Zwei Brandenburger Minister verlassen BSW
08.01.2026 - 10:50:55Nach dem Bruch der SPD/BSW-Koalition in Brandenburg treten auch Verkehrsminister Detlef Tabbert und Gesundheitsministerin Britta MĂŒller aus dem BĂŒndnis Sahra Wagenknecht (BSW) aus. Das teilten sie in einer ErklĂ€rung mit, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.
Tabbert und MĂŒller wollen mit ihrem Schritt die HandlungsfĂ€higkeit der Regierung sichern und die BSW-internen Konflikte hinter sich lassen. Zuvor berichteten die «Potsdamer Neuesten Nachrichten».
Damit haben alle drei vorherigen BSW-Minister nach dem Crash der Koalition die Partei verlassen. Finanzminister und Vize-MinisterprĂ€sident Robert Crumbach hatte am Montag die Konsequenzen aus dem langwierigen Streit in der BSW-Landtagsfraktion gezogen. MĂŒller und Tabbert sind keine Landtagsabgeordneten.
MĂŒller und Tabbert wollen weiter als Minister arbeiten
Die Minister Tabbert und MĂŒller erklĂ€rten, ihre Mitgliedschaft im BSW zu beenden, «um ihre Arbeit als Minister weiterhin mit voller Konzentration auf die Belange der Brandenburgerinnen und Brandenburger ausĂŒben zu können». Sie wollten dazu beitragen, dass Landesregierung und Ressorts stabil und verlĂ€sslich arbeitsfĂ€hig blieben. «Unser Augenmerk gilt in diesen Wochen einzig der Frage, wie wir Brandenburg gut durch diese politische Phase fĂŒhren â nicht parteitaktischen Auseinandersetzungen.»Â
Sie schreiben weiter, sie sĂ€hen es als ihre Aufgabe, auch in einer Minderheitskonstellation verlĂ€ssliche Partner fĂŒr Kommunen, VerbĂ€nde und alle Akteure im Land zu sein und BrĂŒcken in den Landtag hineinzubauen. Sie beteuerten, sie wollten ihre Arbeit in der Landesregierung «mit derselben VerlĂ€sslichkeit und LoyalitĂ€t fortsetzen, die der MinisterprĂ€sident ihnen zugesprochen hat (...)».
BSW vor Scherbenhaufen
MinisterprĂ€sident Dietmar Woidke (SPD) hatte die bisherige Rot-Lila-Koalition am Dienstag nach etwas mehr als einem Jahr fĂŒr beendet erklĂ€rt. Er gab als GrĂŒnde InstabilitĂ€t wegen des Zerfalls der BSW-Landtagsfraktion und das Fehlen eines von der SPD geforderten Bekenntnisses zur Koalition an. Drei Abgeordnete - darunter Crumbach - hatten zuletzt die Fraktion verlassen. Woidke plant eine Koalition von SPD und CDU. Die GesprĂ€che sollen zĂŒgig beginnen. Die CDU hat sich offen fĂŒr GesprĂ€che gezeigt. Vorerst soll aber eine Minderheitsregierung weitermachen.Â
MĂŒller war erst im Herbst 2025 dem BSW beigetreten, nachdem sie im Herbst 2024 aus der SPD ausgetreten war. Tabbert war frĂŒher Linke-Politiker. Der ehemalige Templiner BĂŒrgermeister wechselte im Mai zum BSW. Beide schaffen mit ihrer Entscheidung nun Klarheit in der Minderheitsregierung. Das BSW steht damit vor einem Scherbenhaufen. Landeschefin Friederike Benda und der Fraktionsvorsitzende Niels-Olaf LĂŒders werfen der SPD vor, sie habe den Bruch mit dem BSW und einen Wechsel zu einer SPD/CDU-Koalition schon lĂ€nger geplant.
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