Forsa-Umfrage Thüringen: starke Verluste für die CDU, die Linke gewinnt deutlich

07.02.2020 - 10:37:35 | ad-hoc-news.de

Nach dem Wahldesaster von Erfurt: Forsa-Wählerumfrage in Thüringen deutet auf massive CDU-Verluste und eine Mehrheit für Ramelow und Rot-Rot-Grün.

CDU-Logo - Foto: über dts Nachrichtenagentur
Eine Wählerbefragung in Thüringen, die das Meinungsforschungsinstituts Forsa nach der Erfurter Ministerpräsidenten-Wahl im Auftrag des „RTL/ntv-Trendbarometers“ durchführte, zeigt starke Verluste für die CDU. Fänden zum jetzigen Zeitpunkt Landtagswahlen statt, dann käme die CDU Thüringen nur noch auf 12 Prozent aller Wählerstimmen. Damit läge die CDU-Landespartei fast 10 Prozent unter ihrem mit 21,7 Prozent bereits historisch schlechten Ergebnis bei den Landtagswahlen vom 27. Oktober 2019. Dagegen könnte die Linkspartei nun mit einem Stimmenanteil von 37 Prozent rechnen, was einen kräftigen Zuwachs von 6 Prozent gegenüber den letzten Landtagswahlen bedeutete. Die FDP, deren Vertreter Thomas Kemmerich am 5. Februar 2020 mit den Stimmen von AfD und CDU überraschend zum thüringischen Ministerpräsidenten gewählt worden war, wäre mit einem Stimmenanteil von nur noch 4 Prozent (minus 1 Prozent) nicht mehr im Landesparlament vertreten. Alle übrigen im Erfurter Landtag vertretenen Parteien könnten mit Zuwächsen rechnen: Die SPD würde sich leicht auf 9 Prozent er holen (Oktober 2019: 8,2 Prozent). Der Wähleranteil der Grünen stiege um immerhin 1,8 Prozentpunkte auf 7 Prozent. Die bisherige Rot-Rot-Grüne Regierungskoalition käme gemeinsam auf 53 Prozent der Wählerstimmen und verfügte somit über eine absolute Regierungsmehrheit im Thüringer Landtag. Die AfD, die den Wahl-Eklat durch Unterstützung von Kemmerich (unter Stimmverweigerung gegenüber dem von dem AfD-Kandidaten Christoph Kindervater) entscheidend mitverursacht hatte, könnte nur mit einem leichten Zuwachs auf 24 Prozent rechnen (+ 0,6 Prozent). Für "sonstige" Parteien sprachen sich laut Forsa 7 Prozent der Befragten aus (Oktober 2019: 5,1 Prozent). Die Forsa-Umfrage gibt zudem Hinweise auf die grundsätzliche Bewertung des Wahlvorgangs: • Die meisten Thüringer halten die Wahl von Thomas Kemmerich zum Ministerpräsidenten durch die Abgeordneten von FDP, AfD und CDU für „weniger gut“ oder für „schlecht“. Lediglich 20 Prozent halten die Vorgehensweise, die zur Wahl des FDP-Ministerpräsidenten führte, für „gut“ oder „sehr gut“. • Die Bürger des Freistaats vertreten zu 56 Prozent die Auffassung, dass die Wahl vom Thomas Kemmerich mit Rückendeckung der AfD-Fraktion über Thüringen hinaus negative Folgen habe. Das politische System ganz Deutschlands werde durch die Erfurter Vorgänge gefährdet. • 72 Prozent aller Thüringer vertreten die Auffassung, dass Kemmerich die erfolgte Wahl hätte ablehnen müssen. • 70 Prozent halten den bereits angekündigten Rücktritt Kemmerichs vom Amt des Ministerpräsidenten für richtig. Nur 26 Prozent glauben, dass die Rücktrittsentscheidung falsch sei. • Für die CDU-Vorgehensweise zeigen lediglich 26 Prozent Verständnis, während 71 Prozent kein Verständnis aufbringen können. Hinsichtlich der Frage von Neuwahlen positionieren sich die Thüringer klar: • 68 Prozent plädieren für Neuwahlen, 29 Prozent sind dagegen. • Zwei Drittel aller Thüringer (65 Prozent) bedauern, dass Ministerpräsident Ramelow abgewählt wurde. • Bei einer Direktwahl des Ministerpräsidenten würden 64 Prozent aller Befragten für Ramelow stimmen. Die Kandidaten anderer Parteien hätten hingegen kaum eine realistische Chance: von den Direktstimmen erhielte Mike Mohring (CFU) 9 Prozent, der FDP-Ministerpräsident Thomas Kemmerich 6 Prozent und Christoph Kindervater von der AfD nur 3 Prozent. Der am 6. Februar 2020 durchgeführten Umfrage durch Forsa im RTL-Auftrag liegen die Einschätzungen von 1.003 Thüringern zugrunde.

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