Union-Kanzlerkandidatur: MinisterprÀsidenten wollen mitreden
27.08.2023 - 02:35:53Hessens MinisterprĂ€sident Boris Rhein (CDU) pocht auf die Mitsprache der Landespolitiker bei der Wahl eines Kanzlerkandidaten der Union fĂŒr die kommende Bundestagswahl. «Die Landesvorsitzenden und MinisterprĂ€sidenten wollen bei der Kanzlerkandidatur ein entscheidendes Wörtchen mitreden», sagte Rhein den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.
Ebenso mĂŒsse der CSU-Vorsitzende «natĂŒrlich involviert» werden. «Markus Söder spielt auch als bayerischer MinisterprĂ€sident eine herausragende Rolle in der Union. Wir brauchen jedenfalls einen Kanzlerkandidaten, den die gesamte Partei mittrĂ€gt und der auch die ganze Partei begeistert.»
Rhein schloss sich auch Söders Vorschlag an, die Kanzlerkandidatur erst nach den Landtagswahlen in drei ostdeutschen BundeslÀndern im September 2024 zu klÀren: «Ich hÀtte nichts dagegen. Dann können wir in aller Ruhe entscheiden.» Es sei sich sicher, dass Parteichef Friedrich Merz «ein geordnetes Verfahren» vorschlagen werde.
«Alles ausdiskutieren, und zwar hinter verschlossenen TĂŒren»
Der hessische Regierungschef, der ein BĂŒndnis mit den GrĂŒnen anfĂŒhrt, betonte, eine schwarz-grĂŒne Koalition funktioniere, wenn sich beide Partner an den Koalitionsvertrag halten und «alles ausdiskutieren, und zwar hinter verschlossenen TĂŒren». Merz hatte die GrĂŒnen als «Hauptgegner» der Union im Bund bezeichnet und damit innerhalb der Partei Kritik auf sich gezogen. In Hessen wird am 8. Oktober ein neuer Landtag gewĂ€hlt.
Eine Zusammenarbeit mit der AfD lehnte Rhein auch auf kommunaler Ebene ab. «Wenn es ein wichtiges und sinnvolles Projekt vor Ort gibt, kann die CDU einen eigenen Antrag stellen, und dann stimmt das Gemeindeparlament eben dem CDU-Antrag zu. So schwierig ist das nicht», meinte der Christdemokrat. Was ihn am meisten schockiere, sei der «brutal anti-europÀische Kurs» der AfD. «Das ist ein Anschlag auf das Friedensprojekt Europa und den Wohlstand unserer Exportnation.»


