ĂrzteprĂ€sident fĂŒr Ăberarbeitung des Cannabis-Gesetzes
25.02.2024 - 13:34:50 | dpa.deĂrzteprĂ€sident Klaus Reinhardt sprach sich dafĂŒr aus, die Umsetzung dort noch aufzuhalten. "Umsetzen mĂŒssen das Gesetz letzten Endes die BundeslĂ€nder", sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Samstag). Bei ihnen gebe es auch wegen Warnungen von Ărzteschaft, Justiz, Polizei und PĂ€dagogen erhebliche Bedenken. "Der richtige Ort, um diese Bedenken zu artikulieren, ist der Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat." Dort mĂŒsse das Gesetz frei von parteipolitischen ZwĂ€ngen noch einmal grundsĂ€tzlich ĂŒberdacht werden, sagte Reinhardt.
Der Bundestag hatte am Freitag mit klarer Mehrheit eine kontrollierte Freigabe der Droge beschlossen. Nach dem Gesetz der Ampel-Koalition sollen Besitz und Anbau zum 1. April mit zahlreichen Vorgaben fĂŒr VolljĂ€hrige zum Eigenkonsum legal werden. Erlaubt werden sollen auch nicht-kommerzielle "Anbauvereinigungen". Das Gesetz soll am 22. MĂ€rz abschlieĂend in den Bundesrat kommen. ZustimmungsbedĂŒrftig ist es nicht, die LĂ€nderkammer könnte prinzipiell aber den Vermittlungsausschuss anrufen und das Verfahren abbremsen.
Aus den LĂ€ndern wurden bereits Bedenken wegen der kurzen Frist bis zum 1. April laut. Nordrhein-Westfalen will sich im Bundesrat dafĂŒr einsetzen, dass das Gesetz erst spĂ€ter in Kraft tritt. "Die verbleibende Zeit von nur fĂŒnf Wochen reicht nicht annĂ€hernd aus, damit die Staatsanwaltschaften und Gerichte in Nordrhein-Westfalen die Regelungen zum rĂŒckwirkenden Straferlass fristgerecht umsetzen können", sagte Justizminister Benjamin Limbach (GrĂŒne) am Freitag. Allein in NRW mĂŒsste in zehntausenden FĂ€llen geprĂŒft werden, ob verhĂ€ngte Strafen ganz oder teilweise zu erlassen seien. Auch Hamburgs Justizsenatorin Anna Gallina (GrĂŒne) bemĂ€ngelte die Verabschiedung des Gesetzes, "ohne dass den LĂ€ndern fĂŒr die Vorbereitung der Umsetzung ausreichend Zeit gegeben wird".
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