Neonazi-Gruppe mit Kontakt zu Bundeswehrangehörigem
Veröffentlicht am: 13.10.2023 um 16:34 Uhr | dpa.de
Die rechtsextreme Eisenacher Gruppe «Knockout 51» soll Kontakt mit einem Bundeswehrsoldaten gehabt haben. Das geht aus der Antwort des Bundesjustizministeriums auf eine Anfrage mehrerer Abgeordneter der Bundestagsfraktion Die Linke hervor. «Nach gegenwĂ€rtigem Sachstand weist ein aktiver Bundeswehrsoldat BezĂŒge zur Gruppierung "Knockout 51" auf», heiĂt es in der Antwort des Ministeriums, die der dpa vorliegt. Zuerst hatte MDR ThĂŒringen darĂŒber berichtet.
Die Extremismus-Expertin der Bundestagsfraktion der Linken, Martina Renner, sagte dem MDR, der aktive Bundeswehrsoldat sei neben Kontakten der Gruppe in die Eisenacher Polizei die zweite Verbindung in Sicherheitskreise. Die Gefahr, die davon ausgehe, «kann nicht hoch genug eingeschÀtzt werden», sagte Renner dem Sender.
Die mutmaĂlichen Mitglieder der Eisenacher Neonazi-Gruppe hatten laut Antwort der Bundesregierung eine Vielzahl von Waffen. «Bei den DurchsuchungsmaĂnahmen wurden Hieb-, Schlag- und Stichwaffen, ein Compound-Bogen mit Pfeilen, Schusswaffen, 285 StĂŒck Schreckschussmunition, eine nicht nĂ€her bestimmte Anzahl an Softairmunition sowie AusrĂŒstung und Materialien der 3D-Druck-Technik, Anleitungen fĂŒr 3D-gedruckte Waffen und 3D-gedruckte Waffenteile gefunden», heiĂt es in der Antwort.
Dass neben 3D-Technik und Anleitungen auch bereits gedruckte 3D-Waffenteile gefunden wurden, zeige, dass die Gruppe in ihrem Vorgehen in einer Reihe mit anderen Rechtsterror-Bestrebungen stehe, sagte Renner dem MDR. Auch bei dem rechtsterroristischen Anschlag von Halle im Jahr 2019 seien 3D-gedruckte Komponenten bei eingesetzten Waffen genutzt worden.
Prozess wegen Vorbereitung von Straftaten
Ein Prozess gegen vier mutmaĂliche Mitglieder der rechtsextremen Gruppe «Knockout 51» lĂ€uft vor dem ThĂŒringer Oberlandesgericht in Jena. Der Generalbundesanwalt wirft den ThĂŒringer Rechtsextremisten im Alter zwischen 21 und 25 Jahren vor, schwerste Straftaten vorbereitet zu haben. Die Gruppe soll spĂ€testens ab April 2021 auf Körperverletzungen und die Tötung von Angreifern aus dem linksextremen Lager ausgerichtet gewesen sein, wie der Vertreter des Generalbundesanwalts bei der Verlesung der Anklage gesagt hatte.
