Gasförderung vor Wattenmeer: Insel und VerbÀnde wollen neuen Baustopp
31.05.2024 - 12:58:21 | dpa.deDie Gegner kĂŒndigten in einer gemeinsamen Mitteilung an, am Freitag vor dem obersten Gericht fĂŒr Verwaltungsrecht der Niederlande, dem Raad van State in Den Haag, einen erneuten Baustopp fĂŒr die geplante Bohrplattform erreichen zu wollen.
Zuvor hatte das niederlĂ€ndische Wirtschaftsministerium am Mittwoch den Weg fĂŒr das umstrittene Vorhaben freigemacht, nachdem das Energieunternehmen One-Dyas bei Umweltauflagen fĂŒr die Bauarbeiten entsprechend einem vorherigen Gerichtsbeschluss nachgearbeitet hatte. Damit dĂŒrfte das Unternehmen die Bauarbeiten nun fortsetzen. One-Dyas hatte nach der neuen Genehmigung mitgeteilt, an dem Ziel festzuhalten, noch in diesem Jahr erstes Erdgas fördern zu wollen.
Aus Sicht der KlĂ€ger ist die Erdgasförderung nahe der Wattenmeerinseln Borkum und Schiermonnikoog nach wie vor rechtswidrig. Das BĂŒndnis, zu dem neben der Umwelthilfe auch die Stadt Borkum, der BUND Niedersachsen sowie die niederlĂ€ndischen Umweltorganisation Natuurmonumenten und WWF angehören, fĂŒrchten unter anderem mögliche UmweltschĂ€den fĂŒr die Natur, MeeressĂ€ugetiere, die Inseln und Riffe.
Die Stadt Borkum beantragte der Mitteilung zufolge einen erneuten Baustopp in einem separaten Verfahren. "FĂŒr die Stadt Borkum stellt sich die Frage nach der Rechtskraft des Urteils fĂŒr die neue Genehmigung", sagte BĂŒrgermeister JĂŒrgen Akkermann in der Mitteilung. "Wir sind der Meinung, dass einige Punkte nicht hinreichend geklĂ€rt sind."
Ein Konsortium um den niederlĂ€ndischen Konzern One-Dyas plant, aus einem Feld vor den beiden Nordseeinseln Erdgas zu fördern. Dazu soll eine Förderplattform auf niederlĂ€ndischem Hoheitsgebiet rund 23 Kilometer nordwestlich der Insel Borkum errichtet werden. Gefördert werden soll den PlĂ€nen zufolge sowohl in niederlĂ€ndischen als auch in deutschen Hoheitsgebieten, nahe dem niedersĂ€chsischen Nationalpark Wattenmeer. UmweltschĂŒtzer und Insulaner hatten gegen das Erdgasförderprojekt demonstriert und in einem ersten Verfahren vor einem Den Haager Verwaltungsgericht geklagt.
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