München, Olympia-Bewerbung

München gewinnt Olympia-Rennen: DOSB schickt Stadt ins internationale Bewerbungsverfahren

Veröffentlicht am: 26.09.2026 um 16:31 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

München wird Deutschlands Bewerber für die Olympischen und Paralympischen Spiele. Bei der außerordentlichen DOSB-Mitgliederversammlung setzte sich die Stadt mit 91 zu 50 Stimmen gegen Köln-Rhein-Ruhr durch.

  • Die bayerische Delegation hat Grund zur Freude. - Bild: Marijan Murat/dpa
    Die bayerische Delegation hat Grund zur Freude. - Bild: Marijan Murat/dpa
  • DOSB-Präsident Thomas Weikert verriet den Sieger unfreiwillig etwas zu früh. - Bild: Marijan Murat/dpa
    DOSB-Präsident Thomas Weikert verriet den Sieger unfreiwillig etwas zu früh. - Bild: Marijan Murat/dpa
  • Münchens Oberbürgermeister Dominik Krause (l) und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder dürfen sich weiter Hoffnungen auf Olympische Spiele machen. - Bild: Marijan Murat/dpa
    Münchens Oberbürgermeister Dominik Krause (l) und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder dürfen sich weiter Hoffnungen auf Olympische Spiele machen. - Bild: Marijan Murat/dpa
  • Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (M) unterstützt die Olympia-Bewerbung.  - Bild: Marijan Murat/dpa
    Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (M) unterstützt die Olympia-Bewerbung. - Bild: Marijan Murat/dpa
Die bayerische Delegation hat Grund zur Freude. - Bild: Marijan Murat/dpa DOSB-Präsident Thomas Weikert verriet den Sieger unfreiwillig etwas zu früh. - Bild: Marijan Murat/dpa Münchens Oberbürgermeister Dominik Krause (l) und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder dürfen sich weiter Hoffnungen auf Olympische Spiele machen. - Bild: Marijan Murat/dpa Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (M) unterstützt die Olympia-Bewerbung.  - Bild: Marijan Murat/dpa

München ist Deutschlands Bewerber für die Austragung künftiger Olympischer und Paralympischer Spiele.

Deutlicher Sieg gegen Köln-Rhein-Ruhr

Bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB) in Baden-Baden setzte sich die bayerische Landeshauptstadt mit 91 zu 50 Stimmen gegen Köln-Rhein-Ruhr durch. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verkündete das Ergebnis gemeinsam mit DOSB-Präsident Thomas Weikert.

Bei der Übergabe des Umschlags war der Name des Siegers bereits sichtbar. „Der Sieger ist München“, sagte Steinmeier mit einem Schmunzeln. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder dankte für das Vertrauen, Münchens Oberbürgermeister Dominik Krause sprach von „unendlicher“ Freude.

Unterstützung aus Politik und Sport

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst gratulierte als einer der ersten. Köln-Rhein-Ruhr habe eine exzellente Bewerbung vorgelegt, am Ende hätten Nuancen entschieden, erklärte der CDU-Politiker.

Bundeskanzler Friedrich Merz signalisierte Unterstützung für die deutsche Bewerbung. Deutschland wolle die Olympischen und Paralympischen Spiele ins Land holen, erklärte er. Auch der neue Sport-Staatsminister Ronald Rauhe warb für ein gemeinsames Ziel.

München lag in der Bewertung vorn

München galt vor der geheimen Abstimmung als Favorit. In der Bewertung der DOSB-Evaluierungskommission schnitt das Münchner Konzept knapp besser ab als die Bewerbung von Köln-Rhein-Ruhr. Mit Ausnahme von Fußballspielen in Stuttgart und den Segelwettbewerben in Kiel sollen die Wettkämpfe überwiegend in Bayern stattfinden.

Erstmals seit 1972

München könnte die Olympischen Spiele damit erstmals seit 1972 wieder nach Deutschland holen. Mehrere deutsche Bewerbungen um Sommer- und Winterspiele waren seither gescheitert. In einer Bürgerbefragung im vergangenen Oktober erhielt der Münchner Olympia-Plan eine Zwei-Drittel-Mehrheit.

2013 war eine Bewerbung Münchens um die Winterspiele 2022 bei einem Bürgerentscheid gescheitert. Auch Hamburg und Berlin hatten zuletzt Olympia-Pläne verfolgt. In Hamburg stimmte die Mehrheit gegen das Konzept, Berlin zog seine Bewerbung zwei Tage vor der DOSB-Abstimmung zurück.

