Antisemitische, Straftaten

Antisemitische Straftaten auch 2024 auf hohem Niveau

05.02.2025 - 13:02:09 | dpa.de

Nach Terror und Krieg in Nahost hat der Hass auf Juden in Deutschland zuletzt einen sprunghaften Anstieg erlebt. Die Ermittler ordnen die Straftaten meistens besonders zwei Ideologien zu.

Eine Anfrage der Linken-Abgeordneten Petra Pau im Bundestag zeigt, dass die Zahlen antisemitischer Straftaten auch 2024 auf einem hohen Niveau bleiben.  - Foto: David Inderlied/dpa
Eine Anfrage der Linken-Abgeordneten Petra Pau im Bundestag zeigt, dass die Zahlen antisemitischer Straftaten auch 2024 auf einem hohen Niveau bleiben. - Foto: David Inderlied/dpa

Die Zahl antisemitischer Straftaten ist nach einer vorlĂ€ufigen Statistik auch 2024 auf einem hohen Niveau geblieben. Das ist das Ergebnis einer Antwort des Bundesinnenministeriums (BMI) auf eine Anfrage der Linken-Abgeordneten Petra Pau im Bundestag. DarĂŒber berichtete die «Rheinische Post». Die Antwort liegt auch der Deutschen Presse-Agentur vor. 

Demnach registrierte die Polizei im Jahr 2024 zunĂ€chst 5.177 Straftaten, bei denen ein antisemitisches Motiv vermutet wird. Die vorlĂ€ufigen Zahlen dĂŒrften aufgrund von Nachmeldungen im vierten Quartal noch etwas steigen. Vorerst liegt die Zahl fĂŒr die Monate Oktober, November und Dezember bei 671.

Mehr Antisemitismus seit Hamas-Überfall und Gaza-Krieg

Die Linken-Politikerin und BundestagsvizeprĂ€sidentin Pau bezeichnete die Zahlen als alarmierend. «Sie zeigen, dass sich das hohe Niveau antisemitischer VorfĂ€lle aus dem Jahr 2023 fortgesetzt hat.» Pau fragt die Zahlen seit Jahren regelmĂ€ĂŸig ab. 

Nach dem Terrorangriff der Hamas auf Israel im Oktober 2023 und dem Krieg im palĂ€stinensischen Gaza-Streifen nahm der Hass gegen JĂŒdinnen und Juden deutlich zu. 2022 lag die Zahl der erfassten antisemitischen Delikte noch bei 2.641 Straftaten - 2023 waren es nach den aktuellen Zahlen des BMI mit bundesweit 5.671 mehr als doppelt so viele. 

Taten meistens rechtem Spektrum zugeordnet 

Nach den vorlÀufigen Zahlen ohne Nachmeldungen gehören die meisten der registrierten Straftaten zur Sparte «politisch motivierte KriminalitÀt rechts». Insgesamt 1.165 werden hier zugeordnet - darunter 29 Gewalttaten. «Dies zeigt deutlich, dass antisemitische Ideologien weiterhin tief in rechtsextremen Strukturen verankert sind und in bedrohlicher Weise zunehmen», sagte Pau. 

Weitere 926 Straftaten gehören nach Angaben des Ministeriums zur Sparte «auslĂ€ndische Ideologie», davon ebenfalls 29 Gewalttaten. FĂŒr das linke Spektrum weist die Statistik 43 Straftaten aus, davon vier Gewalttaten. Weitere Kategorien der Motivation sind «religiöse Ideologie» (337) und «nicht zuzuordnen» (210 FĂ€lle). Die Zuordnungen beziehen die Nachmeldungen aus den einzelnen Quartalen nicht mit ein.

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