ROUNDUPNach, Absturz

Aliyev fordert SchuldeingestÀndnis von Moskau

29.12.2024 - 19:15:56

Nach dem Absturz der aserbaidschanischen Passagiermaschine mit 67 Menschen an Bord fordert PrÀsident Ilham Aliyev in Baku ein klares SchuldeingestÀndnis von Russland.

Die Maschine sei im russischen Luftraum ĂŒber der tschetschenischen Stadt Grosny vom Boden aus beschossen worden, sagte Aliyev im Interview des aserbaidschanischen Staatsfernsehens AzTV. Er gehe aber nicht davon aus, dass die russische Flugabwehr die Embraer habe absichtlich treffen wollen. Bestimmte russische Kreise hĂ€tten aber versucht, die Absturzursache zu vertuschen.

"Es ist klar, dass die endgĂŒltige Version erst nach Auswertung der Blackboxes bekannt wird", sagte er. Aber schon jetzt ergĂ€ben die Fakten ein Bild. Demnach verlor das Flugzeug im Raum Grosny die SteuerungsfĂ€higkeit, weil am Boden auch radioelektronische Mittel eingesetzt worden seien. "Das ist die erste BeschĂ€digung, die dem Flugzeug zugefĂŒgt wurde." Danach habe direktes Feuer die Maschine getroffen.

Bei dem Absturz nahe der kasachischen Stadt Aktau am Kaspischen Meer waren am Mittwoch 38 Menschen ums Leben gekommen, 29 ĂŒberlebten.

Aliyev fordert klares SchuldeingestÀndnis

"Leider haben wir von Russland in den ersten drei Tagen nichts als idiotische Versionen gehört", sagte Aliyev weiter. Neben einem klaren SchuldeingestÀndnis forderte er von Russland die Bestrafung der Verantwortlichen und Schadenersatz - auch nach der Entschuldigung von Kremlchef Wladimir Putin vom Vortag.

"Eines der Dinge, die uns frustriert und ĂŒberrascht haben, war, dass die russischen Beamten die Version von der Explosion eines Gasballons verbreiteten", sagte er. "Mit anderen Worten, dies zeigte offen, dass die russische Seite das Thema vertuschen wollte, und das gereicht natĂŒrlich niemandem zur Ehre."

Aliyev nahm in Baku auf dem Flughafen Abschied von den Opfern der Katastrophe, darunter auch drei Besatzungsmitglieder. Er lobte den Mut und die ProfessionalitÀt der Piloten, die das Flugzeug nach Kasachstan zur Notlandung gesteuert hatten.

Flugschreiber nach Brasilien

Die Untersuchungskommission beschloss unterdessen, die Flugschreiber der UnglĂŒcksmaschine in Brasilien auswerten zu lassen. Das teilte das kasachische Transportministerium in Astana mit. Die Flugzeuge vom Typ Embraer werden in Brasilien hergestellt.

@ dpa.de