Entscheidung über 2036 soll 2029 fallen

Nun beginnt der internationale Wettbewerb. DOSB und München müssen dem Internationalen Olympischen Komitee Detailpläne und finanzielle Garantien vorlegen. Eine erste Vorauswahl für die Sommerspiele 2036 soll im März 2027 abgeschlossen werden; die IOC-Entscheidung ist für 2029 vorgesehen.

Neben München gelten unter anderem Bewerbungen aus Indien und Katar als möglich. Auch europäische Städte und Regionen prüfen einen Anlauf. Das IOC erwägt zudem eine Doppelvergabe der Spiele 2036 und 2040.

Der nationale Schritt ist erst der Anfang

Mit der Entscheidung für München beginnt nicht die Vorbereitung auf Olympische Spiele, sondern zunächst das internationale Bewerbungsverfahren. Der DOSB muss dem Internationalen Olympischen Komitee ein belastbares Konzept vorlegen und dabei Sportstätten, Verkehr, Unterbringung, Nachhaltigkeit und finanzielle Garantien zusammenführen. Die IOC-Entscheidung über 2036 ist für 2029 vorgesehen.

München bringt mit dem Olympiapark eine symbolträchtige Anlage und nach Angaben der dpa ein Konzept mit überwiegend kurzen Wegen ein. Zugleich zeigt die Bewertung, dass Köln-Rhein-Ruhr bei einzelnen Kriterien stark war. Die nationale Auswahl beendet diesen Wettbewerb, beseitigt aber nicht die grundlegende Herausforderung: Eine Bewerbung muss sportlich überzeugend, finanziell tragfähig und politisch langfristig abgesichert sein.

Akzeptanz bleibt entscheidend

Die Zustimmung der Bevölkerung ist für München ein wichtiger politischer Ausgangspunkt. Bei der Bürgerbefragung im vergangenen Oktober erhielt das Vorhaben eine Zwei-Drittel-Mehrheit. Die gescheiterte Winterspiel-Bewerbung von 2013 erinnert zugleich daran, dass Zustimmung nicht dauerhaft garantiert ist. Für die weitere Planung werden deshalb Transparenz bei Kosten, Nutzung der Anlagen und Auswirkungen auf Verkehr und Wohnraum zentral bleiben.

Deutschland hat seit den Sommerspielen 1972 keine Olympischen Spiele mehr ausgerichtet. Die Bewerbung kann dem Sport und der Infrastruktur Impulse geben, bindet aber über Jahre öffentliche Aufmerksamkeit und Ressourcen. Im internationalen Wettbewerb dürfte deshalb nicht allein die Strahlkraft Münchens zählen, sondern ebenso die Glaubwürdigkeit der Zusagen und die Fähigkeit, ein gesamtdeutsches Projekt daraus zu machen.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

n-tv: „Offiziell: München erhält Zuschlag für deutsche Olympia-Bewerbung“ (26.09.2026)

Der Bericht bestätige den Sieg Münchens im DOSB-Verfahren und ordne ihn als nächsten deutschen Anlauf nach mehreren gescheiterten Bewerbungen ein. Er hebe zusätzlich die möglichen internationalen Konkurrenten und die geplante Nutzung Kiels für die Segelwettbewerbe hervor, während die dpa-Meldung den nationalen Abstimmungstag und den weiteren Zeitplan ausführlicher darstelle.

Merkur: „Nach Olympia-Sieg steht Söder Mutprobe auf der Wiesn bevor: ‚Muss mich psychisch vorbereiten‘“ (26.09.2026)

Der Bericht bestätige die Entscheidung zugunsten Münchens und stelle vor allem die Reaktionen von Markus Söder und Dominik Krause in den Mittelpunkt. Anders als die dpa-Meldung widme er sich ausführlich regionalen Stimmen und der öffentlichen Inszenierung des Erfolgs; offen bleibe auch dort, ob München den internationalen Wettbewerb gewinnen könne.

Beide Berichte bestätigten den Münchner Zuschlag und die Niederlage von Köln-Rhein-Ruhr. Der n-tv-Bericht setze den Schwerpunkt auf den internationalen Bewerbungsweg, der Merkur auf Reaktionen aus München; die endgültige Entscheidung über den Austragungsort bleibe dem IOC-Verfahren vorbehalten.

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