Grimm, Union

Grimm: Union und SPD sollten Soli freiwillig abschaffen

26.03.2025 - 11:36:36

Nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts hat die Wirtschaftsweise Veronika Grimm die möglichen Koalitionspartner Union und SPD aufgefordert, den SolidaritĂ€tszuschlag aus freien StĂŒcken abzuschaffen.

Dies wĂ€re "sinnvoll", sagte die NĂŒrnberger Ökonomieprofessorin den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Donnerstagsausgaben). "Wir brauchen eine Entlastung der Unternehmen, die in großen Teilen durch den Soli belastet werden." Der Standort mĂŒsse attraktiver werden. Das Gericht habe der Verhandlern die Aufgabe nicht abgenommen, stellte Grimm fest.

"Sie mĂŒssen nun aushandeln, ob der Soli bleiben oder entfallen soll." Die Union will in den Koalitionsverhandlungen mit der SPD ungeachtet des Verfassungsgerichtsurteils zum SolidaritĂ€tszuschlag an der steuerlichen Entlastung von Unternehmen festhalten und schließt dabei auch die Abschaffung des Solis weiterhin nicht aus. "Der SolidaritĂ€tszuschlag wurde heute fĂŒr rechtlich noch zulĂ€ssig erklĂ€rt. Politisch brauchen wir aber dringend eine steuerliche Entlastung von Unternehmen und Mittelstand, damit unsere Wirtschaft wieder in Schwung kommt", sagte Unionsfraktionsvize Mathias Middelberg der "Rheinischen Post" (Donnerstagsausgabe). "Ob dies ĂŒber eine Abschaffung des Solis und/oder eine Unternehmenssteuerreform geschieht, ist Gegenstand der Koalitionsverhandlungen", sagte Middelberg. Die GrĂŒnen forderten die Union dagegen auf, ihre PlĂ€ne zur Abschaffung des Zuschlags aufzugeben. "Friedrich Merz sollte jetzt einen Schritt auf die RealitĂ€t zugehen, die SteuerplĂ€ne der Union einstampfen und fĂŒr eine gerechte Finanzierung unseres Gemeinwesens sorgen", sagte GrĂŒnen-Fraktionsvize Andreas Audretsch der "Rheinischen Post". "Die SPD darf sich nicht mit Formel-Kompromissen abspeisen lassen. Ich erwarte von Union und SPD mehr Gerechtigkeit in der Steuerpolitik. Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts von heute ist dafĂŒr eine gute Grundlage", sagte der GrĂŒnen-Politiker. "Friedrich Merz hat im Wahlkampf immer wieder gefordert, den Soli ersatzlos zu streichen. Man kann nicht einerseits hohe Schulden aufnehmen und andererseits daran arbeiten den Reichsten im Land Steuergeschenke zu machen", sagte er. "Die Reichsten des Landes werden auch weiterhin einen Beitrag zur Finanzierung unseres Gemeinwesens leisten mĂŒssen. Über zwölf Milliarden Euro jĂ€hrlich standen auf dem Spiel. Die KlĂ€ger der FDP hatten vor, ausgerechnet in diesen Zeiten Steuern fĂŒr die Reichsten des Landes zu senken, das wĂ€re absurd und hĂ€tte fĂŒr zusĂ€tzlichen Sprengstoff in der Gesellschaft gesorgt. Ein wichtiges Urteil im Sinne der Gerechtigkeit", sagte Audretsch.

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