AsylantrÀge, Jahresbeginn

Über 300.000 AsylantrĂ€ge seit Jahresbeginn

07.12.2023 - 13:52:29

Nicht nur aus Syrien und Afghanistan kommen viele FlĂŒchtlinge nach Deutschland. Auch aus einem deutlich nĂ€her gelegenen Land kamen in diesem Jahr bereits Zehntausende.

In Deutschland haben in diesem Jahr mehr als 300.000 Menschen erstmals einen Asylantrag gestellt. Das geht aus einer am Donnerstag veröffentlichten Statistik des Bundesamtes fĂŒr Migration und FlĂŒchtlinge (Bamf) hervor. Den Angaben zufolge stellen inzwischen neben Syrern und Afghanen auch viele Menschen aus der TĂŒrkei einen Antrag auf Schutz in Deutschland.

Laut Bamf haben von Anfang Januar bis Ende November 304.581 AuslĂ€nder erstmalig einen Asylantrag in Deutschland gestellt - rund 60 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Mehr als 21.000 dieser AntrĂ€ge betrafen in Deutschland geborene Kinder im Alter von unter einem Jahr. Mit mehr als 55.000 AsylerstantrĂ€gen seit Jahresbeginn war die TĂŒrkei 2023 bisher nach Syrien das zugangsstĂ€rkste Herkunftsland und lag damit noch vor Afghanistan.

«Eine solche Entwicklung ist bei einem Nato-Partner und EU-Beitrittsaspiranten nicht akzeptabel», sagte die stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion, Andrea Lindholz. Die CSU-Politikerin warf der Ampel-Regierung vor, diese Entwicklung zu vernachlÀssigen.

Unerlaubte Einreisen seit Oktober rĂŒcklĂ€ufig

Lindholz hatte die Bundesregierung vor einigen Tagen nach möglichen GrĂŒnden fĂŒr den Anstieg der Zugangszahlen tĂŒrkischer Staatsangehöriger gefragt. Dieser ist nach EinschĂ€tzung des Innenministeriums unter anderem auf «die Situation in der TĂŒrkei als auch auf individuelle UmstĂ€nde der hier ankommenden tĂŒrkischen Staatsangehörigen zurĂŒckzufĂŒhren».

Die Zahl der unerlaubten Einreisen ist seit Oktober zwar deutlich zurĂŒckgegangen. Da zwischen der Einreise und der förmlichen Asylantragstellung jedoch in der Regel einige Wochen vergehen, macht sich dieser RĂŒckgang in der Statistik des Bamf noch nicht bemerkbar.

«Unbeeindruckt hĂ€lt die Ampel an ihrem Paradigmenwechsel in der Migrationspolitik fest und peitscht sogar jetzt noch die Turbo-EinbĂŒrgerung durch den Bundestag», kritisierte der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Alexander Throm (CDU). Ohne die durch Grenzkontrollen ermöglichte Zunahme der Zahl der ZurĂŒckweisungen wĂŒrden noch mehr Menschen irregulĂ€r nach Deutschland kommen, fĂŒgte er hinzu. Daher sei es wichtig, diese Mitte Oktober eingefĂŒhrten Kontrollen auch an der Grenze zu Polen, Tschechien und der Schweiz langfristig zu verlĂ€ngern.

@ dpa.de