Bundesbildungsministerin, StaatssekretÀrin

Bundesbildungsministerin trennt sich von StaatssekretÀrin

17.06.2024 - 00:07:12

Nachdem Hochschullehrer den Umgang mit einem propalĂ€stinensischen Protestcamp kritisiert hatten, wurden im Bildungsministerium mögliche Konsequenzen thematisiert. Nun soll eine fĂŒhrende Beamtin gehen.

  • Auf das «Statement von Lehrenden an Berliner UniversitĂ€ten» hatte Stark-Watzinger entsetzt reagiert. - Foto: Michael Kappeler/dpa

    Michael Kappeler/dpa

  • Soll in den einstweiligen Ruhestand versetzt werden: Sabine Döring. - Foto: Harald Tittel/dpa

    Harald Tittel/dpa

Auf das «Statement von Lehrenden an Berliner UniversitÀten» hatte Stark-Watzinger entsetzt reagiert. - Foto: Michael Kappeler/dpaSoll in den einstweiligen Ruhestand versetzt werden: Sabine Döring. - Foto: Harald Tittel/dpa

Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger will ihre StaatssekretĂ€rin Sabine Döring in den einstweiligen Ruhestand versetzen lassen. Darum habe sie Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) gebeten, teilte die FDP-Politikerin ĂŒber ihr Ministerium mit. Hintergrund ist ein PrĂŒfauftrag zu möglichen Konsequenzen fĂŒr Hochschullehrer, die einen offenen Brief zum Umgang mit propalĂ€stinensischem Protest an Berliner Hochschulen unterzeichnet hatten. 

«Die Wissenschaftsfreiheit ist ein sehr hohes Gut und zu Recht verfassungsrechtlich geschĂŒtzt», erklĂ€rte Stark-Watzinger. Der entstandene Eindruck sei geeignet, das Vertrauen von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in das Bundesbildungsministerium «nachhaltig zu beschĂ€digen».

Interne Mails: Fördermittel streichen?

Stark-Watzinger hatte den Brief damals öffentlich kritisiert. KĂŒrzlich berichtete das ARD-Magazin «Panorama» unter Berufung auf interne E-Mails, im Bildungsministerium sei hausintern um eine PrĂŒfung gebeten worden, ob als Konsequenz aus dem Brief Fördermittel gestrichen werden können. Dies hatte fĂŒr Kritik gesorgt.

«Ich habe veranlasst, dass der Sachverhalt grĂŒndlich und transparent aufgearbeitet wird», erklĂ€rte Stark-Watzinger. «Fest steht, dass eine PrĂŒfung potenzieller förderrechtlicher Konsequenzen bei den zustĂ€ndigen Fachreferaten in der Tat erbeten wurde.» Die fĂŒr die Hochschulabteilung zustĂ€ndige StaatssekretĂ€rin Döring habe den PrĂŒfauftrag veranlasst.

«Ebenfalls hat sie erklĂ€rt, dass sie sich bei ihrem Auftrag der rechtlichen PrĂŒfung offenbar missverstĂ€ndlich ausgedrĂŒckt habe. Nichtsdestotrotz wurde der Eindruck erweckt, dass die PrĂŒfung förderrechtlicher Konsequenzen auf der Basis eines von der Meinungsfreiheit gedeckten offenen Briefes im Bundesministerium fĂŒr Bildung und Forschung (BMBF) erwogen werde.»

Stark-Watzinger: Keine PrĂŒfung wegen MeinungsĂ€ußerung

Das widerspreche den Prinzipien der Wissenschaftsfreiheit, so die FDP-Politikerin. «PrĂŒfungen förderrechtlicher Konsequenzen wegen von der Meinungsfreiheit gedeckten Äußerungen finden nicht statt», betonte Stark-Watzinger.

In einem «Statement von Lehrenden an Berliner UniversitÀten» hatten mehr als 100 Dozenten von mehreren Berliner Hochschulen im Mai die RÀumung eines Protestcamps propalÀstinensischer Demonstranten an der Freien UniversitÀt Berlin kritisiert. 

Stark-Watzinger hatte damals entsetzt auf den UnterstĂŒtzerbrief reagiert. «Es macht mich bis heute fassungslos, wie einseitig in diesem Brief der Terror der Hamas ausgeblendet wurde», erklĂ€rte sie nun. «Und wie dort etwa pauschal gefordert wurde, Straftaten an den UniversitĂ€ten nicht zu verfolgen, wĂ€hrend gleichzeitig antisemitische Volksverhetzung und gewalttĂ€tige Übergriffe gegen jĂŒdische MitbĂŒrgerinnen und MitbĂŒrger zu beobachten sind.»

@ dpa.de