Montenegro, EU-Erweiterung

Montenegro könnte EU-Beitrittsverhandlungen 2026 abschließen

Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 13:10 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Die EU-Kommission hält einen Abschluss der Gespräche mit Podgorica noch 2026 für möglich. Bis zur Aufnahme müssten anschließend weitere politische und rechtliche Schritte erfolgen.

Montenegros Weg zur EU-Aufnahme

  • Die EU-Kommission sieht Montenegro als möglichen nächsten Beitrittskandidaten.
  • Die Beitrittsverhandlungen könnten Ende 2026 abgeschlossen werden.
  • Eine Aufnahme in die EU könnte 2028 erfolgen.

Montenegro rückt in der EU-Erweiterung nach vorn

Montenegro könnte nach Einschätzung der EU-Kommission das nächste Mitglied der Europäischen Union werden. Eine neue Analyse der Brüsseler Behörde hält es für möglich, dass das Land bereits Ende 2026 die Beitrittsverhandlungen erfolgreich abschließt und 2028 aufgenommen wird.

Verhandlungen könnten noch 2026 enden

Montenegro verhandelt seit 2012 über den EU-Beitritt und gilt im Erweiterungsprozess als besonders weit fortgeschritten. Ein Abschluss der Verhandlungen würde bedeuten, dass die offenen Kapitel mit der EU geklärt wären.

Damit wäre die Aufnahme allerdings noch nicht vollzogen. Für den Beitritt wären weitere Entscheidungen und die Ratifizierung des Beitrittsvertrags durch Montenegro und die EU-Mitgliedstaaten erforderlich.

Reformen bleiben entscheidend

Im Mittelpunkt des Verfahrens stehen unter anderem die Rechtsstaatlichkeit, die Unabhängigkeit der Justiz, die Bekämpfung von Korruption und die Anpassung an Regeln des EU-Binnenmarkts. Die Kommission bewertet dabei nicht nur formale Gesetzesänderungen, sondern auch deren praktische Umsetzung.

Ein Beitritt Montenegros im Jahr 2028 würde die EU-Erweiterung auf dem westlichen Balkan voranbringen. Zugleich müssten offene Reformaufgaben und bilaterale Fragen vor der Aufnahme politisch und rechtlich gelöst oder in tragfähige Verfahren überführt werden.

Montenegro verfolgt seit Jahren den Kurs, als erstes Land des westlichen Balkans die laufenden EU-Beitrittsverhandlungen abzuschließen. Das Land hatte den Beitrittsantrag 2008 gestellt und verhandelt seit 2012 mit Brüssel. Der Prozess umfasst zahlreiche Kapitel, darunter Rechtsstaatlichkeit, Justiz, Korruptionsbekämpfung, Wettbewerb und die Anpassung an den EU-Binnenmarkt.

Ein Abschluss der Verhandlungen wäre jedoch noch keine Aufnahme. Danach müssten die EU-Mitgliedstaaten und Montenegro den Beitrittsvertrag billigen und ratifizieren. Zudem müssten die Reformen dauerhaft umgesetzt werden. Für die EU ist besonders entscheidend, ob rechtsstaatliche Standards und die Unabhängigkeit von Justiz und Institutionen belastbar gesichert sind.

Montenegro im Erweiterungsprozess

Die mögliche Aufnahme 2028 hätte Bedeutung über Montenegro hinaus. Sie könnte den lange stockenden Erweiterungsprozess auf dem westlichen Balkan wieder stärker in den Mittelpunkt rücken und anderen Kandidaten zeigen, dass konkrete Fortschritte zu einem Beitritt führen können. Zugleich blieben bilaterale Fragen, unter anderem mit Kroatien, politisch sensibel.

Für die Bevölkerung Montenegros könnte ein EU-Beitritt bessere Zugänge zum Binnenmarkt, mehr Investitionen und größere Mobilität bringen. Dem stünden weitere Anpassungen an EU-Regeln und die Verpflichtung gegenüber, Reformen auch nach einem möglichen Verhandlungsabschluss konsequent fortzuführen.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Euronews: „Montenegro: Keine EU-Mitgliedschaft zweiter Klasse! Beitritt 2028“ (04.11.2026)

Der Beitrag stellt Montenegros Ziel heraus, die Verhandlungskapitel noch 2026 abzuschließen und 2028 beizutreten. Einen zusätzlichen Schwerpunkt bildet die Forderung nach einer vollwertigen EU-Mitgliedschaft sowie die Frage, ob offene bilaterale Streitigkeiten den Prozess beeinflussen könnten.

Stern: „EU legt Bericht über Fortschritte bei Erweiterung vor“ (04.11.2026)

Der Artikel ordnet Montenegro als den aussichtsreichsten der zehn Beitrittskandidaten ein und verweist auf den jährlichen Fortschrittsbericht der Kommission. Anders als Euronews legt der Beitrag den Schwerpunkt auf den Vergleich der Kandidaten und die unterschiedlichen Reformstände.

Beide Beiträge heben Montenegros führende Position im Erweiterungsprozess hervor. Offen bleiben vor allem die Umsetzung der Reformen, die Zustimmung aller EU-Staaten und der Umgang mit bilateralen Fragen.

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