HumanitÀre, Hilfen

HumanitĂ€re Hilfen: UN-FlĂŒchtlingshilfswerk zĂ€hlt auf Deutschland

21.01.2024 - 15:20:33 | dpa.de

Mit zahlreichen Krisen und Konflikten auf der Welt wÀchst der Bedarf an humanitÀrer Hilfe, aber der Beitrag von GeberlÀndern ist bei den UN 2023 gesunken - das bereitet den Vereinten Nationen Sorge.

Das UN-FlĂŒchtlingshilfswerk (UNHCR) zĂ€hlt auf Deutschland, wie der Hochkommissar fĂŒr FlĂŒchtlinge, Filippo Grandi, der Deutschen Presse-Agentur in Genf sagte. "Die Welt braucht humanitĂ€re Organisationen mehr denn je, betrachtet man die ganzen ungelösten Krisen", sagte Grandi.

"Ich weiß, dass es in Deutschland im Moment eine komplexe Diskussion ĂŒber den Haushalt gibt", sagte er. "Ich gehe davon aus, dass Deutschland nicht die Absicht hat, die Mittel fĂŒr humanitĂ€re Hilfe zu kĂŒrzen." Über den diese Woche bereinigten Haushaltsentwurf 2024 sollen Bundestag und Bundesrat Anfang Februar endgĂŒltig abstimmen. "Ich hoffe, dass die Diskussion positiv fĂŒr die humanitĂ€re Hilfe ausgehen wird", sagte Grandi. Die USA sind mit Abstand grĂ¶ĂŸter Geber des UNHCR, gefolgt von der EU-Kommission und Deutschland.

Im vergangenen Jahr kamen bei den vom UN-NothilfebĂŒro OCHA koordinierten humanitĂ€ren Krisenbudgets nur knapp 40 Prozent der benötigten Mittel zusammen. Das ist mit Abstand das schlechteste Ergebnis seit mindestens 2016. Das liegt vor allem daran, dass der Bedarf so rasant gestiegen ist: Auf fast 57 Milliarden Dollar (rund 52 Mrd Euro) 2023, fast dreimal so viel wie 2016. FĂŒr die OCHA-Krisenbudgets kamen 2023 nur 22,3 Milliarden Dollar zusammen, nach 30,3 Milliarden Dollar im Jahr davor. Dem UNHCR allein habe im vergangenen Jahr eine Milliarde Dollar gefehlt, sagte Grandi.

Spardruck bei Regierungen könnte nach hinten losgehen, meint Grandi. "Wenn humanitĂ€re Hilfe gestrichen wird, verursacht das noch mehr Migration, vor allem Richtung der reichen LĂ€nder." Populisten, die zum Beispiel gegen FlĂŒchtlinge wettern, werde der Wind nicht durch das Zusammenstreichen humanitĂ€rer Hilfe aus den Segeln genommen.

Einige politische Gruppierungen nutzten die Ankunft vieler FlĂŒchtlinge dazu, die heimische Bevölkerung zu manipulieren, etwa, in dem sie ihnen Angst vor den Menschen machten, sagte Grandi. "Die Antwort (auf Populisten) ist, ein effizientes System zu haben, das FlĂŒchtlinge aufnimmt, ihr Gesuch prĂŒft und die, die keine FlĂŒchtlinge sind, zurĂŒckschickt."

Es werde in den HerkunftslĂ€ndern zu wenig getan, um Fluchtursachen zu bekĂ€mpfen und Konflikte zu beenden. Grund sei unter anderem die Uneinigkeit im Weltsicherheitsrat der Vereinten Nationen. Der Rat könnte militĂ€rischen Operationen beschließen, ist aber seit Jahren im geopolitischen Tauziehen zwischen den VetomĂ€chten USA, Russland und China gelĂ€hmt. "In der Zwischenzeit mĂŒssen Regierungen die Verantwortung ĂŒbernehmen und mehr Geld fĂŒr humanitĂ€re Hilfe bereitstellen", sagte Grandi.

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