Deutsche Wirtschaft wÀchst 2025 leicht trotz Zollstreit
15.01.2026 - 10:16:04Deutschland ist knapp am dritten Jahr ohne Wirtschaftswachstum vorbeigeschrammt und hofft nun auf einen von staatlichen Milliardeninvestitionen getragenen Aufschwung. FĂŒr 2025 errechnete das Statistische Bundesamt auf vorlĂ€ufiger Basis ein Mini-Wachstum von 0,2 Prozent. Im Jahr 2023 (minus 0,9 Prozent) und 2024 (minus 0,5 Prozent) war Europas gröĂte Volkswirtschaft in die Rezession gerutscht.
Im neuen Jahr dĂŒrften Milliardenausgaben fĂŒr Infrastruktur wie StraĂen und Schienen sowie Investitionen in Verteidigung fĂŒr etwas Auftrieb sorgen. Zugutekommen dĂŒrfte der Konjunktur auch, dass es 2026 mehr Arbeitstage gibt, weil mehr Feiertage auf ein Wochenende fallen.Â
Einen spĂŒrbaren Aufschwung erwarten viele Ăkonomen allerdings erst ab 2027, wenn die gewaltigen Summen, die der Staat in die Hand nimmt, ihre volle Wirkung entfalten. Damit jedoch die Lockerung der Schuldenbremse und die so ermöglichten Ausgaben kein Strohfeuer erzeugen, seien Reformen zwingend.Â
Jahresendspurt 2025Â
Zum Jahresende 2025 nahm die deutsche Wirtschaft bereits etwas Fahrt auf. Auf Basis vorlÀufiger Daten schÀtzen die Wiesbadener Statistiker, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im vierten Quartal zum Vorquartal preis-, saison- und kalenderbereinigt um 0,2 Prozent zugelegt hat.
«Das Wachstum ist vor allem auf die gestiegenen Konsumausgaben der privaten Haushalte und des Staates zurĂŒckzufĂŒhren», sagte die PrĂ€sidentin des Statistischen Bundesamtes, Ruth Brand, bei der Vorlage der Daten in Berlin.
«DemgegenĂŒber gaben die Exporte erneut nach. Die Exportwirtschaft sah sich heftigem Gegenwind ausgesetzt durch die höheren US-Zölle, die Euro-Aufwertung und die stĂ€rkere Konkurrenz aus China.» Nach Angaben der Statistiker gaben die Exporte 2025 im dritten Jahr in Folge nach (minus 0,3 Prozent). Zudem halte die InvestitionsschwĂ€che an, erklĂ€rte Brand. Sowohl in AusrĂŒstungen als auch Bauten sei weniger investiert worden.
Staatsdefizit sinktÂ
Der deutsche Staat gab im vergangenen Jahr erneut mehr Geld aus, als er einnahm. Nach vorlÀufigen Daten belief sich das Defizit von Bund, LÀndern, Gemeinden und Sozialversicherung auf rund 107 Milliarden Euro.
Dennoch hielt Deutschland die europĂ€ische Verschuldungsregel ein: Bezogen auf die gesamte Wirtschaftsleistung betrug das Defizit 2,4 Prozent. 2024 waren es 2,7 Prozent.Â
Der europÀische StabilitÀts- und Wachstumspakt erlaubt den EU-Staaten ein Haushaltsdefizit von höchstens drei Prozent und eine Gesamtverschuldung von maximal 60 Prozent des nominalen Bruttoinlandsprodukts.





