Gesundheit, Kinder-

Kinder- und JugendĂ€rzte fĂŒr bundesweite Drug-Checking-Projekte

10.06.2023 - 08:20:06 | dts-nachrichtenagentur.de

Nach dem Start eines Drug-Checking-Projekts in Berlin sprechen sich Vertreter von Kinder- und JugendĂ€rzten fĂŒr eine bundesweite EinfĂŒhrung aus.

Ecstasy-Pillen - Foto: ĂŒber dts Nachrichtenagentur

"Wir als Verband begrĂŒĂŸen, dass Drogen in Berlin im Moment gefahrlos getestet werden können, und wĂŒrden eine bundesweite Ausweitung befĂŒrworten", sagte Jakob Maske, Sprecher des Berufsverbands der Kinder- und JugendĂ€rzte, der "Welt". "Ein Nachweis von toxischen Substanzen birgt die Möglichkeit, Jugendliche davon zu ĂŒberzeugen, die HĂ€nde vollstĂ€ndig von Drogen zu lassen und sorgt fĂŒr eine zusĂ€tzliche Sicherheit".

Burkhard Rodeck, GeneralsekretĂ€r der Deutschen Gesellschaft fĂŒr Kinder- und Jugendmedizin, sagte: "Das Berliner Drug-Checking-Projekt begrĂŒĂŸen wir, es ermöglicht den Konsumierenden, die Sicherheit des bereits gekauften Drogenproduktes zu ĂŒberprĂŒfen - die Gesundheitsrisiken bleiben." Besonders wichtig sei das Angebot von BeratungsgesprĂ€chen und Sprechstunden. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Berlin Ă€ußerte hingegen Kritik daran, dass es durch eine Kooperation mit der Staatsanwaltschaft und Polizei in der Hauptstadt keine Strafverfolgung in der NĂ€he der Beratungsstellen geben soll. "Unsere Kolleginnen und Kollegen unterliegen aber dem LegalitĂ€tsprinzip und können nicht jemanden mit Drogen durchwinken oder wegsehen, weil womöglich behauptet wird, dass man sich auf dem Weg zum DrugCheck befindet", kritisierte GdP-Sprecher Benjamin Jendro. "Wer verbotene Substanzen mit sich fĂŒhrt, begeht VerstĂ¶ĂŸe gegen den gesetzlichen Rahmen. Dann werden Anzeigen geschrieben und der Stoff konfisziert. Diese notwendige KriminalitĂ€tsbekĂ€mpfung kann und darf der Rechtsstaat nicht ignorieren. Jedem sollte jedoch klar sein, dass Dealer die Standorte kennen und den eigenen Handel im direkten Umfeld intensivieren werden." Die sucht- und drogenpolitischen Sprecher der Ampel-Bundestagsfraktionen sprechen sich fĂŒr eine zeitnahe Änderung des BetĂ€ubungsmittelgesetzes aus, um Drug-Checking bundesweit zu ermöglichen. Ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) teilte der "Welt" mit: "GesundheitsgefĂ€hrdung durch Verunreinigungen von Drogen zu vermeiden, begrĂŒĂŸt das BMG ausdrĂŒcklich. Wichtig ist aber, gleichzeitig zu kommunizieren, dass damit Drogenkonsum nicht ungefĂ€hrlich wird. Der beste Drogenkonsum ist gar kein Drogenkonsum. Es wird zurzeit beraten, wie das Berliner Projekt auch bundesweit Schule machen kann. Diesen Beratungen möchten wir nicht vorgreifen."

dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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