Rheinmetall: Bald Lieferung weiterer Panzer und Munition
06.06.2023 - 20:57:15 | dpa.de
Der RĂŒstungskonzern Rheinmetall will noch in diesem Sommer weitere Panzer sowie Flugabwehr-Munition an die Ukraine liefern. Vom Bundesverteidigungsministerium habe man einen Auftrag ĂŒber 20 SchĂŒtzenpanzer Marder bekommen, teilte das Unternehmen an seinem Produktionsstandort in UnterlĂŒĂ (Niedersachsen) mit.
Die Fahrzeuge sollen bis Ende Juli an das von Russland angegriffene Land geliefert werden, bezahlt werden sie vom Bund. Wie viel sie kosten, bleibt vage. Die Rede ist von einem mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Betrag.
40 Marder wurden bereits in die Ukraine geliefert, 20 davon von Rheinmetall und 20 aus BestĂ€nden der Bundeswehr. AuĂerdem bietet der RĂŒstungskonzern 60 weitere Marder an, die noch erneuert werden mĂŒssen. Jeden Monat sollen 10 fertig werden. Der Marder wird seit den 70er Jahren von der Bundeswehr genutzt, er wird schrittweise durch das Nachfolgemodell Puma ersetzt. FĂŒr die Ukraine bereitet Rheinmetall alte Panzer so auf, dass sie sich fĂŒr den Fronteinsatz eignen.
Ebenfalls bis Ende Juli soll die erste 35-Millimeter-Munitionscharge fĂŒr den Flugabwehr-Panzer Gepard verschickt werden, die in der Ukraine dringend gebraucht wird. ZunĂ€chst geht es um 10 000 Schuss. UrsprĂŒnglich sollte diese Munition aus der Schweiz kommen, allerdings verweigerten die Eidgenossen aus NeutralitĂ€tsgrĂŒnden den Export. Daraufhin baute Rheinmetall in UnterlĂŒĂ eine neue Anlage fĂŒr die Gepard-Munition.
Gepard erlebt im Ukrainekrieg eine Renaissance
Der Flakpanzer spielt in der Ukraine eine wichtige Rolle zum Schutz vor russischen Kamikazedrohnen. Insgesamt hat Rheinmetall bei der Gepard-Munition einen Vertrag ĂŒber die Lieferung von 300.000Â Schuss. Der Gepard wurde von der Bundeswehr ausgemustert, erlebt im Ukrainekrieg aber gewissermaĂen eine Renaissance.
AuĂerdem will Rheinmetall gemeinsam mit einem ukrainischen Unternehmen Fuchs-Transportpanzer in dem osteuropĂ€ischen Staat herstellen. Dieses Jahr könnten 40 fertig werden, danach sollen es pro Jahr bis zu 100 sein. FĂŒr dieses Vorhaben fehlen aber noch behördliche Genehmigungen und die KlĂ€rung von Finanzierungsfragen.
Der gröĂte deutsche RĂŒstungskonzern mit Verwaltungssitz in DĂŒsseldorf ist auf krĂ€ftigem Wachstumskurs, nach dem russischen Angriff auf die Ukraine im Februar 2022 zog die ohnehin schon hohe Nachfrage nach MilitĂ€rgĂŒtern nochmal an. Der Auftragseingang der Firma legte 2022 um 18 Prozent auf 5,6 Milliarden Euro zu. Bis 2025 peilt die Waffenschmiede einen Umsatz von 10 bis 11 Milliarden Euro an, das wĂ€re fast eine Verdopplung binnen vier Jahren (2021: 5,7 Milliarden). Der Betriebsgewinn schnellte im vergangenen Jahr um 27 Prozent auf 0,75 Milliarden Euro in die Höhe.
Rheinmetall expandiert, in Sachsen zum Beispiel will die Firma eine neue Pulverfabrik bauen. Im niedersĂ€chsischen UnterlĂŒĂ ist das gröĂte Werk der Firma, dort werden Panzer, Munition und Artillerie gebaut und auf einer 15 Kilometer langen SchieĂbahn getestet. Aktuell sind in dem Werk 2400 BeschĂ€ftigte tĂ€tig, bis zum Jahresende soll die Zahl auf knapp 2600 steigen.
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