Bundesliga, VfB Stuttgart

Demirovic glÀnzt: VfB verhindert St. Paulis Sprung auf eins

19.09.2025 - 22:25:16 | dpa.de

Nach einem Stolperstart in die Saison steht der VfB Stuttgart gegen St. Pauli unter Druck - und hĂ€lt diesem stand. Der zweite Heimsieg der Saison dĂŒrfte bei den Schwaben fĂŒr etwas Ruhe sorgen.

Der KapitĂ€n sitzt draußen: Atakan Karazor - Foto: Tom Weller/dpa
Der KapitĂ€n sitzt draußen: Atakan Karazor - Foto: Tom Weller/dpa

Ermedin Demirovic und der VfB Stuttgart haben den Sprung des FC St. Pauli an die Tabellenspitze der Fußball-Bundesliga verhindert. Nach seinem Stotterstart in die Saison verschaffte sich der DFB-Pokalsieger mit einem 2:0 (1:0)-Erfolg die von Trainer Sebastian Hoeneß erhoffte «Ruhe». Zudem fĂŒgte der VfB den stark gestarteten Hamburgern, die zumindest fĂŒr eine Nacht auf Platz eins hĂ€tten klettern können, die erste Niederlage zu.

«Es war die Reaktion, die es gebraucht hat», sagte Stuttgarts Sportvorstand Fabian Wohlgemuth bei Sky. Unter der Woche sei der Ton «ein bisschen schÀrfer» gewesen. Die Mannschaft habe diesmal von Anfang an «mehr Energie, mehr Laufbereitschaft» gezeigt. Der Sieg sei «absolut verdient».

ZunĂ€chst schien es so, als wĂŒrde Angelo Stiller zur unglĂŒcklichen Figur des Abends avancieren. Erst verschoss der Nationalspieler nach 25 Minuten einen Strafstoß und wenig spĂ€ter scheiterte er frei vor GĂ€ste-Torwart Nikola Vasilj (29.). Doch dank Demirovic (43.) und Bilal El Khannouss (50.) durften die Schwaben vor 60.000 Zuschauern am Ende doch jubeln. Weitere Tore von Demirovic und Stiller wurden wegen Abseitsstellungen nicht gegeben.

VfB-KapitÀn auf der Bank

Angreifer Demirovic trug anstelle von Atakan Karazor die KapitĂ€nsbinde. Der 28-JĂ€hrige musste im Zentrum fĂŒr Neuzugang Chema AndrĂ©s weichen, der beim bis dahin einzigen Saisonerfolg gegen Borussia Mönchengladbach den Siegtreffer erzielt hatte - eine mutige VerĂ€nderung von VfB-Trainer Hoeneß.

Die Hamburger probierten es meist ĂŒber die Außen, fanden mit ihren Hereingaben aber selten einen Mitspieler. Am gefĂ€hrlichsten wurde es, als VfB-Verteidiger Jeff Chabot eine Flanke in Richtung des eigenen Tores zur Ecke klĂ€rte.

Vasilj hÀlt wieder einen Elfmeter

Mehr zu tun hatte die Hintermannschaft der St. Paulianer - vor allem Eric Smith. Der Abwehrchef versuchte Tiago TomĂĄs am Torabschluss zu hindern. Mit seiner GrĂ€tsche traf er den Portugiesen aber, der den Kontakt dankend annahm. Schiedsrichter Sascha Stegemann zeigte auf den Punkt, doch Stiller vergab die große Möglichkeit zur FĂŒhrung. FĂŒr Vasilj war es in seiner Bundesliga-Karriere schon der sechste gehaltene Strafstoß bei sieben Versuchen.

Besser machte es aus VfB-Sicht Demirovic, der sich gegen mehrere Gegenspieler behauptete und die FĂŒhrung erzielte. Der 27-JĂ€hrige steht seit dem Rekordabgang von Nick Woltemade in Richtung Newcastle United und der Verletzung von Deniz Undav verstĂ€rkt im Fokus.

In der öffentlichen Wahrnehmung wird der Nationalspieler Bosnien-Herzegowinas seltsamerweise hĂ€ufig negativ bewertet - trotz seiner 15 Liga-Tore im Vorjahr und seiner schon vier Pflichtspieltreffer in dieser Saison. Dem StĂŒrmer dĂŒrfte das zweite Erfolgserlebnis binnen einer Woche guttun, nachdem er jĂŒngst beim 1:3 in Freiburg sehenswert per Hacke getroffen hatte.

Baden-WĂŒrttemberg kein gutes Pflaster mehr

In der Vorsaison hatte St. Pauli alle vier AuswĂ€rtsspiele in Baden-WĂŒrttemberg gewonnen - inklusive des 1:0 in Stuttgart. Diesmal fehlte dem Team des Ex-VfB-Profis Alexander Blessin die Durchschlagskraft. Auch nach der Pause taten sich die Norddeutschen zunĂ€chst schwer und kassierten prompt den nĂ€chsten DĂ€mpfer. Diesmal glĂ€nzte Demirovic als Vorlagengeber fĂŒr El Khannouss.

Erst nach dem zweiten RĂŒckschlag zeigten sich dann die GĂ€ste wieder im gegnerischen Strafraum. Doch beim Abschluss von Louis Oppie rettete die Latte (52.). Es war der Startschuss der besten Phase von St. Pauli, die jedoch nur von kurzer Dauer war. VfB-Keeper Alexander NĂŒbel wurde nun mehrfach gefordert, konnte an diesem Abend aber nicht bezwungen werden. 

Allerdings versuchte auch der VfB nachzulegen. Demirovic setzte einen Abschluss zu hoch an und stand bei Stillers vermeintlichem 3:0 im Abseits.

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