Warnstreiks, Dutzenden

Warnstreiks beeintrĂ€chtigen ÖPNV in Dutzenden StĂ€dten

02.02.2024 - 04:57:39

Nach den FlughĂ€fen bestreikt die Gewerkschaft Verdi nun den ÖPNV. Vor allem Pendler und SchĂŒler mĂŒssen auf erhebliche EinschrĂ€nkungen im Bus-, Straßen- und U-Bahnverkehr einstellen.

Mit ganztĂ€gigen Warnstreiks im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) geht heute in vielen deutschen StĂ€dten eine chaotische Verkehrswoche zu Ende. Nach Bahn-Streiks am vergangenen Wochenende und Flughafen-Warnstreiks am Donnerstag trifft es nun Pendler und SchĂŒler in Bussen, U- und Straßenbahnen. Die Gewerkschaft Verdi will mit dem Arbeitskampf im laufenden ÖPNV-Tarifstreit in 15 BundeslĂ€ndern den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen. Betroffen ist der Nahverkehr in mehr als 80 StĂ€dten und rund 40 Landkreisen. 

Lediglich in Bayern wird nicht gestreikt, weil dort die TarifvertrĂ€ge noch laufen. Beim grĂ¶ĂŸten deutschen Nahverkehrsunternehmen, den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG), dauert der Ausstand lediglich bis 10.00 Uhr am Vormittag. FĂŒr die meisten anderen Streikorte soll der Arbeitskampf ganztĂ€gig laufen, betonte Verdi.

NRW besonders stark vom Streik betroffen

Besonders im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen dĂŒrfte sich der Warnstreik stark auswirken. Von den bundesweit 90.000 betroffenen BeschĂ€ftigten arbeitet laut Verdi rund ein Drittel in NRW. Doch auch in vielen anderen Regionen, insbesondere in grĂ¶ĂŸeren StĂ€dten, werden die EinschrĂ€nkungen zu spĂŒren sein. 

Erst am Vortag hatte die Gewerkschaft den bundesweiten Flugverkehr in Deutschland weitgehend zum Erliegen gebracht. An elf FlughĂ€fen hatte sie im Tarifkonflikt fĂŒr die Luftsicherheit zu ganztĂ€gigen Warnstreiks aufgerufen. Nur wenige Tage zuvor war ein mehrtĂ€giger Streik der Gewerkschaft Deutscher LokomotivfĂŒhrer (GDL) bei der Deutschen Bahn vorzeitig beendet worden. Er hatte zu weitreichenden BeeintrĂ€chtigungen im Fern- und Regionalverkehr auf der Schiene gefĂŒhrt.

Der neuerliche Arbeitskampf trifft nun vor allem SchĂŒlerinnen und SchĂŒler sowie Arbeitnehmer im Berufsverkehr. Sie mĂŒssen aufs Fahrrad, Auto oder auf die S-Bahn ausweichen oder von zu Hause aus arbeiten. Laut Verdi ist lediglich Aachen als grĂ¶ĂŸere Stadt nicht betroffen sowie die Region Mannheim-Heidelberg-Ludwigshafen.

Verdi: BeschÀftigte sollen entlastet und Beruf attraktiver werden

Hintergrund sind parallele Tarifverhandlungen im ÖPNV in fast allen BundeslĂ€ndern. In den meisten Runden geht es vor allem um die Arbeitsbedingungen fĂŒr die BeschĂ€ftigten. Verdi fordert unter anderem kĂŒrzere Arbeitszeiten ohne finanzielle Einbußen, lĂ€ngere Ruhezeiten zwischen einzelnen Schichten, mehr Urlaubstage oder mehr Urlaubsgeld. Damit sollen die BeschĂ€ftigten entlastet und der Beruf attraktiver werden. 

Auch die Arbeitgeber sehen die Notwendigkeit, attraktiver und moderner werden zu mĂŒssen, um auf dem begrenzten Arbeitsmarkt noch Personal zu finden. Gleichzeitig fĂŒrchten sie bei weniger Arbeitszeit Mehrbelastungen fĂŒr die vorhandenen BeschĂ€ftigten und hohe Kosten. 

In Brandenburg, im Saarland, Sachsen-Anhalt und ThĂŒringen wird auch ĂŒber höhere Löhne und GehĂ€lter verhandelt. In Brandenburg fordert Verdi 20 Prozent - mindestens aber 650 Euro mehr pro Monat - fĂŒr die BeschĂ€ftigten. Die Laufzeit des Tarifvertrags soll laut Verdi ein Jahr betragen. In Hamburg wird ĂŒber einen neuen Haustarifvertrag fĂŒr die Verkehrsbetriebe verhandelt.

UnterstĂŒtzt wird der Warnstreik von der Umweltbewegung Fridays for Future (FFF) mit regionalen Aktionen und Kundgebungen. FĂŒr die Organisation sind bessere Arbeitsbedingungen Voraussetzung dafĂŒr, dass der ÖPNV als Alternative zum Auto attraktiver wird.

@ dpa.de