Nato-GeneralsekretÀr erhöht Druck auf Staaten wie Deutschland
28.05.2024 - 13:29:30 | dpa.deBei einem Verteidigungsministertreffen der EU in BrĂŒssel erneuerte der Norweger am Dienstag Forderungen nach einer Aufhebung bestehender BeschrĂ€nkungen fĂŒr ukrainische Angriffe.
FĂŒr die Ukrainer werde es insbesondere in der Region Charkiw sehr schwer und hart sein, sich zu verteidigen, wenn sie Ziele wie Artilleriestellungen oder FlugplĂ€tze auf der anderen Seite der Grenze nicht treffen könne, erklĂ€rte Stoltenberg am Rande der Beratungen. Die KĂ€mpfe in der Region fĂ€nden teilweise direkt an der Grenze statt.
Mit den ĂuĂerungen setzt Stoltenberg Deutschland und andere Staaten unter Druck, die die Abgabe von Waffen an die Ukraine an strenge Auflagen fĂŒr deren Nutzung gekoppelt haben. Diese sehen zum Beispiel vor, dass mit ihnen keine Angriffe auf Ziele in Russland ausgefĂŒhrt werden dĂŒrfen. Hintergrund ist die BefĂŒrchtung, dass die Nato zur Kriegspartei werden könnte.
Stoltenberg und auch Verteidigungsminister östlicher Nato-Staaten betonten hingegen am Dienstag in BrĂŒssel, dass sie kein groĂes Eskalationsrisiko sehen. Stoltenberg verwies zum Beispiel darauf, dass der Ukraine gespendete Waffen nach der Ăbergabe ukrainische Waffen seien und ein Teil der Nato-Staaten der Ukraine schon seit jeher Waffen ohne Auflagen liefere. Zudem betonte er, dass der Einsatz von Waffen gegen militĂ€rische Ziele durch das Selbstverteidigungsrecht der Ukraine gedeckt sei.
Estlands Verteidigungsminister Hanno Pevkur erklĂ€rte, auch vor Entscheidungen zur Lieferung von Kampfpanzern oder Kampfjets oder weitreichenden Marschflugkörpern durch Frankreich und GroĂbritannien sei vor Eskalationsrisiken gewarnt worden - letztlich sei aber in keinem der FĂ€lle etwas passiert. "Russland nutzt natĂŒrlich jede Möglichkeit, um zu sagen, dass es eine Eskalation ist, wenn man etwas Neues schick.t"
Die fĂŒr die Bundesregierung zum Verteidigungsministertreffen gereiste StaatssekretĂ€rin Siemtje Möller wollte auf Fragen zum Thema am Dienstag nicht nĂ€her eingehen. "Der Kanzler hat dazu alles gesagt", sagte die SPD-Politikerin.
Olaf Scholz hatte sich unter anderem am vergangenen Wochenende zum Thema geĂ€uĂert. Auf die Frage, wann er den ukrainischen StreitkrĂ€ften den Beschuss russischen Territoriums mit von Deutschland gelieferten Waffen erlauben werde, sagte der Kanzler: "FĂŒr die Waffenlieferungen, die wir bisher geleistet haben, haben wir klare Regeln, die mit der Ukraine vereinbart sind. Und die funktionieren. Das ist jedenfalls meine These."
