Union, Teilnahme

Union sagt Teilnahme an Migrationstreffen zu

10.09.2024 - 10:27:18

Nach lÀngerem Zögern hat sich die Unionsfraktion entschieden, doch an dem geplanten GesprÀch mit Bundesregierung und LÀndern zur Migration teilzunehmen. Gibt es auch Ergebnisse?

  • Nimmt die Union am fĂŒr den Nachmittag geplanten Spitzentreffen zur Migration im Bundesinnenministerium teil oder nicht? Der Parlamentarische GeschĂ€ftsfĂŒhrer der Unionsfraktion, Thorsten Frei (CDU), lĂ€sst das zunĂ€chst weiterhin offen. - Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa

    Bernd von Jutrczenka/dpa

  • Grenzkontrollen - die Union will, dass Asylbewerber hier abgewiesen werden - Foto: Sebastian Kahnert/dpa

    Sebastian Kahnert/dpa

Nimmt die Union am fĂŒr den Nachmittag geplanten Spitzentreffen zur Migration im Bundesinnenministerium teil oder nicht? Der Parlamentarische GeschĂ€ftsfĂŒhrer der Unionsfraktion, Thorsten Frei (CDU), lĂ€sst das zunĂ€chst weiterhin offen. - Foto: Bernd von Jutrczenka/dpaGrenzkontrollen - die Union will, dass Asylbewerber hier abgewiesen werden - Foto: Sebastian Kahnert/dpa

Die Union wird am Nachmittag am geplanten Spitzentreffen mit Koalition und BundeslĂ€ndern zur Migration teilnehmen. Das kĂŒndigte der Parlamentarische GeschĂ€ftsfĂŒhrer der CDU/CSU-Bundestagsabgeordneten, Thorsten Frei (CDU), in Berlin an. «Die Sache ist wichtiger, als der Weg dahin», fĂŒgte er hinzu. «Wir haben weder Schaum vor dem Mund, noch sitzen in der Schmollecke.»

Union beharrt auf ZurĂŒckweisungen

Beim Hauptknackpunkt der von der Union verlangten umfassenden ZurĂŒckweisungen von Asylbewerbern an den deutschen Grenzen habe Innenministerin Nancy Faeser (SPD) der Union mitgeteilt, dass es eine entsprechende Sichtweise der Regierung gebe. Dies habe die Union nicht schriftlich vorliegen. «Im Sinne der Sache und im Sinne einer hoffentlich guten Lösung fĂŒr unser Land wollen wir uns diesem GesprĂ€ch jedenfalls nicht verschließen», sagte Frei in einem Video-Interview der dpa.

Frei sagte, es werde sich bei der Unterredung um 15.00 Uhr im Bundesinnenministerium recht schnell zeigen, ob es eine abgestimmte Haltung der Ampel-Regierung gebe. Faeser habe ihm, Frei, mĂŒndlich etwas gesagt, dass nun dazu gefĂŒhrt habe, dass man an dem Treffen teilnehme. 

Im Video-Interview der Deutschen Presse-Agentur sagte Frei, ZurĂŒckweisungen an der Grenze seien eine zwingende Bedingung dafĂŒr, den Zustrom von Migranten tatsĂ€chlich markant zu begrenzen. «Wenn sich herausstellen sollte, dass sich die Koalition darauf nicht verstĂ€ndigen kann, dann macht jedenfalls eine Fortsetzung der GesprĂ€che an dieser Stelle und in diesem Format keinen Sinn.» Frei sagte, in den GesprĂ€chen habe man bei SPD und FDP den Willen gespĂŒrt, voranzukommen. Er bezweifelte, dass die GrĂŒnen eine Lösung wollen. 

Nouripour sieht Zeit fĂŒr «ernsthafte GesprĂ€che»

GrĂŒnen-Chef Omid Nouripour sagte der dpa in Berlin: «Ich begrĂŒĂŸe, dass die CDU ihr Ultimatum zurĂŒckgenommen hat und zurĂŒck an den Verhandlungstisch kommt. Dass ihre VorschlĂ€ge nicht umsetzbar waren, hat sie nun wohl selbst eingesehen. Es ist Zeit fĂŒr ernsthafte GesprĂ€che.»

Bereits in der vergangenen Woche hatten sich Vertreter von Regierung, Unionsfraktion und BundeslĂ€ndern getroffen. Am Montag ordnete Faeser dann vorĂŒbergehende Kontrollen an allen deutschen Landgrenzen an, um die Zahl unerlaubter Einreisen stĂ€rker einzudĂ€mmen. Die Kontrollen sollen am 16. September beginnen und zunĂ€chst sechs Monate andauern. Auch habe die Regierung ein «Modell fĂŒr europarechtskonforme und effektive ZurĂŒckweisungen entwickelt», hieß es vom Ministerium. Faeser sagte, sie habe dies der Unionsfraktion mitgeteilt und vertrauliche GesprĂ€che dazu angeboten. 

Scholz betont Bereitschaft zu Lösungen

Kanzler Scholz versicherte, der Regierung sei es ernst mit gemeinsamen Lösungen. «Wir wĂŒrden uns auch freuen, wenn wir da noch was gemeinsam machen können, auch mit der Opposition», sagte der SPD-Politiker beim Sommerfest der Parteizeitung «VorwĂ€rts». «Im Rahmen klarer Prinzipien. Aber wir wĂŒrden uns wirklich freuen.» Von SPD-Seite sei das Angebot ehrlich gemeint. «An uns wird es nicht liegen, falls es nicht klappt», sagte der Kanzler weiter. 

Scholz verwies zugleich darauf, dass die Bundesregierung bereits Gesetze auf den Weg gebracht habe, sowie auf das unlĂ€ngst vorgelegte Sicherheitspaket. Es sieht Maßnahmen fĂŒr eine hĂ€rtere Gangart bei der RĂŒckfĂŒhrung abgelehnter Asylbewerber in ihre HerkunftslĂ€nder vor, Schritte zur entschiedeneren BekĂ€mpfung des islamistischen Terrors und VerschĂ€rfungen beim Waffenrecht. Es soll bereits am Donnerstag im Bundestag beraten werden. 

@ dpa.de