Ifo: Regierung hat neue Schulden gröĂtenteils zweckentfremdet
17.03.2026 - 07:41:56 | dts-nachrichtenagentur.de"Wir haben festgestellt, dass die Politik die schuldenfinanzierten Mittel nahezu vollstĂ€ndig fĂŒr andere Zwecke, also zum Stopfen von Haushaltslöchern, genutzt hat. Das ist ein groĂes Problem. Die zusĂ€tzlich aufgenommenen Schulden sollten fĂŒr zusĂ€tzliche Investitionen eingesetzt werden, die das Wirtschaftswachstum langfristig stĂŒtzen", sagte Ifo-PrĂ€sident Clemens Fuest.
In den Daten zeigt sich, dass die Schuldenaufnahme im Jahr 2025 im Rahmen des SVIK um 24,3 Milliarden Euro erhöht wurde. Die tatsĂ€chlichen Investitionen des Bundes lagen aber nur um 1,3 Milliarden Euro ĂŒber den Investitionen von 2024. Damit ergibt sich eine LĂŒcke von 23 Milliarden Euro an zusĂ€tzlichen Schulden, die nicht in zusĂ€tzliche Investitionen geflossen sind.
Die Zweckentfremdung ergibt sich dadurch, dass die Regierung die Investitionssumme im Kernhaushalt 2025 gegenĂŒber 2024 reduziert hat: "Es kam zu Verschiebungen einzelner Posten vom Kernhaushalt in das kreditfinanzierte SVIK. Dazu gehören insbesondere ZuschĂŒsse im Verkehrsbereich, weshalb im Kernhaushalt weniger investiert wurde als in den Vorjahren. Ein groĂer Teil der Investitionen im Sondervermögen ist deshalb nicht zusĂ€tzlich", sagte Emilie Höslinger, Forscherin am Ifo-Zentrum fĂŒr Makroökonomik und Befragungen.
Nicht statthaft ist laut Institut das Argument, dass es wegen langwieriger Gesetzgebungsverfahren oder realwirtschaftlicher EngpĂ€sse zu einem verzögerten Abfluss der Mittel kam, denn dann hĂ€tten auch die Schulden nicht so stark ansteigen dĂŒrfen. "Die Bundesregierung hat in Zukunft die Möglichkeit, die Quote der Zweckentfremdung zu senken. Dazu mĂŒssten vor allem die Investitionsausgaben im Kernhaushalt erhöht werden, sonst kann man auch weiterhin nicht von zusĂ€tzlichen Investitionen sprechen", sagte Max Lay, Fachreferent am Ifo-Zentrum fĂŒr Finanzwissenschaft.
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