Kritik an Trump-KĂŒrzungen wegen tödlicher Flut in Texas
07.07.2025 - 16:55:31 | dpa.deDer Wetterdienst warnte vor weiteren Sturzfluten. Es sei schwierig, die genauen Orte dafĂŒr zu bestimmen, aber jeder starke Regen sei jetzt potenziell gefĂ€hrlich. Das erschwerte es fĂŒr Retter, nach Vermissten zu suchen und zu evakuieren. In Medien und sozialen Netzwerken wurde zugleich Kritik an dem Krisenmanagement laut. Die Flutwarnungen seien zu spĂ€t gekommen, hieĂ es.
Seit Freitagmorgen war es in einem Urlaubsgebiet im SĂŒden der USA binnen kurzer Zeit zu heftigen Ăberschwemmungen gekommen. Viele Kinder und Erwachsene hatten an Flussufern gecampt und sind nun tot. Im Netz kursierten Zeitraffer-Videoaufnahmen, die zeigen sollen, wie schnell das Wasser binnen kĂŒrzester Zeit anschwoll und ĂŒber die Ufer trat.
"Unsere Herzen sind gebrochen"
Besonders schlimm hatte es ein christliches MĂ€dchencamp getroffen. Das "Camp Mystic" trauert um 27 tote Camper und Betreuer. "Unsere Herzen sind an der Seite der Familien gebrochen, die diese unvorstellbare Tragödie ertragen mĂŒssen. Wir beten stĂ€ndig fĂŒr sie", teilte das Camp zusammen mit der Zahl der TodesfĂ€lle mit. Laut Camp, das verwĂŒstet wurde, wird weiter nach vermissten MĂ€dchen gesucht. Bislang sind nach Behördenangaben insgesamt etwa 80 TodesfĂ€lle bestĂ€tigt. Ob die Zahlen des Camps inbegriffen sind oder nicht, war unklar. Die Region wollte am Vormittag (Ortszeit) wieder ĂŒber den aktuellen Stand informieren.
Trump-KĂŒrzungen in der Kritik
Auch die KĂŒrzungen der Regierung von PrĂ€sident Donald Trump beim Wetterdienst (NWS) unter seinem damaligen Berater Elon Musk gerieten in den Fokus. Medienberichten zufolge wurden seit Trumps Amtsantritt mehrere Hundert Meteorologen entlassen. Der PrĂ€sident verneinte aber am Sonntag die Frage, ob er diese wieder einstellen wĂŒrde. Die Katastrophe sei unvorhersehbar gewesen. "Dies geschah innerhalb von Sekunden, niemand hat das erwartet", sagte er vor Journalisten. Trump hatte fĂŒr die betroffene Region den Katastrophenfall erklĂ€rt und damit weitere Bundeshilfen freigegeben.
Auf seine PlĂ€ne angesprochen, die Katastrophenschutzbehörde (Fema) abzuschaffen oder drastisch zu verkleinern, sagte Trump, darĂŒber könne spĂ€ter gesprochen werden. Nun sei diese mit der Lage in Texas beschĂ€ftigt.
Trump: "Jahrhundertkatastrophe"
Die Fema-Behörde sei zudem eine Angelegenheit seines demokratischen VorgĂ€ngers Joe Biden gewesen. Allerdings mache er diesen nicht fĂŒr die Situation verantwortlich: "Das ist eine Jahrhundertkatastrophe, und es ist so schrecklich, das mit anzusehen", ergĂ€nzte er. Voraussichtlich am Freitag werde er das Flutgebiet besuchen.
PlĂ€ne fĂŒr bessere Warnsysteme scheiterten
Da die Gefahr von Sturzfluten in dem betroffenen Gebiet bekannt sei, habe es schon vor Jahren PlĂ€ne fĂŒr ein besseres Warnsystem gegeben, hieĂ es in Medienberichten. So hĂ€tten örtliche Behörden darĂŒber diskutiert, Sirenen und Pegelanzeigen zu installieren. Aus KostengrĂŒnden sei dies aber verworfen worden, schrieb die "New York Times". Stattdessen seien die Menschen nun ĂŒber Textnachrichten gewarnt worden, die fĂŒr einige zu spĂ€t gekommen oder ĂŒbersehen worden seien.
Erst vor wenigen Monaten sei zudem im texanischen Kongress ein Gesetzentwurf zur Verbesserung der Katastrophenhilfe gescheitert, meldete die Zeitung "The Texas Tribune". Der Stadtverwalter von Kerrville, Dalton Rice, sagte, die Behörden wĂŒrden die NotfallmaĂnahmen nun ĂŒberprĂŒfen.
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