, oft mehr Stehzeuge als Fahrzeuge - stehen nĂ€mlich eigentlich die ganze Woche mehr oder weniger herum", sagte Siefert. Die Stadt wolle mit dem Deutschlandticket den Umstieg vom privaten Pkw auf die umweltfreundlichen Verkehrsmittel erleichtern. "Wir hoffen sehr, dass das Pilotprojekt hier in Frankfurt auf eine gute Resonanz stĂ¶ĂŸt", sagte der GrĂŒnen-Politiker.

"Wir rechnen mit 50 oder 60 AntrĂ€gen im Monat", sagte der GeschĂ€ftsfĂŒhrer der Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF), Tom Reinhold. Nach der Rechnung gehe man von jĂ€hrlichen Kosten von bis zu 420 000 Euro fĂŒr die Stadt aus - insgesamt stehe eine halbe Million Euro als Budget fĂŒr die PrĂ€mie zur VerfĂŒgung. Nach dem Jahr soll geprĂŒft werden, ob die Aktion fortgefĂŒhrt wird.

Abmelde-PrÀmie auch in Marburg

Eine rein digitale Antragsstellung ist bisher nicht möglich - unter anderem, weil ein Auszug aus dem Fahrzeugregister vom Kraftfahrt-Bundesamt nötig ist. Siefert zufolge ist auch das Thema Datenschutz ein Grund: "Wir hĂ€tten es lieber digital gemacht, das geht aber nicht". Um die PrĂ€mie zu erhalten, mĂŒssen Interessierte unter anderem die Auto-Abmeldung nachweisen und einen Antrag auf die UmweltprĂ€mie stellen, ehe sie die Chipkarte mit dem Deutschlandticket erhalten.

Damit die PrĂ€mie nicht missbraucht wird, soll bei Geförderten stichprobenhaft ĂŒberprĂŒft werden, dass sie sich kein neues Auto angeschafft haben. "Der Pkw sollte halt abgeschafft werden und dann auch weg sein und nicht anschließend gleich wieder neu gekauft werden", sagte Reinhold.

MobilitĂ€tsdezernent Siefert betonte, dass ein Umstieg vom Individualverkehr fĂŒr eine Stadt wie Frankfurt die logische Konsequenz sei, um VerkehrsansprĂŒche erfĂŒllen zu können. So nehme der Autoverkehr im VerhĂ€ltnis deutlich mehr stĂ€dtischen Raum ein.

Auch die Stadt Marburg hatte jĂŒngst eine Abmelde-PrĂ€mie fĂŒr Autos eingefĂŒhrt. Wer dort fĂŒr ein Jahr seinen Privatwagen abmeldet oder abschafft, bekommt eine PrĂ€mie im Wert von bis zu 1250 Euro. Mit einem Gutschein können die Menschen in der mittelhessischen Stadt ein Jahr lang Carsharing nutzen, mit Bus und Bahn fahren oder in GeschĂ€ften und in der Gastronomie bezahlen.

@ dpa.de