Juncker hofft auf «klaren Pro-Europa-Kurs» Deutschlands
21.11.2024 - 03:35:35 | dpa.de
Der frĂŒhere EU-KommissionsprĂ€sident Jean-Claude Juncker erhofft von der kĂŒnftigen deutschen Bundesregierung die RĂŒckkehr zu einem eindeutig proeuropĂ€ischen Kurs. «Es ist zu wĂŒnschen, dass die neue deutsche Bundesregierung, wenn sie in Amt und WĂŒrden ist, einen klaren Pro-Europa-Kurs steuert», sagte Juncker der Deutschen Presse-Agentur. Er hoffe auch, dass sich das fĂŒr Europa wichtige deutsch-französische VerhĂ€ltnis «im ersten Halbjahr 2025 in eine bessere Richtung bewegt».
«Man hatte sich daran gewöhnt, dass Deutschland zu den proeuropĂ€ischen KrĂ€ften ohne Nuancen zĂ€hlt», sagte Juncker. «Das ist nicht mehr so.» In den vergangenen Jahren habe man oft die deutsche Position zu bestimmten Sachfragen nicht mehr klar erkennen können. Die Bundesregierung habe sich immer dann enthalten, wenn die Koalitionspartner sich nicht auf einen Standpunkt einigen konnten. «Es hat eine Unmenge von deutschen Enthaltungen gegeben. Enthaltung ist aber keine Haltung.»Â
Mehr gemeinsames Handeln
Juncker fĂŒgte hinzu: «Und es stimmt mich missvergnĂŒgt, dass ein groĂes Land â Deutschland ist ja immer das gröĂte Land â manchmal sprachunfĂ€hig in BrĂŒssel ist. Das ist kein guter Zustand und auch der RespektabilitĂ€t und der AutoritĂ€t deutscher MeinungsĂ€uĂerung nicht zutrĂ€glich.»
Auch in Frankreich mĂŒsse wegen der fehlenden Regierungsmehrheit «die aktive RegierungsfĂ€higkeit mit einem Fragezeichen versehen» werden: «Was nicht gut ist, denn es braucht mehr gemeinsames Handeln der Deutschen und der Franzosen in Europa, um diesem Stillstand, den es in Europa mancherorts gibt, ein Ende zu bereiten.»Â
Die deutsche Antwort auf VorschlĂ€ge des französischen PrĂ€sidenten Emmanuel Macron fĂŒr mehr gemeinsames Handeln sei «ziemlich zurĂŒckhaltend bis mickrig» gewesen. Das sei auch fĂŒr Europa nicht gut. «Deshalb ist es wĂŒnschenswert, dass auch das deutsch-französische VerhĂ€ltnis sich bessern wird, wenn eine neue deutsche Bundesregierung im Amt ist.» Dies habe mit Parteizugehörigkeiten nichts zu tun: «Mir reicht es, wenn der nĂ€chste deutsche Bundeskanzler einen proeuropĂ€ischen Kurs steuert.»
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