Energie, Telekommunikation

Koalition will kritische Infrastruktur besser schĂŒtzen

05.01.2026 - 15:34:55 | dts-nachrichtenagentur.de

Nach dem Anschlag auf die Berliner Stromversorgung will die schwarz-rote Koalition im Bund einen verstÀrkten Schutz sensibler Daten zu kritischer Infrastruktur in Deutschland gesetzlich vorschreiben."Angesichts der grundsÀtzlichen Bedrohungslage besteht dringender Handlungsbedarf", sagte der SPD-Digitalpolitiker Johannes SchÀtzl dem "Handelsblatt" (Dienstagsausgabe).

Aufgerissener BĂŒrgersteig (Archiv) - Foto: via dts Nachrichtenagentur
Aufgerissener BĂŒrgersteig (Archiv) - Foto: via dts Nachrichtenagentur
"Öffentlich frei zugĂ€ngliche Informationen können ein reales Sicherheitsrisiko darstellen." Daher sei eine AbwĂ€gung zwischen Transparenz und Schutzinteressen erforderlich. "Ich sehe keinen sachlichen Grund, warum allgemein zugĂ€nglich sein sollte, wo genau Leitungen, Knoten oder Kabel verlaufen."

Ähnlich Ă€ußerte sich der Vorsitzende des Geheimdienste-Kontrollgremiums im Bundestag, Marc Henrichmann (CDU). "In einem Akt politischer NaivitĂ€t und Kurzsichtigkeit wurde glĂ€serne Transparenz unserer kritischen Infrastruktur sogar allzu oft ĂŒber Sicherheitsinteressen gestellt", sagte er dem "Handelsblatt". "Der Vorfall in Berlin zeigt in besonderem Maße, wie verwundbar wir auch in Deutschland sind und welche schrecklichen Folgen AnschlĂ€ge wie dieser fĂŒr die Betroffenen nach sich ziehen." Der Bund werde "alles dafĂŒr tun, gewalttĂ€tige Extremisten und Feinde unserer Demokratie zu bekĂ€mpfen", versicherte Henrichmann.

SchĂ€tzl schlug vor, das parlamentarische Verfahren zum sogenannten Kritis-Dachgesetz zu nutzen, "um die Balance zwischen Transparenz und Schutzzielen auszugestalten". Das Gesetz soll verpflichtende Vorgaben fĂŒr Einrichtungen der sogenannten kritischen Infrastruktur (Kritis) schaffen, um Deutschland besser vor Sabotage, TerroranschlĂ€gen und den Folgen von Naturkatastrophen zu schĂŒtzen. Henrichmann sagte: "Das Kritis-Dachgesetz kann nur der Anfang eines langen Weges hin zu gesellschaftlicher WiderstandsfĂ€higkeit sein."

Der entsprechende Gesetzentwurf der Bundesregierung wurde im November 2025 erstmals im Bundestag beraten und anschließend zur weiteren Beratung an die AusschĂŒsse ĂŒberwiesen. Im Rahmen einer Expertenanhörung wurden die vorgesehenen Transparenzpflichten bereits als problematisch kritisiert.

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