BVB-Aus, Viertelfinale

BVB-Aus im Viertelfinale trotz spÀten Comebacks gegen Real

06.07.2025 - 00:29:49

Nach dem FC Bayern scheitert auch Borussia Dortmund bei der Club-WM im Viertelfinale. Gegen Xabi Alonsos Real Madrid war der BVB lange ohne Chance - bis zur spektakulÀren Schlussphase.

Die Club-Weltmeisterschaft in den USA geht ohne deutsche Beteiligung in ihre letzte Woche. Xabi Alonsos Real Madrid fĂŒhrte Borussia Dortmund im Viertelfinale in East Rutherford bei Manhattan beim 3:2 (2:0) 20 Minuten lang vor. Die schwache Anfangsphase des BVB war trotz einer spĂ€ten Aufholjagd auch der Grund fĂŒrs Ausscheiden. Zuvor war schon der FC Bayern an Champions-League-Sieger Paris Saint-Germain (0:2) gescheitert. 

Wenige Stunden spĂ€ter war der BVB in seinem ersten Spiel bei richtiger WM-AtmosphĂ€re vor gut 76.611 Zuschauern zu Beginn chancenlos. Gonzalo GarcĂ­a (10. Minute) und Fran GarcĂ­a (20.) schossen das Alonso-Team im riesigen MetLife-Stadion frĂŒh auf die Siegerstraße. Das fast nur aus internationalen Madrid-Fans bestehende Publikum war verzĂŒckt.

SpektakulÀre Nachspielzeit

Dem BVB gelang in einer wilden Nachspielzeit zunĂ€chst der Anschlusstreffer durch den eingewechselten Maximilian Beier (90.+2), ehe Kylian MbappĂ© (90.+4) kurz darauf das 3:1 erzielte. Serhou Guirassy traf per Elfmeter zum Endstand (90.+8), nachdem Reals Dean Huijsen den TorjĂ€ger zu Fall brachte und fĂŒr eine Notbremse auch noch die Rote Karte sah. Real-Torwart Thibaut Courtois verhinderte sogar noch das mögliche 3:3.

«Wir haben nicht aufgegeben. Das ist schon mal eine gute Charaktereigenschaft», sagte Verteidiger Waldemar Anton dem Streamingdienst DAZN. Die Niederlage mĂŒsse man akzeptieren, sagte der BVB-Profi, der vor allem mit der ersten HĂ€lfte haderte.

Durch den Sieg trifft Madrid im Halbfinale auf Paris und erhĂ€lt weitere 21 Millionen US-Dollar. Die Dortmunder fliegen dagegen mit insgesamt gut 53 Millionen Dollar an FIFA-Preisgeldern direkt nach dem Spiel nach Hause. FĂŒr die BVB-Profis geht es nun erst einmal wieder fĂŒr mindestens zwei Wochen in den Urlaub, weil ohne den gelb-gesperrten Jobe Bellingham gegen Real lange nur wenig funktionierte. Es sei eine «bittere Niederlage», betonte Dortmunds Julian Brandt.

Real tat nach dem schnellen 2:0 nicht mehr als nötig

Xabi Alonso musste in seinem ersten Spiel als Real-Coach gegen eine deutsche Mannschaft von der Seitenlinie zunĂ€chst kaum eingreifen. «NatĂŒrlich kenne ich Dortmund sehr gut, aber das bringt nichts. Das ist ein neues Spiel», hatte der Leverkusener Meistercoach von 2024 zuvor gesagt.

TatsĂ€chlich lief es fĂŒr den Favoriten schnell nach Plan, weil die Dortmunder Abwehr immer wieder zu lĂŒckenhaft agierte. Dies nutzte Alonso-Entdeckung GarcĂ­a schon nach zehn Minuten konsequent aus. Der 21-JĂ€hrige erzielte sein viertes WM-Tor im fĂŒnften Spiel, weil Gegenspieler Anton nicht aufpasste und zuvor Marcel Sabitzer eine gefĂŒhlvolle Flanke von Arda GĂŒler nicht verhinderte. Der zuvor erkrankte Superstar MbappĂ© saß derweil erneut zunĂ€chst nur auf der Bank. 

Sabitzer spielte ĂŒberraschend von Beginn an fĂŒr Felix Nmecha. «Wir brauchen heute auch eine klare Kompaktheit, einen klaren Sechser. Und da ist fĂŒr mich der Sabi schon eher derjenige, der die Position mehr hĂ€lt als der Felix», begrĂŒndete Kovac dies vor dem Spiel beim Streamingdienst DAZN. 

BVB hinten nachlÀssig, vorne lange harmlos

Der BVB-Coach hoffte angesichts der hohen Temperaturen am Samstagnachmittag (Ortszeit) in New Jersey auch auf Ballbesitzphasen, «denn bei der Hitze braucht man auch den Ball». TatsĂ€chlich lief sein Team Real anfangs nur hinterher. Nur zehn Minuten nach dem RĂŒckstand erhöhte Fran GarcĂ­a zum 2:0. Diesmal verweigerte die gesamte Dortmunder Abwehr jegliche VerteidigungsbemĂŒhungen.

Wie in der Stierkampfarena fĂŒhrte Real die BVB-Profis vor, das Publikum brĂŒllte bei jedem Ballkontakt der Spanier verzĂŒckt «olé» und die Dortmunder staunten. Im Anschluss daran schonte Real bei 30 Grad die KrĂ€fte und ĂŒberließ dem BVB tatsĂ€chlich den Ball, der damit allerdings so gut wie nichts anfangen konnte. 

Kovac setzte in der Pause noch einmal ein Zeichen und wechselte dreifach: Nmecha, Yan Couto und Beier kamen fĂŒr Pascal Groß, Niklas SĂŒle und Karim Adeyemi. Am Spiel Ă€nderte dies kaum etwas. Beier brachte etwas frischen Wind, insgesamt blieb Dortmund aber bis zur Nachspielzeit harmlos. Real tat nicht mehr als nötig, ehe eine wilde Schlussphase folgte. Höhepunkt der zweiten HĂ€lfte war die Einwechslung von Luka Modric. Der 39 Jahre alte Ballon-d'Or-Gewinner von 2018 wird die Madrilenen nach der Club-WM und 13 Jahren verlassen.

@ dpa.de