DFB, Ex-Boss

DFB verklagt Ex-Boss Zwanziger auf 24 Millionen Euro

29.01.2025 - 11:27:43

Noch steht das Urteil im SommermĂ€rchen-Prozess aus. Der Deutsche Fußball-Bund sichert sich ab und reicht eine Schadensersatzklage gegen Ex-PrĂ€sident Zwanziger ein.

Der Deutsche Fußball-Bund geht gerichtlich gegen seinen ehemaligen PrĂ€sidenten Theo Zwanziger vor. Der Verband hat beim Landgericht Frankfurt eine Schadensersatzklage ĂŒber einen Streitwert von 24 Millionen Euro eingereicht. Das bestĂ€tigten Zwanziger und eine Landgerichtssprecherin der Deutschen Presse-Agentur. Zuerst hatte die «SĂŒddeutsche Zeitung» darĂŒber berichtet.

Im Kern geht es um finanzielle SchĂ€den, die dem DFB durch die SommermĂ€rchen-AffĂ€re um die Fußball-WM 2006 entstanden sind oder noch entstehen könnten. Seit knapp elf Monaten lĂ€uft ebenfalls am Landgericht Frankfurt ein Steuerstrafverfahren gegen drei ehemalige DFB-FunktionĂ€re, darunter Zwanziger.

In dem Prozess soll geklĂ€rt werden, ob der DFB eine Zahlung von 6,7 Millionen Euro an den Weltverband FIFA aus dem Jahr 2005 unberechtigt als Betriebsausgabe deklariert und dadurch Steuern in Höhe von mehr als 13 Millionen Euro hinterzogen hat. Zwanziger sowie der frĂŒhere DFB-Boss Wolfgang Niersbach, der am Donnerstag als Zeuge geladen ist, und der ehemalige DFB-GeneralsekretĂ€r Horst R. Schmidt haben den von der Staatsanwaltschaft Frankfurt erhobenen Vorwurf stets strikt zurĂŒckgewiesen.

DFB wurde schon vor acht Jahren tÀtig

Bereits 2017 hatte der DFB, dem im Zuge der AffĂ€re die GemeinnĂŒtzigkeit fĂŒr das Jahr 2006 aberkannt worden war, SchadensersatzansprĂŒche bei den drei ehemaligen Top-FunktionĂ€ren hinterlegt. In der Folge hatten diese jedes Jahr VerzichtserklĂ€rungen abgegeben - fĂŒr 2025 aber nicht mehr. Da das Steuerstrafverfahren gegen Niersbach gegen die Zahlung einer Geldauflage in Höhe von 25.000 Euro eingestellt und gegen Schmidt aus gesundheitlichen GrĂŒnden abgetrennt wurde, sitzt nur noch Zwanziger auf der Anklagebank.

Der 79-JĂ€hrige reagierte gelassen auf die Klageeinreichung durch den DFB, der im SommermĂ€rchen-Prozess kurioserweise den gleichen Standpunkt vertritt wie Zwanziger - nĂ€mlich dass es keine Steuerhinterziehung gegeben habe. Heißt im Klartext: Der Verband sichert sich nur fĂŒr alle EventualitĂ€ten ab. Der DFB Ă€ußerte sich mit Verweis auf das laufende Verfahren nicht dazu.

«Wir sind seit Jahren mit dem DFB im GesprĂ€ch, um eine einheitliche Bewertung der Haftungsfrage zu erzielen, dies nicht zuletzt auf der Grundlage der vom DFB selbst in Auftrag gegebenen Gutachten, die sich zur Haftungsfrage sehr kritisch geĂ€ußert haben», sagte Zwanzigers Anwalt Hans-Jörg Metz der «SĂŒddeutschen Zeitung». Der DFB habe leider nicht den Mut zu einer eigenen Bewertung gehabt, «sodass nunmehr das Gericht (
) unter Bewertung aller Aspekte zu gegebener Zeit entscheiden muss.»

Das Landgericht bestÀtigte die Klagesumme. Diese setze sich aus steuerlichen SchÀden in Höhe von rund 21 Millionen Euro sowie weitere SchÀden in Millionenhöhe (insbesondere Zinsaufwand und Anwaltskosten) zusammen.

@ dpa.de