Zentralen, Krisenstab

Özdemir ruft Zentralen Krisenstab wegen Maul-und-Klauenseuche ein

10.01.2025 - 17:21:42

Nachdem erstmals seit 1988 ein Fall von Maul-und-Klauenseuche (MKS) in Deutschland bestĂ€tigt worden ist, hat das Bundeslandwirtschaftsminister (BMEL) fĂŒr Dienstag den Zentralen Krisenstab Tierseuchen einberufen.

Bundesminister Cem Özdemir (GrĂŒne) will zuvor seine LĂ€nderkollegen ĂŒber den aktuellen MKS-Ausbruch informieren, teilte das Ministerium mit. "Der Verdachtsfall in Brandenburg hat sich leider bestĂ€tigt", sagte Özdemir. "Nun geht es darum, so schnell wie möglich herauszufinden, welchen Weg das Virus genommen hat."

Er werde daher "noch heute" mit seinen Amtskollegen aus den BundeslĂ€ndern sprechen, um sie ĂŒber die aktuellen Erkenntnisse zu informieren. Anfang der Woche werde er mit Vertretern der betroffenen Branchen sprechen. "Zeitnah haben wir zudem den Krisenstab einberufen. Unser gemeinsames Ziel muss es sein, das Virus schnell zurĂŒckzudrĂ€ngen, um die SchĂ€den fĂŒr unsere Land- und Lebensmittelwirtschaft zu minimieren", sagte der Landwirtschaftsminister. Der Zentrale Krisenstab ist beim Ausbruch einer Tierseuche das ĂŒbergeordnete politische Entscheidungsgremium. Teilnehmer des Krisenstabs sind die Amtschefs der zustĂ€ndigen Ministerien des Bundes und der LĂ€nder, die fĂŒr die TierseuchenbekĂ€mpfung zustĂ€ndig sind. Sie beraten Maßnahmen von ĂŒberregionaler und politischer Bedeutung und beschließen bei Bedarf ein bundeseinheitliches Vorgehen. Die Maul-und-Klauenseuche wurde bei gehaltenen WasserbĂŒffeln im Landkreis MĂ€rkisch Oderland, Brandenburg durch das zustĂ€ndige Landeslabor nachgewiesen und am Freitag im Nationalen Referenzlabor fĂŒr MKS des bundeseigenen Friedrich-Loeffler-Instituts bestĂ€tigt. Derzeit ist unklar, ob es sich um einen Einzelfall handelt oder ob weitere BestĂ€nde mit dem Virus infiziert wurden. Mit der BestĂ€tigung der Seuche verliert Deutschland die Anerkennung als "frei von Maul- und Klauenseuche ohne Impfung" bei der Weltorganisation fĂŒr Tiergesundheit. Die örtlich zustĂ€ndigen Behörden haben erste BekĂ€mpfungs- und Schutzmaßnahmen eingeleitet, wie das Landwirtschaftsministerium mitteilte. Es wurden demnach bereits Sperrzonen eingerichtet, die betroffenen Tiere wurden getötet und VerbringungsbeschrĂ€nkungen fĂŒr empfĂ€ngliche Tiere (WiederkĂ€uer und Schweine) verhĂ€ngt. Obwohl die MKS eine hochkontagiöse Viruskrankheit ist, sind Infektionen des Menschen außerordentlich selten, da der Mensch nur wenig empfĂ€nglich ist.

@ dts-nachrichtenagentur.de