Bevölkerung Deutschlands 2022 deutlich gewachsen
20.06.2023 - 08:18:33 | dts-nachrichtenagentur.deZum Jahresende lebten gut 84,4 Millionen Personen in der Bundesrepublik, teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) am Dienstag mit. Diese Entwicklung ist demnach auf einen deutlichen Anstieg der Nettozuwanderung auf 1.455.000 zurĂŒckzufĂŒhren (2021: 329.000), vor allem bedingt durch die Fluchtbewegungen aus der Ukraine.
Gleichzeitig sind auch im Jahr 2022 wie in den Vorjahren mehr Menschen gestorben als geboren worden: Der Ăberschuss der SterbefĂ€lle ĂŒber die Zahl der Geburten stieg weiter auf 327.000 (2021: 228.000). Insgesamt zeigte sich in allen BundeslĂ€ndern ein Bevölkerungszuwachs. Absolut stieg die Bevölkerungszahl im Jahr 2022 in Nordrhein-Westfalen (215.000) am stĂ€rksten, gefolgt von Bayern (192.000) und Baden-WĂŒrttemberg (156.000). Prozentual hatten Berlin und Hamburg (jeweils +2,1 Prozent) die höchsten ZuwĂ€chse. Die westdeutschen BundeslĂ€nder verzeichneten einen Bevölkerungszuwachs um 913.000 Personen auf 68,0 Millionen (+1,4 Prozent). In den ostdeutschen FlĂ€chenlĂ€ndern stieg die Bevölkerungszahl um 131.000 und betrug am Jahresende 12,6 Millionen (+1,1 Prozent). Damit zeigt sich in den west- und ostdeutschen BundeslĂ€ndern eine Ă€hnliche Entwicklung. Ende 2022 lebten 72,0 Millionen Deutsche und 12,3 Millionen Personen mit auslĂ€ndischer Staatsangehörigkeit in Deutschland, so die Statistiker weiter. Darunter besaĂen die meisten die tĂŒrkische (1,34 Millionen), ukrainische (1,05 Millionen) oder syrische (883.000) StaatsbĂŒrgerschaft. Die gröĂten absoluten Zunahmen zeigten sich im Jahr 2022 bei Personen mit ukrainischer (+915.000), afghanischer (+61.000) oder syrischer (+48.000) Staatsangehörigkeit. Dabei hat sich die Zahl der in Deutschland lebenden Ukrainer zwischen Jahresanfang und -ende mehr als versechsfacht. Die wachsende Zahl der Personen mit auslĂ€ndischer Staatsangehörigkeit hat unter anderem Auswirkungen auf die Demografie der Bevölkerung, da die Altersstruktur deutlich von der der deutschen Bevölkerung abweicht. Betrachtet man die deutsche Bevölkerung im Jahr 2022 waren 18,6 Prozent unter 20 Jahre, 49,0 Prozent 20 bis 59 Jahre und 32,4 Prozent ĂŒber 59 Jahre alt. Unter den Personen mit auslĂ€ndischer Staatsangehörigkeit waren hingegen 20,2 Prozent unter 20 Jahre, 67,4 Prozent 20 bis 59 Jahre und 12,4 Prozent ĂŒber 59 Jahre alt. Insgesamt stieg die Zahl der Menschen im Alter von unter 20 Jahren um 427.000 (+2,8 Prozent; 2021: +0,6 Prozent). Diese Entwicklung ist vor allem auf einen Anstieg dieser Altersgruppe bei Personen mit auslĂ€ndischer Staatsangehörigkeit zurĂŒckzufĂŒhren (+23,2 Prozent). Zum Vergleich: Bei Personen mit deutscher Staatsangehörigkeit nahm die Zahl der unter 20-JĂ€hrigen um 0,3 Prozent ab. Die Zahl der Senioren zwischen 60 und 79 Jahren betrug Ende 2022 18,7 Millionen (+430.000 Personen beziehungsweise +2,3 Prozent), so das Bundesamt. Gleichzeitig stieg auch die Zahl der Personen im Alter von 20 bis 59 Jahren auf 43,6 Millionen (+263.000 Personen beziehungsweise +0,6 Prozent), wohingegen die Zahl der Hochbetagten ab 80 Jahren fast konstant blieb (+1.300). Das Durchschnittsalter der Bevölkerung sank geringfĂŒgig um 0,1 Jahre auf 44,6 Jahre. Der AuslĂ€nderanteil an der Gesamtbevölkerung nahm gegenĂŒber dem Vorjahr von 13,1 Prozent auf 14,6 Prozent zu. Im Vergleich zu 2021 stieg die Zahl der Personen mit auslĂ€ndischer StaatsbĂŒrgerschaft um 1,4 Millionen Personen (+13,1 Prozent), wĂ€hrend die Zahl der deutschen Staatsangehörigen vor allem aufgrund der ĂŒberschĂŒssigen SterbefĂ€lle um 309.000 (-0,4 Prozent) Personen sank.
dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH
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