Israel, PalÀstinensergebiete

Faeser fĂŒrchtet VerschĂ€rfung der Sicherheitslage in Deutschland

Veröffentlicht am: 16.10.2023 um 01:00 Uhr | dts-nachrichtenagentur.de

Mit einer israelischen Bodenoffensive im Gazastreifen erwartet Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) eine VerschÀrfung der Sicherheitslage in Deutschland.

Polizei vor Synagoge (Archiv) - Bild: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
Polizei vor Synagoge (Archiv) - Bild: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
"Je schlimmer die Bilder aus Gaza jetzt werden, desto höher ist die Gefahr einer stĂ€rkeren Mobilisierung und Emotionalisierung von Hamas-UnterstĂŒtzern", sagte Faeser den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Montagsausgaben). "Unsere Sicherheitsbehörden beobachten die Entwicklung sehr genau, im Netz genauso wie auf der Straße."

Faeser kĂŒndigte zudem ein hartes Durchgreifen an: "Wir lassen nicht zu, dass der Terror der Hamas verherrlicht und gegen Juden und den Staat Israel gehetzt wird." Das Bundeskriminalamt (BKA) schĂ€tzt die Sicherheitslage ebenfalls als kritisch ein: "Die aktuellen Entwicklungen in Israel sind dazu geeignet, eine hohe GefĂ€hrdungsrelevanz auf die Sicherheitslage in Deutschland zu entfalten", sagte ein BKA-Sprecher den Funke-Zeitungen. "GrundsĂ€tzlich ist mit demonstrativen AktivitĂ€ten in Verbindung mit verbalen Unmutsbekundungen bis hin zu SachbeschĂ€digungen oder auch einzelnen Körperverletzungsdelikten in diesem Zusammenhang zu rechnen." Sie befinde sich in einem engen Kontakt mit dem PrĂ€sidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, sagte Faeser. Allerhöchste PrioritĂ€t habe weiterhin der Schutz von Juden in Deutschland und von jĂŒdischen und israelischen Einrichtungen. Der Schutz sei nochmals verstĂ€rkt worden. Gemeinsam mit Schuster will Faeser am Montag einen jĂŒdischen Kindergarten und eine Schule besuchen. Die "rote Linie" fĂŒr pro-palĂ€stinensische Demonstrationen sei das Strafrecht. "Diese Linie muss unser Rechtsstaat durchsetzen: mit Versammlungsverboten, wenn antisemitische Hetze droht, und hartem polizeilichen Einschreiten", sagte Faeser. "Die allermeisten Muslime in Deutschland lehnen den Terror der Hamas entschieden ab", fĂŒgte die Bundesinnenministerin hinzu. "Mit ihnen mĂŒssen wir das GesprĂ€ch suchen, damit der Hass keine Chance bekommt, sich weiterzuverbreiten. Dabei erwarten wir allerdings auch von den muslimischen VerbĂ€nden eine glasklare Verurteilung des Terrors der Hamas, ohne Wenn und Aber." Auch der Vorsitzende des Parlamentarischen Kontrollgremiums, Konstantin von Notz (GrĂŒne), zeigt sich besorgt ĂŒber die Sicherheitslage in Deutschland: In Bezug auf den Krieg im Nahen Osten sagte von Notz den Funke-Zeitungen: "WĂ€hrend die Sicherheitslage durch den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine, aber auch wegen unterschiedlicher, sehr ernstzunehmender Bedrohungen von innen und außen ohnehin schon als durchaus angespannt eingeschĂ€tzt werden muss, hat sie sich durch die jĂŒngsten Entwicklungen noch einmal signifikant verschĂ€rft." Gerade mit Blick auf den Schutz jĂŒdischer Einrichtungen, aber auch auf das aktuelle Demonstrationsgeschehen sei es "zwingend notwendig, sehr wachsam zu bleiben". In einer öffentlichen Anhörung stellen sich am Montag die PrĂ€sidenten des Bundesamts fĂŒr Verfassungsschutz, des Bundesnachrichtendienstes sowie des Bundesamtes fĂŒr den MilitĂ€rischen Abschirmdienst den Fragen des fĂŒr die Geheimdienstkontrolle zustĂ€ndigen Bundestagsgremiums. Die Sicherheitslage in Deutschland infolge des Terrorangriffs der Hamas auf Israel dĂŒrfte zu den zentralen Themen zĂ€hlen. "Wir mĂŒssen höllisch aufpassen, dass die derzeitige Situation nicht von anderen Protagonisten, die unsere Sicherheit bedrohen, ausgenutzt wird", sagte von Notz. "Ich denke hier an die Nachrichtendienste anderer LĂ€nder, die seit langem versuchen, unsere Demokratie bewusst zu destabilisieren, aber beispielsweise auch an den organisierten Rechtsextremismus und -terrorismus."

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