Niclas Füllkrug trifft im siebten Spiel und fordert Klopp heraus
Veröffentlicht am: 01.11.2026 um 11:34 Uhr | dpa, AD HOC NEWSFüllkrugs Saisonrekord und DFB-Perspektive
- Der 33-jährige Bremer erzielte gegen Hoffenheim seinen neunten Saisontreffer.
- Mit sieben Spielen in Serie stellte Füllkrug den Werder-Rekord von Rudi Völler ein.
- Jürgen Klopp nominiert den Kader für Serbien und die Niederlande am Donnerstag.
Füllkrug trifft gegen Hoffenheim und setzt Klopp unter Druck
Niclas Füllkrug hat Werder Bremen mit seinem neunten Saisontor zum 2:0 gegen die TSG 1899 Hoffenheim geführt. Der 33 Jahre alte Stürmer traf damit im siebten Bundesliga-Spiel nacheinander und stellte den Rekord von Werder-Legende Rudi Völler aus der Saison 1982/83 ein.
Neunter Treffer nach acht Spieltagen
So viele Tore hatte nach acht Spieltagen noch kein Bremer erzielt, auch Völler nicht. Füllkrug sagte nach der Partie, er freue sich über den Rekord für einen Verein, der ihm viel bedeute, stellte aber die Mannschaft in den Vordergrund.
Werder-Trainer Daniel Thioune bezeichnete den Angreifer nach dessen wuchtigem Führungstor als „X-Faktor“. Füllkrug war im Sommer von West Ham United zu seinem Herzensclub Bremen ausgeliehen worden, nachdem er sich zuvor auch bei der AC Mailand nicht dauerhaft durchgesetzt hatte.
Entscheidung vor den November-Länderspielen
Die starke Serie belebt die Diskussion über ein Comeback in der Nationalmannschaft. In den ersten vier Länderspielen unter Bundestrainer Jürgen Klopp erzielte kein deutscher Stürmer ein Tor.
Klopp will den Kader für die Nations-League-Spiele in Serbien am 13. November und gegen die Niederlande am 16. November am Donnerstag bekanntgeben. Für Füllkrug sprechen seine aktuelle Fitness, seine Erfahrung und 14 Treffer in 24 Länderspielen.
Klopp setzt auf Tempo und Nachwuchs
Gegen eine Nominierung sprechen Füllkrugs Alter und Klopps angekündigter Neuaufbau. Der Bundestrainer hatte im September einen 44 Spieler umfassenden Premieren-Kader berufen, in dem Füllkrug nicht stand.
Auch das von Klopp bevorzugte hohe Tempo im Pressing gehört nicht zu Füllkrugs herausragenden Eigenschaften. Zudem ist offen, wie sein Körper eine zusätzliche Belastung verkraftet, nachdem Verletzungen seine Karriere wiederholt gebremst hatten.
Füllkrug bleibt gelassen
Füllkrug hatte sich bereits vor dem Hoffenheim-Spiel zurückhaltend zur Nationalmannschaft geäußert. Sollte Klopp ihn nicht nominieren, könne er das verstehen; falls doch, könne man darauf reagieren, sagte der Stürmer im ZDF-„Aktuellen Sportstudio“.
Die Entscheidung fällt damit zwischen aktueller Torproduktion und langfristiger Kaderplanung. Füllkrugs Rekordserie verschafft ihm vor der Nominierung jedenfalls zusätzliche Argumente.
Füllkrugs Serie fällt in eine Phase, in der die deutsche Nationalmannschaft unter Jürgen Klopp nach einem Neuaufbau sucht. In den ersten vier Länderspielen unter Klopp traf kein deutscher Stürmer, während Konkurrenten wie Deniz Undav und Nick Woltemade zuletzt weniger überzeugten.
Für Füllkrug spricht neben seiner Torquote seine Erfahrung. Der 33-Jährige kennt die Anforderungen der Nationalmannschaft und hat in 24 Länderspielen 14 Treffer erzielt. Zugleich steht seine Rückkehr für einen möglichen Zielkonflikt: Klopp will eine jüngere, dynamische Mannschaft entwickeln, benötigt für die Nations-League-Partien gegen Serbien und die Niederlande aber kurzfristig verlässliche Torschützen.
Erfahrung gegen Neuaufbau
Füllkrugs Spiel passt nicht in jeder Hinsicht zum von Klopp angestrebten hohen Tempo und intensiven Pressing. Seine Stärke liegt vielmehr im Abschluss, in seiner körperlichen Präsenz und in der Fähigkeit, eine Mannschaft anzutreiben. Diese Qualitäten können besonders dann Bedeutung gewinnen, wenn Gegner tief verteidigen oder Standardsituationen entscheiden.
Die Belastungssteuerung bleibt ein weiterer Faktor. Füllkrug war in der Vergangenheit verletzungsanfällig und wechselte nach Stationen bei West Ham United und der AC Mailand im Sommer leihweise zurück nach Bremen. Eine Nominierung würde deshalb nicht nur seine aktuelle Form belohnen, sondern auch zeigen, wie Klopp kurzfristigen sportlichen Druck und langfristige Kaderplanung gewichtet.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
n-tv: „Entfesselter Füllkrug wandelt auf den Spuren von Rudi Völler“ (31.10.2026)
Der Beitrag hebt Füllkrugs Torserie und den Bezug zum Vereinsrekord von Rudi Völler hervor. Zugleich ordnet er die Leistung als weiteres Argument im Vorfeld der anstehenden Kadernominierung von Jürgen Klopp ein.
n-tv: „Tormonster Füllkrug lässt Werder Bremen schweben“ (31.10.2026)
Dieser Artikel setzt den Schwerpunkt stärker auf Füllkrugs Bedeutung für Werder Bremen. Er verweist ebenfalls auf die bevorstehende Entscheidung Klopps und damit auf die offene Frage, ob die starke Vereinsform für eine Rückkehr in die Nationalmannschaft reicht.
Beide Beiträge betonen Füllkrugs aktuelle Trefferquote und den zeitlichen Zusammenhang mit der Nominierung. Offen bleibt bis zur Entscheidung des Bundestrainers, ob Form, Erfahrung und Torabschluss schwerer wiegen als Alter, Tempo und Belastungsrisiken.
