Softwarepanne, Wahl

Softwarepanne bei Wahl in Sachsen – Ergebnis korrigiert

02.09.2024 - 14:20:14 | dpa.de

Nach einem Softwarefehler greift die Wahlleitung zu altmodischen Mitteln. Sie rechnet nach und korrigiert die Sitzverteilung im Landtag - zum Nachteil fĂŒr die AfD. Die sieht es aber recht gelassen.

Wahlleiter korrigiert Ergebnis der Landtagswahl in Sachsen - Foto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa
Wahlleiter korrigiert Ergebnis der Landtagswahl in Sachsen - Foto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

Bei der Berechnung der Sitzverteilung im neuen sĂ€chsischen Landtag hat es eine Panne gegeben. Aufgrund eines Softwarefehlers wurde nach der Landtagswahl eine falsche Anzahl der Mandate fĂŒr die einzelnen Parteien veröffentlicht, wie die Landeswahlleitung mitteilte. Daraufhin musste das Ergebnis korrigiert werden. 

Demnach bekommen die GrĂŒnen und die SPD je einen Sitz mehr, die CDU und die AfD je einen Sitz weniger als zunĂ€chst angegeben. Die bisherige Koalition von CDU, GrĂŒnen und SPD hat trotz der VerĂ€nderung weiterhin keine Mehrheit im neuen Landtag. Durch die Neuberechnung verliert die zweitplatzierte AfD aber die sogenannte SperrminoritĂ€t im Land. 

AfD will intern prĂŒfen

Mit SperrminoritÀt ist gemeint, dass eine Partei mehr als ein Drittel der Mandate im Landtag hat. Sie kann in diesem Fall bestimmte Landesgesetze, die mit einer Zweidrittelmehrheit aller Abgeordneter entschieden werden, verhindern. In Sachsen werden wie auch in anderen BundeslÀndern etwa Verfassungsrichter und die Spitze des Landesrechnungshofs mit Zweidrittelmehrheit aller Parlamentarier gewÀhlt. Bestimmte Posten hÀtten dann also ohne AfD-Zustimmung nicht nachbesetzt werden können. Zudem hÀtte sie verhindern können, dass der Landtag sich selbst auflöst.

Der sĂ€chsische AfD-GeneralsekretĂ€r Jan Zwerg nahm die Neuberechnung gelassen zur Kenntnis. Seine Partei wolle die Berechnungsgrundlage intern ĂŒberprĂŒfen. Landesparteichef Jörg Urban betonte, dass ihm vor allem die Frage der Neuverschuldung am Herzen liege. So mĂŒsste der Landtag bestimmte Kreditaufnahmen mit Zwei-Drittel-Mehrheit beschließen. Zudem kĂŒndigte er an, mit den neuen Mehrheiten im Landtag einen Untersuchungsausschuss zu Corona und der Mittelvergabe fĂŒr Asylpolitik einzusetzen zu wollen.

Neue Sitzverteilung im sÀchsischen Landtag

Nach dem korrigierten Ergebnis kommt die CDU auf 41 Mandate, die AfD auf 40. Das BSW hat 15 Sitze, die SPD 10, die GrĂŒnen 7. Die Linke hat 6 Mandate, die Freien WĂ€hler gewannen ein Direktmandat. Im sĂ€chsischen Landtag gibt es insgesamt 120 Sitze.

Mehrere Parteien und Experten von «Wahlrecht.de» waren zuvor davon ausgegangen, dass sich der Landeswahlleiter bei der neuen Sitzverteilung verrechnet haben könnte. Das hatte zunÀchst die «Leipziger Volkszeitung» berichtet. 

Landeswahlleitung: Software hat zuvor einwandfrei funktioniert

«Aufgrund von Hinweisen haben wir die Berechnung ĂŒberprĂŒft, den Fehler festgestellt und die Sitzzuteilung manuell nachgerechnet», hieß es auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Die Landeswahlleitung berief sich auf einen Softwarefehler. 2023 wurde das Wahlgesetz geĂ€ndert. Seitdem kommt eine spezielle Software fĂŒr die Berechnung der Sitzverteilung zum Einsatz. Diese sei im Vorfeld intensiv getestet worden. 

Bei der Kommunalwahl am 9. Juni habe diese fehlerfrei funktioniert. Auch bei Wahltests zur Landtagswahl sei kein Fehler aufgetreten. Der IT-Dienstleister arbeite an der Analyse und Behebung des Fehlers.

Die CDU kam am Sonntagabend nach dem vorlĂ€ufigen Ergebnis auf 31,9 Prozent (2019: 32,1 Prozent). Die AfD liegt mit 30,6 Prozent (27,5) knapp dahinter. Das BSW erreichte aus dem Stand 11,8 Prozent. Die SPD landete bei 7,3 Prozent (7,7). Die Linke rutschte dramatisch ab auf 4,5 Prozent (10,4). Die GrĂŒnen bekamen 5,1 Prozent (8,6). Die FDP verpasste mit nur 0,9 Prozent (4,5) erneut den Einzug in den Landtag - wie schon bei den vergangenen zwei Landtagswahlen. An dem vorlĂ€ufigen Ergebnis der Landtagswahl gab es keine Änderungen. 

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