ROUNDUPChina, Kenntnis

Keine Kenntnis von Kabel-Schaden in Ostsee

20.11.2024 - 13:18:14

Nach dem Beginn der Ermittlungen zu den SchÀden an zwei Kommunikationskabeln in der Ostsee und einer möglichen Verbindung zu einem chinesischen Schiff hat sich Peking zunÀchst bedeckt gehalten.

Angesprochen auf einen Bericht der "Financial Times", wonach der unter chinesischer Flagge fahrende Frachter "Yi Peng 3" zum Zeitpunkt der BeschĂ€digungen in der NĂ€he der Kabel gefahren sei, erklĂ€rte das Außenamt, die entsprechende Situation sei nicht bekannt.

China habe immer seine Pflichten als Flaggenstaat erfĂŒllt und verlange von chinesischen Schiffen, sich strikt an die jeweiligen Gesetze zu halten, betonte Sprecher Lin Jian in Peking. China messe dem Schutz von Unterwasser-Infrastruktur große Wichtigkeit bei, sagte er.

AuffÀllige Schiffsbewegungen

Zuvor hatten auch schwedische und finnische Medien berichtet, dass sich das chinesische Schiff an den Orten der DatenkabelbrĂŒche befunden haben soll. Dabei soll sein Funksignal zur Identifikation (AIS-Signal) plötzlich verschwunden sein. Ohne das besagte Schiff beim Namen zu nennen, berichtete der schwedische Minister fĂŒr Zivilverteidigung, Carl-Oskar Bohlin, von auffĂ€lligen Schiffsbewegungen, die zeitlich und rĂ€umlich mit dem Auftreten der SchĂ€den ĂŒbereinstimmten.

Unter anderem der schwedische Rundfunksender SVT berichtete, Marineschiffe aus Nato-LĂ€ndern hĂ€tten das aus einem russischen Ölhafen kommende Schiff nach den VorfĂ€llen an den Unterseekabeln auf seinem Weg aus der Ostsee in den Kattegat zwischen DĂ€nemark und Schweden beschattet. Mehrere Patrouillenschiffe der dĂ€nischen Marine sollen dem Schiff demnach gefolgt sein.

Offiziell bestĂ€tigt wurde das bislang nicht. Schiffsbewegungen zeigten jedoch, dass sich am Mittwoch mindestens zwei dĂ€nische MilitĂ€rschiffe im Kattegat sĂŒdlich der kleinen Insel Anholt in unmittelbarer NĂ€he der "Yi Peng 3" befanden. Das chinesische Schiff lag demnach vor Anker.

Ob der Frachter von den DĂ€nen festgesetzt wurde oder aus einem anderen Grund Halt machte, blieb unklar. Das dĂ€nische Verteidigungskommando Ă€ußerte sich dazu auf Anfrage zunĂ€chst nicht, bestĂ€tigte auf der Online-Plattform X jedoch, dass man in der NĂ€he der "Yi Peng 3" prĂ€sent sei. Weitere Kommentare habe man dazu nicht.

Pistorius geht von Sabotage aus

Die schwedischen Behörden hatten am Dienstag Ermittlungen wegen möglicher Sabotage an den beiden Datenkabeln eingeleitet, die in der Ostsee zwischen dem finnischen Helsinki und Rostock in Mecklenburg-Vorpommern sowie zwischen Schweden und Litauen verlaufen. Bereits vor der AnkĂŒndigung der Schweden hatte Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius gesagt, man mĂŒsse in den FĂ€llen von Sabotage ausgehen. Beweise dafĂŒr gebe es bislang aber nicht.

@ dpa.de