Experte: Risiken fĂŒr GDL wachsen bei neuerlichem Streik
25.01.2024 - 06:21:46"Nach diesem Streik muss man unbedingt wieder miteinander sprechen, am besten unter der Anleitung eines unabhÀngigen Moderators", sagte der Tarif-Experte Hagen Lesch vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) der Deutschen Presse-Agentur.
Die GDL mĂŒsse vermeiden, dass sich die öffentliche Meinung gegen die LokfĂŒhrer wendet. Dies sei ein wichtiger Einflussfaktor, wenn es darum gehe, die eigenen Mitglieder bei der Stange zu halten. "Eine weitere Streikrunde ohne vorherige Verhandlungen könnte ein mediales Desaster fĂŒr die GDL werden. Das könnte auch ein Kipppunkt fĂŒr die Streikbereitschaft der Mitglieder werden", meinte Lesch.
Mit schĂ€rferer öffentlicher Kritik stehe perspektivisch auch die finanzielle UnterstĂŒtzung der GDL beim Streikgeld durch den Deutschen Beamtenbund in Frage. Dessen Verantwortliche hĂ€tten die GDL bereits im Bahn-Tarifkonflikt 2015 zu einer Schlichtung gedrĂ€ngt.
"Anders als mit einem Moderator kommt man in der momentanen Situation einfach nicht mehr weiter", sagte der Gewerkschaftsforscher Lesch. Die Deutsche Bahn habe dies frĂŒhzeitig angeregt. Die GDL lehnt bislang ein solches Verfahren bislang ab.
Ein Problem seien die verhĂ€rteten Fronten, so Lesch. So lehne es die Bahn nach Angaben der GDL ab, einen Tarifvertrag bei der Instandhaltung mit der GDL auszuhandeln. Die GDL macht dies wiederum zur Vorbedingung neuer Verhandlungen, schildert Lesch. Unter Anleitung eines Moderators bestehe die Chance, derartige Konfrontationslinien erst einmal nach hinten zu stellen und zunĂ€chst Dinge auf die Agenda zu setzen, bei denen sich eine Einigung einfacher erzielen lĂ€sst. Dies sei notwendig, um ĂŒberhaupt wieder in GesprĂ€che zu kommen.

